Logo hilarion 5

hilarion 5

Digitale Agentur

NFTs are dead. Long live NFTs!

Description

Daniel Kreiseder von hilarion 5 gibt in seinem devjobs.at TechTalk Einblicke in die Welt der NFTs und zeigt warum vielleicht mehr dahintersteckt als Hype.

Beim Videoaufruf stimmst Du der Datenübermittlung an YouTube und der Datenschutzerklärung zu.

Video Zusammenfassung

In "NFTs are dead. Long live NFTs!" erläutert Daniel Kreiseder die technischen Grundlagen von NFTs: ERC‑721 auf der Blockchain, Smart Contracts in Solidity mit OpenZeppelin, der Unterschied zwischen Minting und Transfer sowie Metadaten/Attribute und dezentrale Asset‑Speicherung via IPFS, unterstützt durch eine kurze Contract‑Demo samt QR‑Duplo‑Beispiel. Anschließend ordnet er den Markteinbruch auf OpenSea ein und zeigt belastbare Anwendungsfälle in Social/ENS, Fashion & Loyalty, Musik, Sport/Gaming und besonders fälschungssicherem Ticketing. Der Talk gibt Entwicklerinnen und Entwicklern klare Leitplanken, wie man NFTs sicher implementiert und speichert und wo sich heute sinnvolle Web3‑Features in Produkten pilotieren lassen.

NFTs sind tot? Es lebe das NFT: Ein technischer Deep-Dive und echte Anwendungsfälle aus „NFTs are dead. Long live NFTs!“ von Daniel Kreiseder (hilarion 5)

Worum es in diesem Talk wirklich ging

„Ist das was Gescheites – oder ist das nix?“ Mit dieser schnörkellosen Frage stieg Daniel Kreiseder von hilarion 5 in seinen Tech-Talk „NFTs are dead. Long live NFTs!“ ein. Wir bei DevJobs.at haben mitgeschrieben – mit dem Fokus auf die technische Substanz, die Architekturentscheidungen und die konkreten Lektionen, die sich für Engineering-Teams ableiten lassen.

Die Kurzfassung: Der Hype ist abgeflaut, Ramsch fliegt raus – aber die Technologie bleibt. Und sie setzt dort an, wo Dezentralität, Fälschungssicherheit, programmierbare Eigentumsrechte und plattformübergreifende Interoperabilität echten Mehrwert liefern.

Technische Fundamente: Was ein NFT ist – und was nicht

Daniel Kreiseder definiert es knapp: NFT steht für „Non-Fungible Token“ – eine digitale, eindeutige Repräsentation von „irgendwas“. Anders als fungible Einheiten wie Euro, Bitcoin oder Ether ist jedes NFT einzigartig und nicht 1:1 austauschbar.

  • Die Basis ist eine Blockchain: Viele, dezentral verbundene Rechner (Nodes) halten eine gemeinsame, unveränderliche Kette von Datenblöcken. Auf dieser Kette liegen auch die Einträge zu Bitcoin, Ether – und NFTs.
  • Der Standard ist ERC‑721: „Ein NFT ist ein Token nach dem Standard ERC 721.“ Das Protokoll beschreibt, wie ein nicht-fungibler Token technisch aufgebaut ist und wie er sich über Smart Contracts verwalten lässt.
  • Die Sprache ist Solidity: Smart Contracts werden in Solidity geschrieben und auf die Ziel-Blockchain deployt. Sie bilden die logische Grundlage, um NFTs zu erzeugen (minten), zu halten und zu transferieren.

Wichtig: „Minten heißt NFT erstellen.“ Kreiseder weist darauf hin, dass der Begriff in der Praxis häufig unsauber benutzt wird. Ein Sekundärkauf ist eben kein Mint, sondern ein Transfer. Das ist mehr als Wortklauberei – denn für On-Chain-Nachvollziehbarkeit, Urheberschaft und Rechte-Ketten spielt es eine zentrale Rolle, ob ein Token frisch aus dem Contract kommt oder bereits im Umlauf war.

Smart Contracts in der Praxis: Minimalismus, Standards, Sicherheit

Der Talk zeigte einen einfachen Contract-Ansatz: wenige Methoden, darunter eine mintNFT-Funktion, die Empfängeradresse und Parameter entgegennimmt. Entscheidende Empfehlung: „OpenZeppelin“ nutzen. Dabei handelt es sich um erprobte Bibliotheken und Best Practices – inklusive sicherer Implementierungen und wiederverwendbarer Patterns.

Warum das zählt:

  • Im NFT-Umfeld geht es oft um Geld. Jede Schwachstelle ist potenziell ein Einfallstor für Diebstahl.
  • Mit OpenZeppelin-Contracts, Countern für fortlaufende Token-IDs und bewährten Bausteinen reduziert sich das Risiko. „Wenn man das hernimmt, macht man nie etwas falsch.“

Als Engineers nehmen wir mit: Der Contract selbst muss nicht komplex sein. Die Kunst liegt in der Robustheit, in klarer Verantwortlichkeit der Methoden, sauberem State-Handling und in der Absicherung gegen Missbrauch.

On-Chain-Identität eines Tokens: Contract, TokenID, Minter

Jeder gemintete Token referenziert den Contract, aus dem er stammt. Der Contract ist öffentlich einsehbar – über Blockchain-Explorer. Das ist nicht bloß Bequemlichkeit:

  • Herkunft: Die Contract-Adresse ist die Quelle der Wahrheit. An ihr erkennt man die Echtheit einer Kollektion.
  • Minter: Wer hat den Token erstellt? Die On-Chain-Historie ist transparent. Das schützt gegen Fälschungen und unautorisierte Kopien.
  • Token-ID: Fortlaufende IDs – der zweite, dritte, vierte Token in einer Serie – machen Kollektionen konsistent nachvollziehbar.

