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David Leitner, Co-Founder von SQUER

Description

David Leitner von SQUER gibt im Interview Einblicke in die Arbeitsweise der Developer im Unternehmen, auf was beim Recruiting geachtet wird und spricht über die verwendeten Technologien.

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Video Zusammenfassung

Im Talk 'David Leitner, Co-Founder von SQUER' erklärt David Leitner, wie SQUER mit rund 50 Leuten eine seltene Kombination aus Hands-on-Mentalität und Big-Picture-Denken lebt: als „Elevator-Architekten“ sprechen sie mit CEO/CTO über Legacy-Ablösen und setzen sich anschließend mit Entwicklerteams zur Umsetzung zusammen, mit klarem Fokus auf Problemlösung statt Technik als Selbstzweck und Anpassung an bestehende Tech-Stacks. Gesucht werden Kandidat:innen mit Lernfreude und technologischer Flexibilität; die Beratungsarbeit bietet vielfältige Themen, während ein dreistufiger, beidseitiger Recruiting-Prozess (Kurz-Intro, einstündiges Interview mit zwei Engineers, halber Tag im Team) ohne Stress-Coding die Kultur erlebbar macht. SQUER unterstützt Talent durch Community-Events, Meetups und Konferenzen und baut ein Basisverständnis zu Generative AI auf, um sinnvolle Use Cases in Unternehmen zu erkennen.

Hands-on trifft Big Picture: SQUERs Engineering-Kultur, Hiring-DNA und Zukunftsbild – Insights aus „David Leitner, Co-Founder von SQUER“

Kontext: SQUER in einem Satz – pragmatisch, neugierig, konsequent problemorientiert

In der Session „David Leitner, Co-Founder von SQUER“ mit Speaker David Leitner (SQUER) erhielten wir bei DevJobs.at einen dichten Einblick in eine Organisation, die in nur vier Jahren von Wien aus auf rund 50 Personen gewachsen ist – und dabei eine bemerkenswerte Klarheit bewahrt hat: SQUER verbindet tiefes Hands-on-Ingenieurwesen mit starkem konzeptionellem Denken. Diese Kombination steht im Zentrum ihrer Mission und erklärt, warum ihr Team gleichermaßen mit CEOs über Legacy-Ablösen sprechen kann und anschließend mit Entwicklerinnen und Entwicklern an der konkreten Umsetzung sitzt.

Leitner beschreibt die Haltung so: Software ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Technische Exzellenz wird geliebt, aber sie muss ein konkretes Problem lösen. Dieser Fokus zieht sich durch alle Ebenen – von der Art, wie SQUER rekrutiert und Projekte annimmt, bis hin zur Frage, wie sich das Team auf neue Technologien (inklusive Generative AI) vorbereitet.

Das Profil, das SQUER prägt: „Elevator-Architekt“ und Problemlöser-Mentalität

Leitner greift ein Bild auf, das er „ein bisschen das, was der George Hope immer als Elevator-Architekt bezeichnet“ nennt: Die Fähigkeit, innerhalb eines Elevator-Pitch-Rahmens auf C-Level die Relevanz einer Entscheidung (zum Beispiel die Ablöse eines Legacy-Systems) zu begründen – und danach direkt in die Implementierung zu gehen.

„Einerseits mit einem CEO oder mit einem CTO erklären können, warum die Ablöse von einem Legacy-System relevant ist, andererseits man sich dann eben auch mit den Entwicklern hinsetzen kann und das machen kann.“

Diese Doppelkompetenz ist bei SQUER kein „Nice to have“, sondern die Differenzierung zum Markt. Dahinter steckt eine klare Erwartung: Kontext verstehen, das Big Picture halten, die Details in Code übersetzen und die Entscheidung verantworten. Das ist Engineering-Führung im besten Sinne – unabhängig von Titel oder Hierarchie.

Software als Mittel zum Zweck – ohne Abstriche an Exzellenz

Leitner sagt es deutlich: „Software ist für uns kein Selbstzweck, sondern immer eigentlich ein Mittel zum Zweck.“ Das ist kein Plädoyer gegen technische Finesse – im Gegenteil. SQUER setzt sich „extrem gerne mit Technologien, mit neuen Technologien“ auseinander. Die Linie ist jedoch klar: Ohne Problemverständnis entsteht keine gute Lösung. Das schützt vor Tool-Fetischismus, technischer Spielerei um ihrer selbst willen und Architekturentscheidungen ohne Domänenbezug.

