CYAN Security Group GmbH
Irena Katić, Scrum Master bei cyan Digital Security
Description
Irena Katić von cyan Digital Security gibt im Interview Einblicke in ihre Ausbildung und berufliche Laufbahn, was ihr an der Arbeit als Scrum Master im Unternehmen besonders gefällt und gibt Tipps für Neueinsteiger.
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Video Zusammenfassung
In „Irena Katić, Scrum Master bei cyan Digital Security“ schildert Speaker Irena Katić ihren Weg von der klassischen Philologie über eine PMO-Rolle in der IT zur Scrum Masterin, unterstützt durch intensives Mentoring, interne Trainings und erste kommerzielle Projekte. Heute betreut sie fünf Teams mit zweiwöchigen Iterationen—drei nach Scrum, zwei mit Kanban—übernimmt in dem kleinen Unternehmen zusätzliche Verantwortungen und hält den Überblick über Business und Teamarbeit in einer Kultur, in der „alles jedermanns Job“ ist. Angetrieben von Hilfsbereitschaft und kontinuierlicher Verbesserung betont sie People Skills und (etwas) Extroversion und rät Einsteigern zu Geduld, viel Praxis und konsequenter Fortschrittsmessung.
Vom Altphilologie-Hörsaal zum agilen Taktgeber: Irena Katić über Menschen, Praxis und fünf Teams bei cyan Digital Security
Warum uns diese DevStory bewegt
Als wir für DevJobs.at die Session „Irena Katić, Scrum Master bei cyan Digital Security“ (Speaker: Irena Katić, Company: CYAN Security Group GmbH) begleiteten, hörten wir keine typische Karriereerzählung aus der IT. Stattdessen bekamen wir eine konzentrierte Lektion darüber, wie stark Neugier, Hilfsbereitschaft und konsequentes Üben eine Laufbahn in der Tech-Welt prägen können – selbst wenn der Startpunkt weit entfernt von Code und Sprints liegt.
Irena beschreibt ihren Weg ohne Pathos und ohne Umwege: von der klassischen Philologie über eine kurze Station als Project Management Officer bis hin zur Verantwortung über fünf Teams in einem agilen Setup mit Scrum und Kanban. Was dabei konstant bleibt, sind zwei Leitmotive: Menschen und Fortschritt. „Ich like to be helpful“ – dieser einfache Satz taucht in ihrer Erzählung immer wieder auf, und er erklärt, warum sie Meetings nicht nur als Pflicht begreift, sondern als Kontaktpunkte, an denen sie Wirkung entfalten kann.
In dieser Zusammenfassung fassen wir zusammen, was uns besonders hängen blieb: wie Lernen im Team funktioniert, was „Führung durch Vorbild“ in der Praxis bedeutet, weshalb Zwei-Wochen-Iterationen Halt geben – und welche Ratschläge Irena Anfängern mitgibt, die in die agile Arbeit einsteigen wollen.
Von der klassischen Philologie zur agilen Praxis
Irena beginnt mit einem Satz, der Erwartungen bewusst bricht:
„I am not a Scrum Master by vocation. I am a classical philologist.“
Sie hat in Belgrad an der Philosophischen Fakultät abgeschlossen – in klassischer Philologie. Unterrichten? Das kam nach dem Abschluss nie wirklich. Stattdessen probierte sie sich in unterschiedlichen Jobs aus, bis sie in einem IT-Unternehmen als Project Management Officer (PMO) landete. Dort kümmerte sie sich um die finanzielle Seite von Projekten – Budgetierung, Forecasting und ähnliche Themen. Sechs Monate hielt diese Phase, dann passierte etwas Entscheidendes: Ihre Manager sahen mehr Potenzial in ihr und schlugen vor, dass sie Scrum und agile Methoden lernen solle.
Sie nahm an. Wichtig dabei: Sie lernte nicht allein. Irena betont, wie groß der Wert kollegialer Unterstützung war. Sie hatte die Chance, in einem großen IT-Unternehmen zu lernen, in dem Kolleginnen und Kollegen Zeit hatten, Wissen weiterzugeben, mit ihr zu sitzen, gemeinsam durch „viele, viele Dinge“ zu gehen. Erst interne Projekte, dann – nach und nach – der Sprung in die kommerzielle Praxis. Das erste Kundenprojekt lief gut, weitere folgten. Ohne großes Aufheben setzt sie den Punkt: So wurde sie Scrum Master.
