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Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit

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Johannes Balog von Elektrobit erzählt im Interview über seine Laufbahn – von den holprigen Anfängen in der HTL bis hin zu seiner aktuellen Arbeit als Embedded Software Engineer – und gibt Ratschläge für Beginner.

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Video Zusammenfassung

In "Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit" schildert Johannes Balog seinen Weg: vom anfänglich schwachen Start in Informatik über das frühe C‑Lernen mit 15, HTL-Elektrotechnik und ein dreijähriges FH-Studium bis zum Einstieg bei Elektrobit. In Wien entwickelt sein Team Device‑Treiber für In‑Car‑Kommunikation (z. B. Ethernet, CAN); sein erstes Projekt war die Wartung eines FlexRay‑Treibers, und durch den berufsbegleitenden Master realisierte er ein einjähriges Firmenprojekt – die abwechslungsreiche Arbeit erfordert ständiges Einarbeiten in State‑of‑the‑Art‑Themen. Sein Rat: Es gibt keinen Königsweg; ihm gab das Studium die nötige Tiefe, während andere erfolgreich autodidaktisch (YouTube, Bücher) lernen – wähle den Weg, der zu dir passt.

Vom holprigen Start zum Embedded-Profi: Die Entwicklungsreise von „Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit“

Ein Einstieg, der nicht nach „Naturtalent“ aussieht

Als wir die Session „Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit“ begleiteten, blieb uns sofort eine ehrliche Szene im Gedächtnis: Johannes beginnt seine Geschichte nicht mit einem glatten Erfolg, sondern mit einem Stolperstart. In der ersten Oberstufe war Informatik für ihn alles andere als ein Selbstläufer. Zehnfinger-System? „Ganz weit weg“, erinnert er sich. Und als es im ersten Semester primär um Word und PowerPoint ging, war die Motivation – und auch die Note – entsprechend niedrig.

Diese Offenheit macht den Ton für den gesamten Talk aus. Statt eines „immer schon Programmierer“-Narrativs zeigt Johannes, wie ein Perspektivwechsel in kurzer Zeit alles verändern kann: Im zweiten Semester beschließt er, sich voll reinzuhängen – unabhängig davon, was kommt. Dann der Zufall, der zum Wendepunkt wird: Der Informatiklehrer startet mit C – und zwar mit 15 Jahren. Das ist der Moment, in dem Programmiersprachen und Algorithmen bei Johannes nicht nur ankommen, sondern Neugier auslösen.

„Wir haben im zweiten Semester im Wesentlichen C gelernt und ich habe mich da wirklich voll reingesteigert … kleine Programmierbeispiele zu Hause gemacht. Da habe ich im Wesentlichen das erste Mal Kontakt mit Programmieren wirklich bekommen.“

Aus unserer DevJobs.at-Perspektive ist das eine der zentralen Botschaften dieser Session: Der erste Funke muss nicht in der Volksschule überspringen. Manchmal braucht es nur den richtigen Einstieg – und eine konkrete Aufgabe – damit sich ein Feld öffnet.

HTL mit Elektrotechnikfokus: Wenig Programmieren, viel Motivation

Johannes’ Ausbildungslaufbahn bleibt in der Folge hardware-nah. Er besucht eine HTL mit Elektrotechnik-Schwerpunkt. Programmieren ist dort kein Dauerbrenner, sondern verstreut über die Jahre. Gerade deshalb wächst nach der Matura der Wunsch, „irgendwas mit Programmieren“ zu machen – ohne die Hardware aus dem Blick zu verlieren. Er bricht die Optionen auf zwei Richtungen herunter: Klassische Informatik oder eine Kombination mit Hardware – Elektronik oder vielleicht Mechatronik. Die Entscheidung fällt Richtung Elektronik, weil ihn der Umgang mit Hardware besonders reizt.

Diese Weichenstellung prägt seinen weiteren Weg. Sie erklärt auch, warum die nächste Station – das Elektronikstudium an der FH – so wichtig wird. Johannes betont, dass sein zuvor aufgebautes Programmierwissen schnell ausgeschöpft war: Nach zwei Wochen war „alles neu“. Genau diese Lernkurve wird später relevant, wenn er beschreibt, wie tief er sich in Themen einarbeitet und warum ihm das Studium dabei geholfen hat.

Drei Jahre FH und der Weg zu Elektrobit

Die Brücke in die Industrie entsteht über das Studium: Johannes kommt dadurch zur Firma Elektrobit. Auf eine Formel gebracht: Elektrobit „produzieren wir Software für den Automobilbereich bzw. für die Automobilindustrie“. Der Standort Wien ist auf In-Car-Kommunikationstechnologien spezialisiert – also auf das, was im Fahrzeug an Datenflüssen passiert.

