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Anna Dziarkowska, Software Engineer bei HID Global

Description

Anna Dziarkowska von HID Global erzählt im Interview wie sie zum Software Engineering gekommen ist, mit welchen Themen sie sich aktuell als Software Engineer beschäftigt und was sie Anfängern empfehlen würde.

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Video Zusammenfassung

In "Anna Dziarkowska, Software Engineer bei HID Global" beschreibt Anna Dziarkowska ihren Weg von der Liebe zu Mathe und Problemlösen über ein Studium in Elektronik und Telekommunikation an der Technischen Universität in Kraków zur Softwareentwicklung, vom ersten C-Programm zur Arbeit bevorzugt in C#, und vom Praktikum zur Rolle im R&D-Team bei HID Global. Sie entwickelt eine Bibliothek als Rückgrat für den Testbench und Developer-Enablement-Tools (Web-UIs, CLI, AWS) und betont moderne Technologien sowie Architekturarbeit, um sich schnell an wechselnde Anforderungen anzupassen. Ihr Rat: mit praxisnahen Tutorials starten (z. B. ein einfaches Spiel), große Features in kleine, verknüpfte Aufgaben zerlegen und von einem technischen Studium profitieren.

Vom Mathe-Faible zur C#‑Entwicklerin in der R&D: Die Karriere- und Lernreise von Anna Dziarkowska (HID Global GmbH)

Kontext: Was wir aus „Anna Dziarkowska, Software Engineer bei HID Global“ mitgenommen haben

In der Session „Anna Dziarkowska, Software Engineer bei HID Global“ (Speaker: Anna Dziarkowska, Company: HID Global GmbH) zeichnet sich ein klarer roter Faden ab: eine frühe Begeisterung für Mathematik und Problemlösen, ein breit angelegtes technisches Studium, das die Weichen Richtung Softwareentwicklung stellte, und der Weg vom Praktikum in die R&D‑Entwicklung. Was uns besonders auffiel: Annas Fokus auf Architektur und Anpassungsfähigkeit, ihre nüchterne, problemorientierte Sicht auf Programmiersprachen sowie sehr konkrete Tipps für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Softwareentwicklung.

Mehrfach betont sie, dass nicht die Programmiersprache im Zentrum steht, sondern das Problem, das gelöst werden soll. Gleichzeitig schildert sie, wie rasch sich Anforderungen verändern und warum gute Architekturentscheidungen deshalb unverzichtbar sind. Und sie lässt keinen Zweifel daran, dass ein praxisnaher Einstieg – etwa über Tutorials und kleine Projekte – die Lernkurve spürbar beschleunigt.

„For me it all started with basically love for math and problem solving.“

„It’s more for a problem that you need to solve and what fits this problem. So it’s not really about the language itself.“

Von der Liebe zur Mathematik zur Freude am Code

Am Anfang stand Neugier – nicht für Code an sich, sondern für Struktur, Logik und Lösungswege. Anna beschreibt, dass sie in der Schule zwar mit Programmierung in Berührung kam, aber zunächst nicht glaubte, daraus einen Beruf zu machen. Erst im Studium entdeckte sie die eigentliche Freude am Coden. Damit formuliert sie eine Wegmarke, die viele Entwicklerinnen und Entwickler nachvollziehen können: Ein technischer Mindset entsteht oft aus der Freude am Denken in Systemen, an Beweisen und an der methodischen Zerlegung komplexer Aufgaben.

  • Frühe Wegweiser: Mathematik, Logik, Problemlösen.
  • Spätes Commitment: Programmieren wurde erst im Studium zum Schwerpunkt.
  • Zentrale Einsicht: Die Faszination steckt im Lösen realer Aufgaben – nicht in der Sprache als Selbstzweck.

Diese Haltung prägt Annas gesamte Erzählung. Sie spricht nicht in Dogmen über Tech-Stacks, sondern in Prinzipien. Genau darin liegt die Stärke vieler erfolgreicher Engineering-Karrieren: Tools ändern sich, Prinzipien bleiben.

Studium mit Breite: Elektronik und Telekommunikation

Anna absolvierte ein Studium der Elektronik und Telekommunikation an einer Technischen Universität in Krakau. Ausschlaggebend war die Breite des Fachs – ein Curriculum, das verschiedene Richtungen offenhält, wenn die beruflichen Präferenzen noch unklar sind. Für sie erwies sich diese Entscheidung als Türöffner: Sie fand ihre Vorliebe für Softwareentwicklung, ohne sich vorher zu früh festzulegen.