Lernen, das in Bewegung bleibt: Mentoring, interne Projekte, erste Kunden
Hinter Irenas kurzer Erzählung lassen sich drei Erfolgsfaktoren klar erkennen:
- Mentoring und kollegiale Hilfe: Wissenstransfer im Alltag, echtes Pairing und Geduld beschleunigen Lernkurven.
- Niedrigschwellige Praxisräume: Interne Projekte bieten ein sicheres Spielfeld, um Methodenfeeling aufzubauen, ohne sofort hohen Business-Risiken ausgesetzt zu sein.
- Schrittweise Verantwortung: Von intern zu kommerziell – ein Gestaltungsbogen, der Vertrauen wachsen lässt und Feedbackzyklen erdet.
Für uns als Redaktion ist das mehr als eine Stationenliste. Es ist eine Blaupause dafür, wie Unternehmen Quereinsteiger:innen für die Praxis befähigen können: nicht durch einmalige Schulungen, sondern durch echtes, begleitendes Lernen im Projektfluss. Irena fasst das nicht aus, sie lebt es vor: vom Ausprobieren hin zum konsequenten Anwenden, bis das Rollenverständnis trägt.
Ankommen in Wien: Einstieg bei cyan Digital Security
Ein markanter Wendepunkt: Vor drei Jahren kam Irena nach Wien und begann bei cyan Digital Security zu arbeiten. Seitdem ist sie dort geblieben. Keine große Geste, sondern ein schlichtes Bekenntnis – und doch ist die Botschaft klar: Sie fühlt sich verbunden mit Produkt und Unternehmen.
„I really believe in our product… I really hope I don’t see myself leaving… anytime soon.“
Für uns zeigt sich hier, dass Zugehörigkeit in Tech nicht nur über Technik entsteht. Überzeugung für das, was man baut, und Vertrauen in die Menschen, mit denen man es baut, binden stärker als jeder Buzzword-Stapel.
Fünf Teams, zwei Methoden: So läuft der Alltag
Irena arbeitet mit fünf Teams. Drei davon setzen „klassisches Scrum“ ein, zwei arbeiten mit Kanban. Beides ordnet sie ohne Umschweife als agile Methoden ein. Iterationen laufen in zweiwöchigen Takten, die Scrum-Zeremonien sind fester Bestandteil. Und, ja: Es sind viele Meetings. Das sagt sie nüchtern, ohne Klage – und mit dem impliziten Verständnis, dass diese Termine Koordinations- und Lernräume sind.
„My day is usually a lot of meetings, unfortunately. But… I like to be helpful.“
Aus unserer Perspektive zeigt das zweierlei:
- Agil bedeutet Vielfalt im Werkzeugkasten: Unterschiedliche Teams brauchen unterschiedliche Flüsse. Kanban wirkt dort, wo Durchsatz und kontinuierlicher Fluss zählen. Scrum wiederum bietet Struktur, Rollen und definierte Events – besonders nützlich, wenn Teams in klaren Inkrementen liefern.
- Der zweiwöchige Rhythmus stiftet Halt: Ein fester Takt schafft Erwartbarkeit. Reviews, Retrospektiven und Plannings sind nicht „nur Meetings“, sondern Prozessanker, an denen Ausrichtung, Lernen und Verbesserungen sichtbar werden.
„Everything is everyone’s job“: Verantwortung im Kleinen
Irena beschreibt cyan Digital Security als kleines Unternehmen mit einer Kultur, in der „alles irgendwie jedermanns Aufgabe“ ist. Das heißt nicht Chaos, sondern geteilte Verantwortung. Ihr eigener Rollenradius geht über das klassische Scrum-Master-Profil hinaus: Sie hält den Überblick „über das Business“ und darüber, woran die Teams arbeiten.
Das spiegelt eine gelebte Pragmatik: In kleinen Organisationen sind Grenzen fließend, und genau das kann Geschwindigkeit bringen – solange Klarheit über Prioritäten besteht. Irena wirkt dabei als Klammer: Sie unterstützt, moderiert, synchronisiert – und kümmert sich um den Blick aufs Ganze.
People first: Helfen als Antrieb
Was treibt sie an? Ihre Antwort ist entwaffnend einfach: Sie mag es, hilfreich zu sein. Jede Situation, in der sie Kolleg:innen unterstützt, gibt ihr Energie. Für uns ist das der rote Faden ihrer Geschichte. Wer fünf Teams in unterschiedlichen Arbeitsmodi begleitet, findet die Wirkung selten in einem einzigen KPI. Wirkung passiert im Gespräch, im Freiräumen, im Sichern der nächsten Lernschleife.
