Aufbau eines Tech-Startup-Teams von Grund auf

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Der Aufbau eines Start-Ups; respektive eines neuen Produktes kostet viel Zeit, Energie und Ressourcen. Die meisten Start-Ups müssen effizient mit ihrem Budget umgehen und das nutzen, was sie haben. Jede Entscheidung, die von den Gründern getroffen wird, hat einen direkten Einfluss darauf, ob es das Unternehmen nächsten Monat noch gibt bzw. wie erfolgreich das Produkt sein wird.

Wenn möglich, solltest du deine Teammitglieder nach Bedarf aufnehmen. Einer der größten Fehler, den du machen kannst, ist die Einstellung von Personen mit ähnlichen Fähigkeiten, nur weil sie zu deinem engeren Bekanntenkreis gehören.

Folge dieser Anleitung, um dein Tech-Startup-Team optimal mit den richtigen Mitgliedern zu besetzen.

Die Basis

Operations und Sales

Dabei handelt es sich eher um eine Mitgründer-Rolle, muss aber nicht obligatorisch so sein. Diese Rolle hält alles am Laufen und taucht tief in die Materie ein, um herauszufinden wer der Kunde ist und wie man diesen am besten erreicht. Sie pitchen, vernetzen und repräsentieren das Startup.

Diese Funktion muss mit großer Leidenschaft bei der Sache sein und für die Idee brennen. Sie muss einen Unternehmergeist besitzen und bereit sein, auch gegebenenfalls All-In zu gehen. 

Die besten Locations um diese Leute anzutreffen, sind Startup-Communities in deiner Stadt. Gehe zu Events, besuche Foren oder suche in deinem persönlichen Netzwerk nach ihnen.

Bei weiterem Wachstum solltest du jedoch die Rolle auf zwei Mitarbeiter aufteilen: Einer sollte sich auch aus der operativen Perspektive auf das Geschäft konzentrieren und einer sollte sich aus einer Wachstumsperspektive auf das Geschäft fokussieren.

Technologie-Lead

Diese Rolle wird oft von einem Co-Founder übernommen. Falls du ohne einem Technik-Lead im Technologiebereich gründest, musst du so schnell wie möglich jemanden finden.

Diese Person konzentriert sich darauf, wie das Produkt am Ende aussehen muss und wie es dorthin gelangt. Der Technologie-Lead verantwortet die Produkt-Roadmap, bildet ein fähiges Team, welches das Produkt ideal unterstützt und arbeitet maßgebend am Produkt mit. Je mehr Entwicklungs- und Tech-Skills diese Person hat, desto besser. Du willst daher einen Visionär mit großer Umsetzungsstärke.

Die Grauzone

Design & UX

Die Welt der hässlichen Technologien liegt weit hinter uns. Im Jahr 2019 müssen Produkte sowohl funktional als auch sexy sein. Ein Designer ist unentbehrlich, um herauszufinden, was Produkte aus einem psychologischen Aspekt erfolgreich machen. Dieses Wissen ist essenziell um Produkte so benutzerfreundlich wie möglich zu machen.

Diese Rolle kann schnell als überflüssig und sogar als „spaßig“  betrachtet werden. Gründer müssen jedoch kostspielige Fehler, gerade in der Produktentwicklung von Anfang an vermeiden. Du kannst vielleicht noch in der frühen Phase  die ersten Entwicklungsschritte ohne Designer meistern, doch je schneller du einen im Team hast, desto besser.

Wenn möglich, rekrutiere jemanden, der bereits mit Erfahrung in deiner Nische glänzt. Wenn nicht, schränke dich auf die spezielle Art von Design und UX-Elemente ein, die du für dein Business benötigst.

Full-Stack Entwickler

Wenn du ein Technologieunternehmen startest, möchtest du einen Entwickler, welche die meisten Aufgaben selbst umsetzen kann. Das widerspricht zwar der HR-Faustregel, die darin besteht, spezifische Talente für bestimmte Rollen einzustellen, wenn es sich aber um ein bootstrapped-Startup handelt, dann willst du auf jeden Fall einen Full-Stack-Entwickler, der sowohl Ahnung von Front-End, als auch Back-End hat.