„Konkret am Standort Wien beschäftigen wir uns mit In-Car-Kommunikationstechnologien. Ich … wir als Team entwickeln verschiedene Device-Treiber für die verschiedensten Bus-Protokolle, also Ethernet oder CAN.“

Für uns wird hier klar: Johannes’ anfängliche Frage – Informatik pur oder mit Hardwarebezug – beantwortet sich praktisch von selbst. Embedded Software in der Automobilindustrie, Treiberentwicklung für Bus-Protokolle, In-Car-Kommunikation – all das bündelt Software-Engineering mit einem ausgeprägten Hardwareverständnis. Der Rundumblick, den er sich erarbeitet hat, passt zur Aufgabe.

Der erste Job: FlexRay-Wartung als Einstieg in die Tiefe

Seine erste konkrete Aufgabe bleibt haften: die Wartung eines FlexRay-Treibers. FlexRay fällt in dieselbe Domäne wie CAN und Ethernet – Johannes nennt es als sein erstes „richtiges“ Projekt. Wartung klingt für viele Entwickler:innen nach Routine. In der Session wirkt es jedoch wie ein Beschleuniger: Wer Wartung macht, liest, versteht, rekonstruiert Entscheidungen – und nimmt Systemwissen auf, das später bei neuen Projekten hilft.

Aus unserer Sicht bestätigt Johannes damit einen Lernpfad, den viele unterschätzen: Wartungsarbeit als Schule für Robustheit, Lesbarkeit und Architekturverständnis. In solchen Phasen werden Codebasen nicht nur benutzt, sondern wirklich begriffen.

Projekte, Maintenance, Abwechslung: „Kein Tag wie der andere“

In seiner Rolle springen Johannes und sein Team zwischen neuen Projekten und Maintenance – ein Wechselspiel, das Tempo und Perspektive vorgibt. Gerade diese Varianz empfindet er als Stärke seines Jobs:

„Es ist kein Tag wie der andere … sehr abwechslungsreich.“

Abwechslung bedeutet aber auch: Einarbeiten, Einlesen, Dranbleiben. Er beschreibt es als Kern der Arbeit, sich immer wieder in neue Themen einzuarbeiten, mit „State-of-the-Art“-Dingen konfrontiert zu sein und eigene Problemansätze zu entwickeln. Diese Mischung aus Selbststudium, Systemverständnis und Lösungsarchitektur definiert den Alltag in der Embedded-Entwicklung bei Elektrobit – zumindest so, wie Johannes ihn erlebt.

„Die Herausforderungen … man muss sich immer neue Dinge einlesen und einlernen … man wird mit neuen State-of-the-Art-Dingen konfrontiert, man muss … Problemansätze selber … entwickeln.“

Wir nehmen daraus zweierlei mit:

  • Lernfähigkeit ist kein Extra, sondern das Werkzeug. Wer sich gerne einarbeitet, ist hier im Vorteil.
  • Abwechslung ist Belohnung und Belastung zugleich – die Energie kommt aus der Neugier und der Freude an konkreten Lösungen.

Berufsbegleitender Master: Ein Jahr Projekt – Vorteil für beide Seiten

Ein prägender Abschnitt in Johannes’ Entwicklung ist die Phase des berufsbegleitenden Masters. Elektrobit schafft einen Rahmen, in dem er den praktischen Teil seines Studiums im Unternehmen absolvieren kann. Material, Umfeld, Aufgaben – alles ist da. Ein Jahr lang ein eigenes Projekt: Das bringt ihm Fokus und der Firma Ergebnisse.

„Mir kommt es zugute, ich muss nicht privat arbeiten, der Firma kommt es zugute, es springt was dabei raus.“

Wir sehen darin ein Lehrstück: Wenn Studium und Arbeit sich gegenseitig stützen, entsteht eine Win-win-Situation. Theorie trifft auf Praxis, und die Praxis gewinnt an strukturiertem Tiefgang. Für Entwickler:innen in ähnlichen Situationen kann dies ein entscheidender Hebel sein, um Wissen zu verankern und gleichzeitig Wert zu schaffen.