„I am a people person.“
Irena betont, wie sehr sie das Arbeiten mit Menschen liebt – besonders bei cyan: ein global gemischtes Team, in dem jede und jeder ihren/seinen Teil beiträgt, und am Ende entsteht ein gutes Produkt. Dieses Bild ist schlicht, aber stark: Viele unterschiedliche Beiträge ergeben ein Ganzes, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Führung durch Vorbild und stetes Verbessern
„Lead by example“ – für Irena kein Spruch, sondern Haltung. Sie strebt kontinuierliche Verbesserung an: persönlich, im Team, im Unternehmen, im Produkt. Kein großer Masterplan, der in einem Wurf alles ändert, sondern stetige, kleine Schritte.
„Rome wasn’t built in a day… It’s always moving a little bit, in order to improve.“
Für uns ist das der Kern agiler Führungsarbeit. Ein Scrum Master ist nicht die Person mit allen Antworten, sondern die Person, die die nächste gute Frage stellt, Barrieren beseitigt, Lernräume schützt – und konsequent die Messlatte für Verhalten setzt: pünktlich, vorbereitet, respektvoll, lernbereit. Dieser Stil wirkt ansteckend.
Zwei klare Botschaften für Einsteiger:innen
Am Schluss richtet Irena ihr Wort explizit an Beginner. Zwei Botschaften bleiben haften:
- Wenn du Menschen nicht magst, ist dieser Job nichts für dich. Sie formuliert es deutlich: Ohne Energiegewinn durch Zusammenarbeit – „run away“. Ein Stück Extrovertiertheit hilft.
- Üben, üben, üben. „Practice, practice, practice.“ Fortschritt braucht Zeit. Das Entscheidende: den eigenen Fortschritt beobachten. Wenn es nach vorne geht, bist du auf dem richtigen Weg.
„Take your time, monitor your progress. And if you are improving, you’re on a good track.“
Diese Sätze sind nicht spektakulär – aber sie treffen den Punkt. Wer Tempo will, braucht Takt. Wer Takt will, braucht Geduld. Und wer Geduld haben will, braucht sichtbare, kleine Erfolge auf dem Weg.
Praktischer Leitfaden: Was wir aus Irenas Weg ableiten
Ohne den Rahmen des Gesagten zu verlassen, lassen sich aus Irenas Erzählung konkrete Schritte destillieren – nützlich für alle, die in agilen Rollen ankommen oder Teams besser unterstützen wollen.
1) Suche dir ein Lernumfeld, das Zeit zulässt
- Mentoring aktiv einfordern: „Mit jemandem sitzen“ und Themen gemeinsam durchgehen, schlägt jede Solo-Lernnacht.
- Interne Projekte als Trainingsfeld nutzen: echte Aufgaben, echter Kontext, handhabbares Risiko.
2) Baue Routinen, nicht Rituale
- Zwei-Wochen-Iterationen geben Takt und Vergleichbarkeit. Bleib konsequent bei Reviews, Retros und Planning – als Lernformate, nicht als Pflichttermine.
- Metriken sind Hilfen, Menschen sind zentral: Folge Irenas Kompass „hilfreich sein“ und richte deine Arbeit daran aus, was dem Team die nächste Hürde nimmt.
3) Wähle Methode nach Bedarf, nicht nach Etikett
- Scrum, wenn Struktur und Rollen Orientierung geben sollen.
- Kanban, wenn kontinuierlicher Fluss und Durchsatz im Vordergrund stehen.
- Mischformen entstehen oft natürlich – wichtig ist, dass jedes Team bewusst seinen Arbeitsfluss versteht.
4) Führe durch Vorbild
- Vorbereitung, Fokus, Respekt im Meeting – das überträgt sich.
- Zeige, wie man Feedback einholt, Fortschritt sichtbar macht und kleine Verbesserungen kontinuierlich bringt.
5) Fortschritt beobachten, nicht erzwingen
- Persönliche und Team-Reflexion verankern: Was lief besser? Was war hinderlich? Was probieren wir als Nächstes?
- Den eigenen Weg wertschätzen: Quereinstieg ist kein Mangel, sondern ein Erfahrungsplus.