Hands-on-Exzellenz plus konzeptionelle Stärke

Die Rolle, die SQUER den eigenen Engineers zuschreibt, ist hybrid: Man argumentiert auf Management-Ebene, überführt das „Warum“ in eine belastbare Lösung und liefert diese gemeinsam mit dem Team. Gerade in komplexen, historisch gewachsenen Umgebungen ist das die Kompetenz, die Vertrauen schafft – weil sie das Gespräch auf den Nutzen lenkt und nicht auf die Technologie als Selbstzweck.

Community-first: Wie SQUER Talente erreicht – und wieso das Recruiting anders wirkt

SQUERs Recruiting setzt weit vor dem ersten Interviewtermin an. Viele Bewerberinnen und Bewerber kommen über ihre Community-Aktivitäten: Meetups, Konferenzen, der offene Wissensaustausch. Das hat zwei Effekte: Erstens lernen Talente früh die Art kennen, wie SQUER denkt. Zweitens entsteht Anziehung durch Substanz – nicht durch Slogans.

„Wir machen relativ viele Meetups, wir machen relativ viele Konferenzen, wir versuchen halt einfach wirklich das interne Wissen nach außen zu geben.“

Diese Offenheit ist ein Versprechen: Wer hier andockt, will lernen, teilen, argumentieren – und „Mittel zum Zweck“ ernst nehmen. Das zieht an, weil es konkret ist.

Der dreistufige Bewährungsprozess: Begegnung auf Augenhöhe

SQUER strukturiert das Hiring bewusst so, dass es in beide Richtungen wirkt und sich nicht wie ein Wettlauf anfühlt. Leitner beschreibt drei Schritte:

1) Ein 15-minütiges Kennenlernen, um miteinander warm zu werden und Erwartungsräume zu kalibrieren.

2) Ein etwa einstündiges Interview mit zwei Engineers aus dem Team.

3) Eine halbtägige Einladung, um das Team in der Praxis kennenzulernen – ohne künstlichen Stress, ohne „klassischen Interview-Charakter“.

„Es soll nicht diesen klassischen Interview-Charakter haben, wo man da jetzt irgendwie coden muss, ganz, ganz stressig, sondern es geht wirklich darum, dass die Leute unsere Attitude kennenlernen […]“

Dieser Ansatz signalisiert: Kulturfit ist beidseitig. Es muss für SQUER passen – und genauso für die Person, die einsteigt. Er will, dass Kandidatinnen und Kandidaten sagen können: „Mit denen finde ich’s cool, mit denen würde ich gerne tagtäglich […] meine Zeit verbringen.“

Was SQUER in Bewerberinnen und Bewerbern sucht

SQUER agiert im Beratungs- und Dienstleistungsumfeld. Das heißt: Vielfalt in Themen, Menschen und Technologien ist die Regel. Gesucht sind daher Persönlichkeiten, die Technologie als Werkzeugkasten sehen, nicht als Identität. Oder wie Leitner es formuliert:

„Leute, die sagen, ich finde es cool, wieder mal etwas anderes zu lernen […] ich habe jetzt zwei Angular-Projekte gemacht, jetzt einmal React zu tun.“

Diese Polyglott-Haltung ist entscheidend, weil SQUER dort Lösungen baut, wo die Probleme tatsächlich liegen – in bestehenden Stacks, mit gewachsenen Rahmenbedingungen.

Beratungs-DNA: Dort lösen, wo das Problem ist – nicht „Rewrite by default“

SQUER arbeitet mit einem „Standard-Stack“, aber dogmatisch ist man nicht. Im Gegenteil: In kundenseitigen Umgebungen zählt Pragmatismus. Leitner bringt es auf den Punkt:

„Wir kommunizieren oft in Unternehmen, wo vielleicht Projekte in Schieflage sind und das Letzte, was wir jetzt machen werden, ist, die von .NET in Go umzuschreiben. Wir werden versuchen, die Probleme dort zu lösen, die die halt dann in .NET haben.“

Dieser Satz beschreibt eine Grundhaltung, die im Beratungsgeschäft über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Sie hat vier Elemente:

  • Respekt vor dem Bestand: Nicht jeder technische Schmerz ist ein Migrationsargument. Oft ist die richtige Diagnose wichtiger als der Toolwechsel.
  • Kontext vor Code: Wer den Domänenkontext versteht, trifft bessere architektonische Entscheidungen – und spart Zeit, Budget und Nerven.
  • Polyglotte Delivery: Engineers fühlen sich in mehreren Sprachen und Frameworks wohl und wechseln, wenn es die Aufgabe verlangt.
  • Ergebnisverantwortung: Lösen heißt liefern – im Stack des Kunden, mit dessen Randbedingungen.

