Was ist ein agiler Coach?

Was ist ein agiler Coach?

Wie können sie Ihr Team transformieren?

Agile Coaches helfen Unternehmen, die sich transformieren wollen – sie konzentrieren sich auf den Fortschritt. Aber wie das aussieht, ist für jeden Kunden spezifisch und das bedeutet auch, dass jeder Tag anders ist.

Manchmal geht es darum, großen Teams neue Techniken beizubringen, manchmal kann ein agiler Coach Ziele für eine Organisation festlegen oder einzelne Manager betreuen.

Allerdings hört es hier nicht auf. Agile ist mehr als nur ein Weg zur Effizienz und kann in fast jedem Aspekt des Lebens genutzt werden. Beispielsweise kann ein Kanban-Board eingerichtet werden, um ein Familientreffen zu organisieren. Es ist eine effektive Methode, um Fortschritte in den meisten Umgebungen zu zeigen und Frustrationen zu minimieren.

Agile ist nicht nur für die Softwareentwicklung geeignet

Der Erfolg von Agile in der Softwareentwicklung hat andere Branchen zu dieser Praxis gelockt. Man sieht daher momentan, dass Finanzunternehmen, Personalteams und sogar Tierkliniken diese Methoden anwenden, um organisiert und produktiv zu bleiben – dies passt für jede Branche, aber eben besonders gut in der Technologiebranche.

Agile ist keine solche Nischenpraxis mehr, und man kann eine Vielzahl von agilen Coaches finden, jeder mit seiner eigenen Spezialisierung. Das könnte beispielsweise durch einem Fokus auf organisatorische Transformation oder technischem Know-how in Software der Fall sein. Als agile Coaches betreut man Einzelpersonen, Teams, Organisationen – also muss man bereit sein, auf jeder dieser drei Ebenen einzugreifen, und das zu jeder Zeit.

Gewisse Expertisen eigenen sich aber am besten für Unternehmen, die bereits über interne agile Coaches verfügen – als Coach für Coaches. Wenn Sie ein interner agiler Coach sind, haben Sie wahrscheinlich unternehmensweit Projekte in der Hand und eine Außenperspektive kann oft mehr Klarheit bringen. Sie arbeitet mit Kunden an der Skalierung ihrer Ansätze und an der Implementierung agiler Techniken. Interne Coaches übernehmen organisationsweit viel Verantwortung und profitieren daher auch von agilen Trainings. Ein Beispiel: Sie haben eine Organisation, die Sie zu etwas Größerem aufbauen möchten, und Sie werden in dieser Organisation Coaches brauchen, die in diesen Bereichen kompetent sind und helfen, diese Art von Veränderung zu skalieren.

Agiles Coaching ist eine Art Therapie

Es geht nicht nur darum, den Prozess zu ändern – untersucht wird auch die Teamdynamik. Zum Beispiel kann ein Unternehmen das Ziel haben mehr Transparenz zu schaffen. In dieser Situation ist es für das Führungsteam wichtig, genau zu zeigen, wie es auf die Unternehmensziele hinarbeitet, und nicht nur Forderungen an die Mitarbeiter zu artikulieren.

Wenn der Workflow einer Organisation untersucht wird, kann es helfen, Wege zu finden, die Entwicklungszeitpläne zu verkürzen und gleichzeitig qualitativ hochwertige Produkte zu liefern. Ein häufiges Missverständnis in diesen Fällen ist die Annahme, dass es darum geht, Dinge in kürzerer Zeit zu erledigen. „Manchmal müssen wir vielleicht langsamer fahren, um schneller zu werden“.

Den Teams die Macht über Veränderungen geben

Die meisten Menschen mögen Autonomie, wenn sie Veränderungen erleben, daher sollten die Teams selbst die Diskussion vorantreiben und Coaches sollten sie dazu führen, ihre eigenen Lösungen zu finden. Keiner mag es, wenn die Leute ständig sagen, was zu tun und richtig ist.

Eigentlich nachhaltiger Wandel muss letztlich vom Team selbst kommen. Es funktioniert auf Dauer nicht, wenn das Team das Gefühl hat, in einen Prozess gedrängt zu werden oder Lösungen zu implementieren, für die es keine Verantwortung und Mitsprache hat. Kommunikation ist dabei ein wichtiger Aspekt, und es ist wichtig, dass das Team das Gefühl hat, dass es ein Miteinander ist.

Der Prozess ist ein Tanz zwischen dem Austausch von Fachwissen und dem Zeigen von Empathie – das liegt einfach in der Natur der Coaching-Arbeit. Agiler Coach ist eine interessante Position, da es eine Position mit Einfluss, aber nicht mit Autorität ist. Da sind die persönlichen Beziehungen und das Vertrauen wirklich wichtig.