„I chose this field because it covered a wide spectrum of topics and I wasn’t sure myself what I would like to do with my profession. But I soon realized that I really enjoy programming.“

Gerade für Studierende, die sich (noch) nicht auf eine Nische festlegen möchten, ist das ein wertvoller Hinweis. Breite Studiengänge geben Kontext, vernetzen Disziplinen und ermöglichen, Interessen zu testen. Aus Sicht der Praxis ist das später entscheidend: Architekturentscheidungen profitieren davon, verschiedene Perspektiven – Hardware, Protokolle, Software – zu kennen.

Sprachen als Werkzeuge: „Was passt zum Problem?“

Annas erstes Kontaktfeld war C. Heute arbeitet sie besonders gern mit C#. Entscheidend ist für sie jedoch etwas anderes: Die Wahl der Sprache leitet sich vom Problem ab. Diese problemzentrierte Haltung ist ein solides Kriterium im Alltag. Sie hilft, die Diskussionen über „die beste Sprache“ zu entemotionalisieren und stattdessen in Anforderungen, Abstraktionen und Constraints zu denken.

„My first language was probably C. But for me, it’s more for a problem that you need to solve and what fits this problem. So it’s not really about the language itself. But now I enjoy working with C Sharp the most.“

Was wir daraus ableiten:

  • Toolfit über Toolliebe: Die beste Sprache ist die, die das Problem sauber löst.
  • Erfahrungseffekt: Wer verschiedene Sprachen und Paradigmen kennt, kann flexibler modellieren.
  • Praxisnähe: Entscheidungen werden anhand von Use Cases und Qualitätsmerkmalen (z. B. Performance, Wartbarkeit) getroffen – nicht anhand von Trends.

Vom Praktikum zur R&D: Einstieg und Entwicklung bei HID Global GmbH

Der berufliche Einstieg führte Anna über ein Praktikum direkt während des Studiums zu HID Global GmbH. Vier Jahre später ist sie als Software Engineer Teil eines R&D‑Teams. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie wertvoll frühe Praxis ist – und wie Unternehmen über Einstiegsprogramme Talente langfristig binden können.

„I started four years ago at the company, but I started as an intern. So I applied still during my studies for an internship there. And now I’m a part of an R&D team.“

Für Studierende und Berufseinsteigerinnen lässt sich daraus eine klare Strategie ableiten:

  • Früh bewerben: Praktika ermöglichen, Studieninhalte sofort in echten Code zu übersetzen.
  • Relevanz erzeugen: Wer bereits im Studium an realen Problemen arbeitet, sammelt Referenzen und gewöhnt sich an Teamprozesse.
  • Wachstum anstoßen: Der Übergang vom Praktikum zur Festanstellung wird greifbar, wenn Impact sichtbar ist und Lernbereitschaft stimmt.

Infrastruktur für Entwicklerinnen und Entwickler: Bibliothek, Testbench, Tools

In der R&D verantwortet Anna die Entwicklung einer Bibliothek, die als Rückgrat für den Testaufbau (Testbench) und weitere Entwickler- bzw. Enablement‑Tools dient. Dazu gehören Web‑UIs für Entwicklerinnen und Entwickler, Kommandozeilenwerkzeuge und „any AWS functionality“.

„I am responsible for developing a library that is a backbone for our test bench and also for other development developers tools or enablement tools. So we build some web UI interfaces for developers or command line tools or any AWS functionality.“

Diese kurze Beschreibung verrät viel über den Charakter ihrer Arbeit:

  • Nähe zur Produktivität: Enablement‑Tools schaffen Tempo und Qualität im Entwicklungsalltag.
  • Testbarkeit als Prinzip: Eine tragende Bibliothek für die Testbench deutet auf Wiederverwendung und Konsistenz in Validierung und Automatisierung hin.
  • Full‑Stack‑Berührungspunkte: Vom UI über CLI bis in Cloud‑Funktionalität reicht die Spannweite – Technikbreite ist willkommen.

Für Teams, die intern Developer Experience (DX) ausbauen, ist diese Aufstellung ein gutes Muster. R&D ist hier nicht nur Forschung im engeren Sinn, sondern auch das Aufbauen stabiler Fundamente, die anderen Teams verlässlich dienen.

Freude an Modernem – und Respekt vor Architektur

Anna betont, dass sie mit modernen Technologien arbeiten kann und das Gestalten neuer Features ebenso schätzt wie das Lösen kniffliger Probleme. Entscheidender Akzent: Architektur.