Produktentwicklung vs. Beratung: Worin der Reiz liegt

Leitner skizziert zwei Karrierepfade: Produktfokus (tägliche Arbeit am selben Produkt) und Beratung (viele Themen, viele Technologien). SQUER bedient Letzteres – mit dem „wunderschönen Vorteil“, viel zu sehen und zu lernen. Die Herausforderung: Nicht jeder will laufend wechseln; SQUER braucht explizit Menschen, die genau das suchen.

Für Talente, die Abwechslung, Kontextwechsel und stetiges Lernen schätzen, ist das ein starkes Angebot. Es trainiert die „Elevator-Architekt“-Fähigkeit und vertieft zugleich die Handwerkspraxis – eine seltene Kombination.

Engineering-Kultur: Big Picture, dann in die Tiefe

Aus Leitners Aussagen lässt sich eine klare Delivery-Philosophie ableiten:

  • Problembild schärfen: „Wenn wir das Problem nicht verstehen, dann werden wir es nicht gut lösen können.“
  • Big Picture halten: Konzeptionell auseinandernehmen, die relevanten Hebel identifizieren und mit Stakeholdern klären (bis C-Level).
  • Hands-on bleiben: Die Lösung mit dem Entwicklungsteam tatsächlich bauen – nicht nur beraten, sondern mitverantworten.
  • Technologien als Mittel einsetzen: Begeisterung für neue Tools ja – aber in Relation zum Kundennutzen.

Diese Prinzipien erzeugen Vertrauen. Sie schützen vor Tech-Churn, verhindern „Lösung sucht Problem“-Dynamiken und machen aus Beratung ein gemeinsames Liefern.

Lernen als System: Community, Abwechslung, Real-World-Constraints

SQUERs Lernkultur wird von drei Dingen getragen:

  • Öffentliche Wissensarbeit: Meetups, Konferenzen, „internes Wissen nach außen geben“. Das trainiert Argumentationsfähigkeit und lädt zu Peer-Feedback ein.
  • Projektdiversität: Unterschiedliche Domains, Teams und Stacks beschleunigen Lernen – ohne künstliche Übungsaufgaben.
  • Constraints als Katalysator: Statt „Greenfield um jeden Preis“ lernt man, unter echten Constraints gute Entscheidungen zu treffen.

Gerade der letzte Punkt hat Karrierewirkung: Wer gute Architektur unter Randbedingungen liefert, wird schnell anschlussfähig für Führungsaufgaben – weil Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit eine Kernkompetenz wird.

Generative AI: Basisverständnis, Tool-Kompetenz, Use-Case-Klarheit

Leitner verortet Generative AI als disruptive Kraft – und zugleich als Werkzeug, das man nutzen können muss. Er fordert kein Training eigener Netze; entscheidend sei, „die Tools verwenden“ zu können und in Unternehmen „die Use Cases zu sehen, wo kann man diese Sachen sinnvoll einsetzen“.

„AI ist sicher disruptive, wird sicher den Markt verändern […] ich sage jetzt nicht, dass wir neuronale Netze trainieren können müssen, aber wir sollen die Tools verwenden können.“

Für SQUER folgt daraus ein praxisnaher Lernauftrag: Basiskompetenz in Generative AI, Fokus auf Anwendbarkeit, Blick für den Problemschnitt. Das passt nahtlos zur Mittel-zum-Zweck-Haltung – und zur Beratungs-DNA, die Lösungen an Ort und Stelle baut.

Zukunft des Berufsbilds: Der Entwickler als unersetzbarer Problemlöser

Leitner betont mehrfach die Rolle des Softwareentwicklers als Problemlöser. AI kann Werkzeuge bereitstellen, aber die Kompetenz, ein Problem konzeptionell zu zerlegen und eine tragfähige Lösung zu finden, bleibt zentral. Vielleicht verschiebt sich das Doing – „vielleicht ist es dann in Zukunft nicht mehr Java Code zu schreiben, vielleicht ist es in Zukunft […] in irgendwelchen Domainsprachen zu schreiben“ – doch die Kernleistung bleibt menschlich.

„Am Ende des Tages muss es immer jemanden geben, der ein Problem versteht, das konzeptionell auseinandernimmt und eine Lösung dazu findet.“

Interessant ist die Ergänzung: „Ich glaube, es wird immer ein Low-Level-Approach brauchen, weil Programmiercode ist ja auch nichts anderes als die niedrigste oder die speziellste Form der Spezifikation.“ Das verankert die Debatte. Unabhängig vom Abstraktionsgrad wird es eine Brücke geben müssen zwischen Intent und präziser Ausführung – und damit Raum für Engineering-Exzellenz.