Was Tech-Teams aus dieser Geschichte lernen können
Aus Irenas Geschichte sprechen drei Lektionen für Organisationen, die agil ernst nehmen:
- Förderung statt Forderung: Ein Klima, in dem Kolleg:innen Zeit zum Erklären haben, erzeugt beschleunigtes Lernen – und Bindung. Irena wurde nicht in eine Rolle „gedrückt“, sondern in sie begleitet.
- Kleine Firmen, große Wirkung: „Everything is everyone’s job“ funktioniert, wenn Menschen die Produktvision teilen und Transparenz über Arbeit und Prioritäten besteht. Dann wird Verantwortlichkeit zur Teamdisziplin.
- Vielfalt der Wege: Nicht jede Scrum Masterin kommt aus der Informatik. Entscheidend sind Menschenkompetenz, Lernbereitschaft und der Wille, Verbesserungen in kleinen Schritten zu sichern.
Zitate, die bleiben
Einige ihrer Aussagen sind kurz – und genau deshalb merkfähig:
„I am not a Scrum Master by vocation. I am a classical philologist.“
„My managers recognized that maybe I could do more… they suggested I learn Scrum and Agile.“
„I had a huge help from all my other colleagues… to go through many, many stuff.“
„With three [teams] I do classical Scrum, with two of them it’s Kanban… it’s going on pretty well.“
„My day is usually a lot of meetings… But… I like to be helpful.“
„I am a people person.“
„We are nurturing that attitude that everything is everyone’s job.“
„Take your time, monitor your progress. And if you are improving, you’re on a good track.“
Ein realistisches Berufsbild: Was ein Scrum Master wirklich tut
Irena zeichnet kein romantisches Berufsbild. Viele Meetings, viel Synchronisation, viel Moderation – das gehört dazu. Doch gerade darin entfaltet sich die Wirkung: Als Scrum Masterin ist sie Katalysatorin, die Arbeit sichtbar macht, Gespräche strukturiert, Blockaden adressiert und das Team auf einen gemeinsamen Takt einschwört. In kleinen Unternehmen werden diese Tätigkeiten zwangsläufig breiter – inklusive Blick auf das Business und die Ausrichtung der Teams.
Wer diesen Weg gehen möchte, sollte Irenas Warnung ernst nehmen: Ohne Freude an Menschen wird die Rolle zur Last. Mit Freude an Menschen allerdings wird sie zur Hebelrolle – eine, die Organisationen und Produkte nachhaltig prägt.
Für Einsteiger:innen: Ein möglicher erster Sprint
Zum Schluss schlagen wir – auf Basis von Irenas Erzählung – einen kompakten ersten Sprintplan vor, der sich für Neulinge bewährt:
- Woche 1–2: Eine Mentorin oder einen Mentor finden; an täglichen Meetings teilnehmen und aktiv Notizen/Fragen sammeln.
- Woche 3–4: Eine interne Aufgabe moderieren (z. B. eine Retrospektive); ein kleines Verbesserungsexperiment definieren.
- Woche 5–6: Ein Mini-Kanban-Board für ein Team pflegen oder beim Sprint Planning co-moderieren; Fortschritt explizit messen (vorher/nachher).
- Woche 7–8: Ein Review strukturieren; Lernerkenntnisse zusammentragen und nächsten Schritt festlegen.
Zentral ist nicht, wie groß das Ergebnis ist, sondern dass sich Fortschritt beobachten lässt – genau wie Irena rät.
Fazit: Eine Laufbahn, die Mut macht
Die DevStory „Irena Katić, Scrum Master bei cyan Digital Security“ (CYAN Security Group GmbH) ist eine Einladung, Wege neu zu denken. Sie zeigt, wie weit man mit Menschenfokus, Lernbereitschaft und konsequenten Iterationen kommt. Irena bewegt sich über fachliche Grenzen hinweg, weil sie eine Konstante pflegt: hilfreich sein und Verbesserungen ermöglichen.
Wer in agilen Rollen ankommen will, kann von ihr drei Dinge mitnehmen:
1) Suche das Umfeld, das Lernen zulässt.
2) Führe durch Vorbild in kleinen, stetigen Schritten.
3) Messe dich nicht an Perfektion, sondern an sichtbarem Fortschritt.
Wir gehen aus dieser Session mit einem klaren Bild: Agilität ist kein Etikett, sondern eine Praxis – und sie beginnt dort, wo jemand den Mut hat, dran zu bleiben, anderen zu helfen und den nächsten kleinen Schritt zu gehen.
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