„What I really enjoy about my job is that I am fortunate to work with modern technologies. And I also like to design new features and solve other problems. I think we really need to also focus on architecture since the requirements that we have are changing a lot. So we need to be able to adapt quickly.“

Wenn Anforderungen häufig wechseln, wird Architektur zum Hebel, der Geschwindigkeit und Robustheit zusammenbringt. Was folgt daraus für Engineering‑Teams?

  • Entkopplung: Schnittstellen und Module so schneiden, dass Änderungen lokal bleiben können.
  • Evolvierbarkeit: Systeme so anlegen, dass Erweiterungen ohne Bruch möglich sind.
  • Fokus auf Klarheit: Architekturentscheidungen dokumentieren und kommunizieren – damit Teams gemeinsam konsistent adaptieren.

Annas Punkt ist im Kern ein Kulturthema: Architektur ist kein Elfenbeinturm, sondern ein Werkzeug, um in Umgebungen mit dynamischen Anforderungen lieferfähig zu bleiben.

Anpassungsfähigkeit als Daueraufgabe

„Schnell anpassen“ ist in Annas Schilderung kein Lippenbekenntnis, sondern eine tägliche Realität. Architektur schafft die strukturellen Voraussetzungen; der Rest ist Teamdisziplin und Lernbereitschaft. Gerade in Bereichen, in denen Test‑Infrastruktur, Developer‑Tools und Cloud‑Funktionalität zusammenkommen, wirken Änderungen an einer Stelle oft an anderer Stelle weiter. Wer dann über eine gut geschnittene Bibliothek verfügt, kann Komplexität kanalisieren.

Eine robuste Praxis dafür:

  • Änderungen früh sichtbar machen, etwa über kleine, abgeschlossene Schritte.
  • Abhängigkeiten minimieren und bewusst machen.
  • Entscheidungen rückbaubar halten, um Experimente zu ermöglichen.

Diese Haltung spiegelt sich auch in Annas Lernempfehlungen an Einsteigerinnen und Einsteiger.

Lerneinstieg: Tutorials, kleine Projekte, schnelle Erfolgserlebnisse

Sehr konkret und greifbar ist Annas Rat für den Start in die Softwareentwicklung: mit Tutorials beginnen und ein kleines, motivierendes Ziel wählen – ein einfaches Spiel oder eine kleine Funktion, die interessiert.

„I would recommend starting with a tutorial, for example, to follow a programming tutorial to create an easy game or any feature you’re interested in to look it up and follow a tutorial. For me, it was the best way to start.“

Warum das überzeugt:

  • Niedrige Hürde: Ein geführter Pfad macht den Einstieg planbar.
  • Sichtbarer Fortschritt: Kleine Projekte liefern schnelle Ergebnisse – das motiviert.
  • Praxis über Theorie: Der Code läuft oder er läuft nicht – unmittelbares Feedback ist ein starker Lernbooster.

Für alle, die neu beginnen oder umlernen, lässt sich daraus ein Ansatz in drei Schritten ableiten:

  1. Auswahl eines konkreten Miniprojekts, das persönlich reizt.
  2. Ein gutes Tutorial wählen und den Pfad diszipliniert gehen – inklusive Debugging und kleiner Varianten.
  3. Nach Abschluss reflektieren: Was hat funktioniert? Wo gab es Brüche? Was lässt sich verallgemeinern?

Große Features zerlegen – und wieder zusammenführen

Ein weiterer Punkt, den Anna hervorhebt, ist die Fähigkeit, große Features in kleine, verständliche und umsetzbare Aufgaben zu zerlegen – und anschließend wieder sinnvoll zu verbinden.

„It’s helpful also if you know how to split a big feature into smaller tasks. So it’s easier to implement for everybody and also to understand, but you need to be able to connect it somehow.“

Das klingt einfach, ist aber eine Kernkompetenz von Software Engineering. Zerlegung ohne Verbindung führt zu Inseln; Verbindung ohne gute Zerlegung führt zu Chaos. Die Balance gelingt durch:

  • Klare Ziele: Was ist das kleinste sinnvolle Inkrement?
  • Saubere Schnittstellen: Welche Inputs/Outputs definieren wir? Welche Verträge gelten?
  • Rückkopplung: Nach jedem Schritt prüfen, ob das Gesamtbild noch stimmt.

Diese Arbeitsweise schafft nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch gemeinsame Sprache im Team. Sie reduziert kognitive Last und sorgt für ein geteiltes Verständnis – die Basis für verlässliche Lieferung.

Technischer Abschluss als Türöffner – und als Orientierungsrahmen

Anna benennt offen, dass ihr ein technischer Hochschulabschluss geholfen hat: beim Einstieg, aber auch, um herauszufinden, was ihr liegt.

