5 Lebenslauf-Fehler, von denen du als IT-ler noch nicht wusstest

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Keine Rechtschreibfehler, eine übersichtliche Struktur, freundlich gucken auf dem Bild – von diesen Tipps für den perfekten CV hat jeder schon oft genug gehört. Doch speziell ITler begehen im Lebenslauf Fehler, die weniger bekannt sind. 

Lebenslauf-Fehler #1: Die Plattitüde zur Einleitung

Bewirb dich nach Möglichkeit nicht mit der Floskel „sehr geehrte Damen und Herren“. Damit bringst du nur deine phlegmatische Ader zum Vorschein. Sprich den Personaler namentlich an, auch wenn du dich dafür durch die Unternehmens-Website klicken, oder Berufs-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn durchforsten musst. Und wenn auch das nicht hilft: Rufe direkt im Unternehmen an.

Auf Anfangsfloskeln wie „hiermit bewerbe ich mich“ oder „mit großem Interesse habe ich“ solltest du verzichten. Für den Personaler hört sich das an wie eine Platte mit Sprung. Du solltest gerade den (berühmten) ersten Satz so beginnen, dass er zum Weiterlesen motiviert.

Spare mit Adjektiven: „Ich bin engagiert, zuverlässig und teamfähig.“ Wer ist das nicht? Begründe deine Aussagen mit Beispielen aus deinem Berufsleben: „Dort habe ich gelernt, mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzuarbeiten. Die Teamarbeit habe ich vor allem dann schätzen gelernt, wenn es auf das Projektende zuging.“ Das klingt doch schon ganz anders.

Ganz so sicher klingst du hiermit nicht: „Meine Fähigkeiten wären eine gute Ergänzung für Ihr Unternehmen.“ Oder mit diesem Schluss: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch würde ich mich freuen.“ Meide bitte den Konjunktiv.

Lebenslauf-Fehler #2: Die offensichtliche Unternehmens-Polygamie

So etwas wie die “Vielehe” hat mehr oder weniger in den Sechzigern geklappt. Den Personalern wird klar sein, dass du dich bei mehreren Unternehmen bewirbst. Das musst du Ihnen aber nicht auch noch unter die Nase reiben. Deshalb solltest du deinen Lebenslauf individuell auf das Unternehmen zuschneiden.

Ein standardisierter Lebenslauf gehört zu den größten Fehlern, die ein Bewerber machen kann. Denn jeder Job stellt unterschiedliche Anforderungen, das Aufgabenfeld unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Mal stehen die Kompetenzen im Vordergrund, mal die Persönlichkeit. Ein Tipp: Erstelle zunächst einen Lebenslauf, der all dein Wissen und all  deine Fähigkeiten umfasst und dann streiche für jede Bewerbung das Irrelevante raus.

Ein Administrator, zum Beispiel, täte gut daran, seine kommunikativen Fähigkeiten hervorzuheben. Ein Frontend-Entwickler sollte einen Überblick über aktuelle Trends haben. Sich für Neues zu begeistern, das sollte bei allen IT-Profis Grundvoraussetzung sein . Dies zu erwähnen, kann im Lebenslauf nie ein Fehler sein.

Lebenslauf-Fehler #3: Der Weiterbildungswirrwarr

Lebenslanges Lernen ist wichtiger denn je. Weiterbildungen dienen dazu, das eigene Profil zu schärfen. Sie zeigen, dass man auf eine vakante Stelle hingearbeitet hat und dazu einem roten Faden gefolgt ist. Aus diesem Grund sollte eine Weiterbildung mit Bedacht ausgewählt werden.

Das IT-Weiterbildungsgeschäft ist mittlerweile sehr lukrativ geworden, sodass sich auf diesem Gebiet viele schwarze Schafe tummeln. Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, solltest du prüfen, ob diese über einschlägige Akkreditierungen oder Anerkennungen verfügt. Auch Berichte von ehemaligen Absolventen wären hilfreich. Außerdem bieten gute Anbieter Infotage an, mit der Möglichkeit einer persönlichen Beratung. Erwähne also nur passende und seriöse Weiterbildungen in deinem Lebenslauf.

Lebenslauf-Fehler #4: Die Kreativität(losigkeit)

Bekanntlich kann man es hier über- und untertreiben. Auch ein kreativer UX-Entwickler sollte sich nicht mit einem Lebenslauf bewerben, den der Personaler vor dem Lesen “zusammenpuzzlen” muss. Ein Microsoft-Word-Lebenslauf wäre in dem Fall aber genauso verkehrt. Finde einfach das richtige Maß.

Aber auch als Nicht-Designer solltest du dich etwas anstrengen, um aus der Fülle an Bewerbungen herauszustechen. Halte dich dabei nicht an sämtliche althergebrachte formale Richtlinien, die sich mit der Zeit in der Arbeitswelt eingeschlichen haben. Unternehmen sind heute nämlich stärker auf das (kreative) Mitdenken Ihrer Mitarbeiter angewiesen, etwa in Meetings.

Hierbei können auch Kleinigkeiten positiv ins Auge stechen. Wenn du dich für einen Online-Shop bewirbst, kannst du die Englisch-Kenntnisse mit Floskeln wie „fließend in Wort und Schrift“ oder mit einer fünf Sterne-Bewertung abbilden.

Lebenslauf-Fehler #5: Die Perfektion in Person

Du bist ein Mensch, kein Pfau. Wie wäre es, mal aufzulisten, was du nicht kannst, aber noch lernen möchtest? Zuzugeben, dass es Situationen gab, die du weniger gut gemeistert hast und zu erklären, wie du hättest besser reagieren können? Bescheidenheit ist in unseren Zeiten der Selbstdarstellung leider eine viel zu seltene Tugend.