„Tief rein“ als Haltung: Warum ein Studium für Johannes den Unterschied machte

Ein wichtiger Abschnitt von Johannes’ Talk widmet sich der Frage: Wie lernt man das am besten – Studium, autodidaktisch, Bootcamp? Seine Antwort ist differenziert und erlebt: Es gibt keinen „heiligen Gral“. Für ihn persönlich war das Studium der Schlüssel, weil sein Vorwissen begrenzt war und die Anforderungen bei Elektrobit ein tiefes Verständnis verlangen.

„Es gibt auf diese Frage keine konkrete Antwort … ich würde für mich persönlich sagen, ein Studium hilft da schon.“

Gleichzeitig nennt er einen Kollegen, der sich über YouTube-Tutorials und Bücher viel selbst beigebracht hat. Es gibt Wege, die über Selbststudium funktionieren – besonders heute, wo Inhalte breit verfügbar sind. Entscheidend ist die Passung zur eigenen Person und zur konkreten Rolle. Dort, wo tiefe Systemkenntnis gefragt ist, hilft Struktur – so seine Erfahrung.

Actionable Learnings für Entwickler:innen

Aus der Session mit Johannes lassen sich klare, praxisnahe Anhaltspunkte ableiten – ohne Allgemeinplätze, sondern direkt aus seinen Stationen und Beobachtungen:

  • Starte dort, wo du bist – und mach es konkret: Johannes’ Wendepunkt war eine klare Entscheidung und ein greifbares Ziel (C lernen, kleine Beispiele schreiben). Konkrete Übungen schlagen vage Vorsätze.
  • Nutze Wartungsarbeit als Lernabkürzung: Bei seinem ersten Projekt – Wartung eines FlexRay-Treibers – lag der Wert im Verstehen bestehender Systeme. Genau dort entsteht Systemkompetenz.
  • Baue Tiefe auf, nicht nur Tools: In seiner Umgebung zählt tiefes Wissen. Das kann Studium leisten – oder ein konsequent strukturiertes Selbststudium. Maßgeblich ist die Tiefe, nicht das Label.
  • Kombiniere Software mit Hardware, wenn dich das reizt: Johannes’ Weg in die In-Car-Kommunikation und Treiberentwicklung zeigt, wie sich der Hardwarebezug auszahlt.
  • Lerne kontinuierlich – und plane dafür Zeit ein: „Einlesen“ und „Einlernen“ sind bei ihm Arbeitsalltag. Wer diese Phasen ernst nimmt, kann Abwechslung als Stärke erleben.
  • Suche Umfelder, die Lernen ermöglichen: Der berufsbegleitende Master mit Support des Arbeitgebers zeigt: Rahmenbedingungen können Lernkurven stark beschleunigen.
  • Akzeptiere, dass es kein Standardrezept gibt: Ein Kollege von Johannes ist über YouTube und Bücher gekommen – für Johannes war das Studium besser. Die beste Methode ist die, die du nachhaltig durchziehst.

Die Stationen im Überblick

Um Johannes’ Weg greifbar zu machen, hilft eine übersichtliche Chronologie – so, wie er sie in der Session skizziert:

  1. Erste Oberstufe (OTL/Oberstufe): Informatik läuft nicht gut; der Fokus liegt auf Office-Themen. Motivation und Noten entsprechend niedrig.
  2. Zweites Semester: Entscheidung für mehr Einsatz – und glücklicher Zufall: Start mit C im Informatikunterricht mit 15 Jahren. Eigene kleine Projekte zu Hause entstehen.
  3. HTL mit Elektrotechnik-Schwerpunkt: Programmieren bleibt verteilt und punktuell. Der Wunsch reift, „irgendwas mit Programmieren“ zu machen – gern mit Hardwarebezug.
  4. Nach der Matura: Entscheidung für Elektronik (statt reiner Informatik oder Mechatronik), weil die Arbeit mit Hardware Freude macht.
  5. Drei Jahre FH-Studium: In den ersten Wochen wird klar, wie viel es zu lernen gibt. Der Weg zu Elektrobit entsteht über das Studium.
  6. Einstieg bei Elektrobit: Software für die Automobilindustrie; am Standort Wien Fokus auf In-Car-Kommunikation. Im Team: Entwicklung von Device-Treibern für Bus-Protokolle wie Ethernet oder CAN.
  7. Erstes Projekt: Wartung eines FlexRay-Treibers – ein Einstieg über die Tiefe bestehender Systeme.
  8. Berufsbegleitender Master: Praktischer Teil im Unternehmen, einjähriges Projekt, Bereitstellung von Materialien – Vorteil für beide Seiten.
  9. Heute: Wechsel zwischen Projekten und Maintenance, „kein Tag wie der andere“, kontinuierliches Einarbeiten in „State-of-the-Art“-Themen, eigene Problemansätze entwickeln.