Stärkung der Teamdynamik

Es ist nicht ungewöhnlich, dass man sich auf eine Lösung für ein Problem konzentriert und dann andere Probleme entdeckt, die übersehen wurden. Es ist schwer für die Leute zu erkennen, wo sie falsch liegen, und hier kann ein Coach wirklich hilfreich sein. Sie werden ein Team haben, das eine Sache präsentiert, aber dann arbeiten Sie mit ihnen und Sie stellen fest, dass darunter etwas anderes ist, das sie die ganze Zeit wirklich gestört hat.

Diese Art der Entdeckung geschieht, wenn agile Coaches in der Lage sind, wirklich zu recherchieren, und es geht darüber hinaus, die Leute danach zu fragen, was ihrer Meinung nach besser funktionieren könnte. Agile Coaches beobachten Arbeitsgewohnheiten und Interaktionen um bessere Ratschläge geben zu können.

Passen Sie genau auf, was gesagt wird und welche Auswirkungen es auf andere in einer Organisation hat. Achten Sie nicht nur auf das, was gesagt wird, sondern auch auf das, was nicht gesagt wird… auf die Körpersprache der Menschen. Manchmal ist es so einfach wie: Kommen die Leute gerne zur Arbeit? Wenn es viele wirklich elendig aussehende Leute gibt, passiert irgendwo im System etwas, das diese Art von Unzufriedenheit verursacht.

In Bezug auf die Teamdynamik greift man häufig Bruce Tuckmans Phasen der Teamentwicklung zurück, die einen richtungsweisenden Rahmen darstellen. In der Anfangsphase zeigen alle Teams ihr Bestes – sie fangen gerade erst an. Irgendwann werden die Leute ihre Fehler zeigen und Grenzen kennen lernen. So lernen Menschen zusammenzuarbeiten.

Danach erreichen die Teams die nächste Phase, in der Verhaltensweisen und Praktiken etabliert werden und gehen schließlich in die Phase „Leistung“ über, in der alle optimal arbeiten.

Agile Coaches und Scrum-Master können dabei helfen, bestimmte Meilensteine effektiv zu gestalten, indem sie die Teams einer breiten Bibliothek von Möglichkeiten zur Verfügung stellen – damit Sie nicht ständig dasselbe exakte Retrospektive-Format verwenden müssen.

Das Ausführen von Retros mit verschiedenen Techniken ermöglicht mehr Einblick und Kreativität. Beispielsweise kann eine Wand mit Post-its Teammitgliedern dabei helfen, ihre Gefühle darüber zu teilen, was in einem Sprint funktioniert hat und was nicht, während eine datenzentrierte Retro den Teams helfen kann, ihre Leistung anhand von Metriken zu bewerten und Verbesserungspotenziale zu finden.

Das Format zu ändern, die gestellten Fragen oder die durchgeführte Aktivität zu ändern, kann die Dinge unterhaltsam halten und auch zu neuen Erkenntnissen und neuen Aktionsplänen für das Team führen.

Die richtigen Fragen stellen

Für alle agilen Coaches – insbesondere aber für unternehmensinterne – ist es ein wichtiger Teil des Prozesses zu bestimmen, wem sie helfen und wie sie am besten vorgehen. Die Teams werden sich an Sie wenden und auch um Anleitungen für gesisse Dinge bitten. Ihre Anfragen sind spezifisch, wie etwa Empfehlungen zum erforderlichen Detaillierungsgrad von Backlog-Items, aber auch weit gefasst, wie zum Beispiel Ratschläge zum Umgang mit Teammitgliedern, die nicht gut zusammenarbeiten.

Metriken sind auch sehr wichtig – beispielsweise verwenden von Informationen über die Vorhersehbarkeit von Lieferungen und den Zustand des Backlogs, um herauszufinden, welche Teams und Probleme beachtet werden müssen. Und Zuhören ist dabei eine Fähigkeit, die zu einem tieferen Verständnis führen kann.

Gute Fragen zu stellen hilft Trainern, Schwachstellen zu erkennen und aufschlussreichere Antworten hervorzurufen. Wichtig sind dabei Fragen, die direkt zum Thema führen: Was tut Ihnen im Alltag am meisten weh? Welches Problem soll schnell verschwinden? Wo wird Zeit verschwendet?

Das Stellen dieser Art von Fragen hilft, die zugrunde liegenden Probleme und ihre beitragenden Faktoren zu verstehen, die für die Erarbeitung der richtigen Lösungen erforderlich sind. Viele Leute beschweren sich oder verbringen zu viel Zeit damit, das Problem zu beschreiben – dies gilt es umzudrehen und zu fragen: Wie sieht eigentlich Gutes aus? Es kann verlockend sein, sofort an die Lösungen des primären Problems zu gehen, aber das ist selten der beste Ansatz.

Das Verständnis des wahren Warums hinter etwas wird einem früher auf den richtigen Weg bringen. Wenn man die richtigen Ressourcen oder die richtige Vorgehensweise empfiehlt oder auch nur so lange Fragen stellen kann, bis die Menschen den Weg gefunden haben, ist das noch besser.