„I think it also helps to have a degree from a technical university, at least for me, then short and easier start. And also, I wasn’t sure myself what I wanted to do. And this also gave me an idea what I like the most and how to continue from that.“

Das ist keine Abwertung alternativer Wege, sondern ein persönliches Fazit. Ein Studium bietet:

  • Strukturierte Breite: Unterschiedliche Fächer, die Horizonte öffnen.
  • Zeit zum Ausprobieren: Projekte, Praktika, Wahlpflichten.
  • Fundament: Mathematische und technische Grundlagen, die später tragfähig bleiben.

Für viele, die zwischen verschiedenen technischen Pfaden schwanken, kann ein breites Studium eine kluge Investition sein – besonders, wenn es mit früher Praxis (Praktika, Werkstudententätigkeiten, Open‑Source‑Beiträge) kombiniert wird.

Ein Blick auf die tägliche Arbeit: R&D als Hebel für Developer Experience

Ohne ins Detail zu gehen, vermittelt Anna ein Bild davon, wie ihre Arbeit andere Entwicklerteams unterstützt: Bibliotheken, Testbenches, Web‑UIs, CLIs und Cloud‑Funktionalität. Diese Linie steht für Developer Experience aus der Praxis – reduziert Reibung, schafft Konsistenz und bringt Erkenntnisse aus Tests näher an die Umsetzung.

Das spiegelt sich direkt in den von ihr betonten Schwerpunkten:

  • Features bewusst entwerfen: Erst denken, dann bauen – mit Blick auf die Anschlussstellen.
  • Architektur als kontinuierliche Aufgabe: Entscheidungen regelmäßig überprüfen, wenn Anforderungen sich ändern.
  • Moderne Technologien gezielt einsetzen: Nicht wegen des Etiketts, sondern weil sie zur Aufgabe passen.

Konkrete Takeaways für Entwicklerinnen, Entwickler und Teams

Aus Annas Erzählung lassen sich praxisnahe Handlungsimpulse ableiten:

  • Starte klein, aber machbar: Ein Tutorial plus Miniprojekt ist ein exzellenter Einstieg.
  • Denke in Problemen, nicht in Sprachen: Wähle Tools nach Passung, nicht nach Mode.
  • Zerlege klug: Große Features in kleine, verständliche Schritte schneiden – und das Zusammenspiel aktiv designen.
  • Pflege Architektur: Anforderungen ändern sich; eine saubere Architektur hält das System wandlungsfähig.
  • Suche früh Praxis: Praktika und studienbegleitende Projekte verkürzen den Weg in die R&D.
  • Lerne kontinuierlich: Freude am Problemlösen ist ein Kompass – folge ihm.

Zitate, die hängen bleiben

Einige Aussagen von Anna wirken nach, weil sie Essenzielles verdichten:

„It’s not really about the language itself.“

„We need to be able to adapt quickly.“

„For me, [following a tutorial] was the best way to start.“

Diese Sätze sind nicht spektakulär – aber sie sind belastbar. Sie beschreiben die Praxis vieler Teams, die zuverlässig liefern: Werkzeuge als Mittel, Architektur als Hebel, Lernen als Routine.

Fazit: Eine Laufbahn, die aus Neugier wächst

„Anna Dziarkowska, Software Engineer bei HID Global“ zeigt eine Entwicklung, die viele inspirieren kann: vom Mathe‑ und Logikinteresse zur Freude an der Programmierung, vom breiten Studium über das Praktikum in die R&D, vom Sprachenfetisch hin zum Problemfokus, von Features zu Architektur. Sie arbeitet heute bei der HID Global GmbH an einem Stück Infrastruktur, das Entwicklerinnen und Entwicklern den Rücken stärkt – Bibliothek, Testbench‑Rückgrat, Web‑UIs, CLIs, AWS‑Funktionalität.

Was wir als DevJobs.at‑Redaktion daraus mitnehmen: Wer das Lösen von Problemen liebt, findet im Engineering eine Heimat. Wer Architektur ernst nimmt, bleibt lieferfähig – auch wenn Anforderungen sich drehen. Und wer den Einstieg pragmatisch gestaltet – mit Tutorials, kleinen Projekten, früher Praxis –, der übersetzt Neugier in Können.

Die Summe ist mehr als ein Karriereweg: Es ist eine Haltung. Probleme zuerst. Architektur als Ermöglicher. Lernen als Standard. Genau dieser Dreiklang zieht sich durch Annas Geschichte – und macht sie für Entwicklerinnen und Entwickler auf allen Erfahrungsniveaus relevant.

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