Warum SQUER für Tech-Talente attraktiv ist

Aus der Session lassen sich klare Gründe ableiten, die SQUER für Entwicklerinnen und Entwickler spannend machen – besonders für jene, die Impact über Tool-Dogmatismus stellen:

  • Hands-on und Big Picture: Verantwortung von der C-Level-Argumentation bis zur Umsetzung.
  • Community-Orientierung: Aktive Meetups und Konferenzen, Wissen teilen als Haltung.
  • Humanes Hiring: Dreistufig, beidseitig, ohne künstlichen Stress – mit Fokus auf Attitude und Teamfit.
  • Polyglotter Pragmatismus: Arbeiten in unterschiedlichen Stacks, dort lösen, wo das Problem ist (kein „Rewrite by default“).
  • Beratungsvielfalt: Viele Themen, viele Technologien, viele Menschen – Lernen im Zeitraffer.
  • Klare Problemfokussierung: Software als Mittel zum Zweck, kein Over-Engineering.
  • Zukunftsfitness: Generative-AI-Toolkompetenz und Use-Case-Sensibilität statt Hype.
  • Berufsblick nach vorn: Entwickler als unersetzbare Problemlöser – auch bei höherer Abstraktion.

Für Talente, die sich nicht auf eine Sprache festlegen wollen („Java, .NET, JavaScript, Go – alles willkommen“), die gerne dazulernen („von Angular zu React – warum nicht?“) und die Wert auf echte Wirkung legen, ist das ein Umfeld, das Entwicklung in Breite und Tiefe ermöglicht.

Zusammenarbeit in Projekten: Wie SQUER Vertrauen baut

Ob in Sanierungsprojekten oder neuen Vorhaben – die beschriebenen Prinzipien stützen Zusammenarbeit und Ergebnisqualität:

  • Erwartungsmanagement: Nutzenargumentation gegenüber CEO/CTO („Elevator-Architekt“) schafft Klarheit und Priorität.
  • Kooperative Umsetzung: Engineers sitzen „mit den Entwicklern“ zusammen – kein Silodenken zwischen Beratung und Delivery.
  • Kontextwahrung: Entscheidungen folgen dem Problem, nicht dem Lieblingsstack.
  • Offenheit: Die gleiche Haltung, mit der man Wissen in der Community teilt, gilt intern – man lernt voneinander und mit Kundenteams.

Diese Praktiken sind unspektakulär – und gerade deshalb wirksam. Sie machen Fortschritt nachvollziehbar, reduzieren Friktion und erhöhen die Chance, dass technische Entscheidungen langfristig tragen.

Wachstum mit Haltung: Vier Jahre, rund 50 Menschen – und klare Kanten

Dass SQUER in vier Jahren auf etwa 50 Personen gewachsen ist, passt ins Bild: Eine Organisation, die klare Prinzipien formuliert und lebt, zieht die richtigen Talente an. Der Recruiting-Prozess verstärkt das – durch Begegnung statt Prüfungsdruck. Und die Beratungsorientierung sorgt dafür, dass Menschen mit Lernhunger nicht ausgebremst werden, sondern im Wechselspiel von Kontexten schneller reifen.

Wachstum um seiner selbst willen ist kein Thema der Session. Im Mittelpunkt steht stattdessen die Frage: „Welches Problem lösen wir, und wie messen wir, ob die Lösung nützt?“ Diese Frage ist der rote Faden – sie verbindet Hiring, Delivery, Tech-Entscheidungen und die Vorbereitung auf neue Wellen wie Generative AI.

Was wir aus „David Leitner, Co-Founder von SQUER“ mitnehmen

  • SQUER definiert Engineering als Kombination aus konzeptioneller Klarheit und handwerklicher Umsetzung.
  • Recruiting ist Community-getrieben und dialogisch – mit Fokus auf beidseitige Passung und Lernhaltung.
  • Technologiewahl folgt dem Problem. Rewrites sind kein Selbstzweck.
  • Generative AI ist relevant, wenn sie als Werkzeug verstanden und sinnvoll eingesetzt wird.
  • Entwicklerinnen und Entwickler bleiben unersetzbar – als Menschen, die Probleme verstehen, zerlegen und tragfähige Lösungen bauen.

SQUER zeigt, wie sich Beratung, Engineering-Kultur und Arbeitgeberversprechen zu einem stimmigen Ganzen fügen können: Menschen, die neugierig bleiben, Verantwortung übernehmen und gerne lernen, finden hier ein Feld, in dem sie sowohl das Big Picture halten als auch tief ins Detail gehen – genau dort, wo es zählt.

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