Arbeitest du an einer mobilen Applikation, suche dir einen Entwickler, der sowohl Android als auch iOS beherrscht. Hast du genügend Zeit, um so einen Universal-Entwickler zu finden und zu rekrutieren, erspart es dir langfristig ein zusätzliches Gehalt und stundenlange Kopfschmerzen.

Oft kannst du einen Tech-Mitgründer finden (oder selbst einer sein), der genug über das Coden weiß, um das Projekt zu stemmen. Wenn du die Fähigkeiten deines Tech-Leads mit einem Designer kombinierst, kannst du ziemlich schnell weit kommen, ohne einen zusätzlichen Entwickler einstellen zu müssen.

Für Zukunftsdenker

Marketing-Spezialist

Marketing ist immer eine schwierige Funktion. Ein Produkt kann problemlos gebaut werden, ohne dass ein Marketer seine Hände darauf gelegt hat. Das Problem ist nur, dass sich die meisten Produkte nicht verkaufen, egal wie großartig sie sind.

Schau dir die Zielgruppe deines Produktes, die Kosten für die Kundenakquisition und die Customer Journey selbst genauer an, bevor du ein Marketing-Team zusammen stellst. Das Geld ist schneller aus dem Fenster geworfen, als du denkst. Jedoch ist eine einzelne Person, die die gesamte Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Content erledigt, durchaus ein Gehalt wert.

Produktmanager

Produktmanager spielen eine wichtige Rolle: Diese unterstützen den CTO bzw. Technologie-Lead, damit sich dieser auf das Gesamtbild, das „Big Picture“ konzentrieren kann. Produktmanager sind nicht nur eine gute Möglichkeit, um organisiert und effektiv zu bleiben, sondern auch um deine Produkte bis aufs Letzte zu optimieren.

Zu Beginn kommst du sicher noch ohne diese Rolle aus. Produktmanager arbeiten wie Mini-CTO´s oft nur für eine bestimmte Produktlinie. Bevor du diese Rolle besetzt, wird das Produktmanagement bei einer One-Product-Organisation vom Tech-Lead, Designer und vom Entwickler erfüllt.

Kundenservice

Abhängig von deinem Zielmarkt und deinen Kunden benötigst du möglicherweise nie einen Kundendienstmitarbeiter. Für sehr interaktive Kundenbeziehungen bleibt der Operator während des Kaufzyklus der primäre Ansprechpartner für Fragen.

Hast du jedoch einen sehr schnellen Kaufzyklus, wird dir ein Kundendienstmitarbeiter helfen, die täglichen Mails und Anfragen zu bearbeiten. Diese Rolle ist leicht zu besetzen und erfordert eine geringere Spezialisierung. Mit dieser Unterstützung, kann sich das Unternehmen wieder besser auf die Akquise von Neukunden und die Betreuung von Bestandskunden konzentrieren.

Human Relations

Die großen schwammigen Buchstaben: „HR“. Das HR-Management kann zu Beginn von einem internen Operations-Manager verwaltet werden. Allerdings ist die Linie sehr dünn und kann schnell überquert werden. An einem Tag erscheinen die Aufgaben noch sehr überschaubar, an einem anderen Tag verlierst du bereits komplett die Kontrolle. Ein starker HR-Manager ist im Startup-Bereich ein eher seltener Fund. Versuche dich mit HR-Managern in Verbindung zu setzen, die bereits in der Startup-Community aktiv sind. Sind diese nämlich bereits an der Startup-Szene interessiert, sind sie vielleicht auch bereit, den Sprung in ein Neues zu wagen.

Ein erfolgreiches Team aufbauen

Egal ob du für alle Rollen oder nur für wenige Ausgewählte rekrutierst. Du musst Kollegen finden, die zu deinem Team passen. Dabei geht es nicht nur um Hard Facts, sondern, wie du weißt, besonders um Soft Facts. Die Arbeit in einem Startup unterscheidet sich maßgebend von einem regulären Job in einem etablierten Corporate. Suche unabhängig von der Jobbezeichnung nach jemanden, der bereit ist für Herausforderungen, der mit allen Teammitgliedern zusammenarbeiten kann und alles tut, um die Aufgaben zu erfüllen.