Einarbeiten als Kernkompetenz

Mehrfach betont Johannes das Einarbeiten als Grundhaltung. Das ist mehr als „Lesen“. Es bedeutet, sich den Kontext zu erarbeiten, Annahmen zu prüfen und daraus belastbare Problemansätze abzuleiten. Gerade in einer Umgebung, in der sich In-Car-Kommunikation und Bus-Protokolle bewegen, ist dieses tiefe Verständnis das Fundament für sinnvolle Entscheidungen – egal ob in Neuentwicklung oder Wartung.

„Man muss sich immer neue Dinge einlesen und einlernen … man muss Problemansätze selber … entwickeln.“

Für uns ist das die Entwicklerhaltung, die Teams belastbar macht: keine Angst vor neuen Themen, die Bereitschaft, mit Struktur und Geduld in Systeme einzutauchen, und die Disziplin, aus Erkenntnissen konkrete nächste Schritte abzuleiten.

„Ziemlich cool“: Warum Abwechslung motiviert

Johannes schließt die Beschreibung seiner Arbeit mit einem knappen Urteil: „Ziemlich cool.“ Es ist eine ehrliche, präzise Zusammenfassung dessen, was er davor schildert. Abwechslung, Lernkurve, ein spürbares Ergebnis – all das trägt zur Zufriedenheit bei. Wir sehen darin ein Muster, das viele Entwickler:innen teilen: Sinn entsteht aus der Mischung aus Herausforderung und Handlungsspielraum; Motivation aus dem sichtbaren Fortschritt.

Studium oder Selbststudium? Die nützliche Antwort: „Es kommt darauf an“

Die vielleicht meistgestellte Frage in Entwicklerkreisen beantwortet Johannes auf die wirksamste Art: Sie lässt sich nicht verallgemeinern. Sein eigener Weg – HTL Elektrotechnik, dann FH Elektronik, dann Elektrobit, dann Master berufsbegleitend – zeigt, wie gut formale Struktur wirken kann, wenn die Rolle tiefes Wissen verlangt. Der Verweis auf seinen Kollegen zeigt zugleich, dass Self-Learning funktionieren kann, wenn die Person den richtigen Zugang findet.

Anstatt die Optionen gegeneinanderzustellen, lohnt es sich, die Anforderungen der Rolle und die Lerngewohnheiten der Person zu betrachten: Braucht es mehr Struktur? Oder trägt intrinsische Motivation die Lernlast? In beiden Fällen gilt: Kontinuität schlägt Kurzstrecke.

Was wir von „Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit“ mitnehmen

Zum Abschluss bündeln wir die wichtigsten Lehren aus dieser Session – als Einladung, den eigenen Weg bewusst zu gestalten:

  • Wendepunkte schaffen: Ein Semester, ein Lehrer, eine Sprache – und konsequente Praxis zu Hause. So beginnt oft eine Entwicklerkarriere.
  • Tiefe vor Oberfläche: Ob über Studium oder Selbststudium – am Ende zählt, wie tief du dein Feld begreifst. Johannes’ Umfeld fordert das ein.
  • Wartung als Wissensmotor: Bestehende Systeme öffnen den Blick für Architektur und Qualität – und machen dich stabil in neuen Projekten.
  • Abwechslung umarmen: „Kein Tag wie der andere“ ist anstrengend – und genau deshalb „ziemlich cool“.
  • Lernumfeld suchen: Wer studiert, profitiert von Arbeitgebern, die Praxisprojekte ermöglichen. Wer autodidaktisch lernt, braucht Strukturen, die das durchhalten helfen.

In einer Welt, die sich schnell bewegt, liefert Johannes Balog eine ruhige, konstruktive Botschaft: Es gibt keinen heiligen Gral. Es gibt Entscheidungen, Übungsphasen, Projekte – und die Bereitschaft, sich immer wieder neu einzuarbeiten. Genau dort entsteht eine Laufbahn, die trägt.

Schlussgedanke

Embedded-Software-Entwicklung in der Automobilindustrie, In-Car-Kommunikation, Treiber für Bus-Protokolle wie Ethernet, CAN oder FlexRay – das klingt nach viel Technik. In Johannes’ Erzählung ist es vor allem eines: ein Weg, der von Neugier und Konsequenz geprägt ist. Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus „Johannes Balog, Embedded Software Engineer bei Elektrobit“: Wenn du deinen Einstieg findest und in die Tiefe gehst, kann aus einem holprigen Start eine sehr stabile Karriere werden.

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