Für Produktteams bedeutet das: Verifizierung über offizielle Contract-Adressen ist nicht optional. Jede Plattformintegration, die NFTs anzeigt oder verarbeitet, sollte diese Eckpunkte prominent validieren und darstellen.

Metadata-Design: JSON, Attribute, Medien und das Qualitätskriterium IPFS

Neben der On-Chain-Identität gehört zu jedem NFT eine Off-Chain-Metadatei (JSON), die vom Token referenziert wird. Sie folgt einem etablierten Metadaten-Standard und enthält:

  • Name und Beschreibung
  • Attribute als Liste von Merkmalen (zum Beispiel trait_type und deren Werte)
  • Verweis auf Medien (typisch unter image)

Kreiseder zeigte ein internes Demo-Projekt: Eine Duplo-Rakete, jedes Bauteil mit QR-Code. Wer scannt, kann sich den dazugehörigen NFT minten. Das Bild des NFTs zeigt die Rakete mitsamt „Pilot“ – einer Katze – und listet Attribute wie Hintergrundfarbe (z. B. „Black“) und seltene Merkmale (z. B. „Star-Eyed Cat“). Wichtig: „Das Projekt ist alles nix wert“ – der Punkt ist nicht Spekulation, sondern das Format: So arbeiten Attribute und Darstellung zusammen, und Plattformen können diese Merkmalslisten automatisch visualisieren.

Zentrales Detail im JSON ist die Medien-URL. Hier kommt die Unterscheidung zwischen zentralen und dezentralen Ressourcen ins Spiel:

  • IPFS als verteiltes Dateisystem ist dezentral und damit robust gegenüber Ausfällen einzelner Server.
  • Ein https://... auf einem proprietären Webserver ist anfällig: „Drehen den Webserver ab, habe ich ein Problem.“

Kreiseder bewertet IPFS-Verweise als Qualitätsmerkmal. Das sollten Teams ernst nehmen: Für langfristige Verfügbarkeit, Verifizierbarkeit und Glaubwürdigkeit ist dezentrale Medienablage essentiell.

Der Hype, die JPEGs – und die Realität im Markt

Ja, die ikonischen Beispiele sind da: Bored Apes, CryptoPunks, Beeples „Everydays“-Collage (69,3 Mio. Dollar). Sie haben „viel viel Geld gemacht“ – getrieben von einem massiven Hype. Aber die Marktdaten zeigen eine Zäsur:

  • OpenSea als Leitmarktplatz: Im Sekundärhandel ist „heute OpenSea“ die zentrale Plattform.
  • Statistiken aus den letzten Monaten: „Das NFT-Handelsvolumen auf OpenSea stürzt um 99% ab.“ Aktive Nutzer gehen stark zurück. Transaktionen sinken ebenfalls.
  • Passiert ist mehreres zugleich: Weniger Geld pro NFT, fallende Kryptokurse (Ether war vor einigen Monaten mehr wert als heute), Angebot und Nachfrage gleichen sich an.

Kreiseder schaute selbst in OpenSea rein: „Ramsch, zugemüllt, das ist alles nichts wert.“ Rechte-Maustaste‑Speichern und unter neuem Contract wieder hochladen – solche Fälle gibt es. Als Analogie dient die „Goldgräberstadt“: der Boom ist vorbei, die Straßen leerer.

Für Engineering- und Produktteams ist das keine schlechte Nachricht. Es hebt die Messlatte: Projekte brauchen echte Utility, solide Technik und nachweisbaren Nutzen – nicht nur Bildchen und Buzzwords.

Nicht tot: Social-Media-Integrationen und Authentizitätssignale

Der Talk zeigt deutlich: Große Plattformen öffnen sich – wenn auch tastend – für verifizierte, nutzernahe NFT-Funktionen.

  • Twitter Blue: Wer zahlt, kann ein NFT als Profilbild nutzen. Das Icon wird sechseckig gerendert und verlinkt auf On-Chain-Infos – inklusive Traits aus dem NFT-Metadatenmodell.
  • Instagram und Facebook: „Wir machen das jetzt auch“ – Collectibles-Upload und Anzeige werden ausgerollt, teils gestaffelt nach Ländern. Zeitpunkt und Verfügbarkeit variieren.

Das ist technisch relevant: Signale der Echtheit (Hexagon-Avatar, verifizierte Contract-Quelle) schaffen UX-Muster. Für Frontends, Wallet-Integrationen und Identity-Flows bedeutet das: Nutzerführung und Validation-Logik orientieren sich zunehmend an solchen Standards.

ENS: Adressen, die Menschen verstehen

ENS – der Ethereum Name Service – funktioniert wie DNS für Web3: Aus langen, schwer merkbaren Wallet-Adressen werden sprechende Namen. Kreiseder betont den praktischen Nutzen: Wer einen NFT übertragen will, tauscht lieber einen Namen als eine Hex-Adresse.

Bemerkenswert: ENS-Registrierungen steigen „nach wie vor“ – mit einem Balken, der schon Mitte des Monats außergewöhnlich hoch war. Für Entwickler ist das eine klare Richtung: ENS-Resolution gehört in Wallet- und DApp-Flows als Erstbürger. Es reduziert Fehler, verbessert UX und verankert Identität im Protokoll selbst.

Fashion: Fälschungsschutz, digitale Zwillinge und Metaverse-Commerce

Die Modebranche leidet unter Fälschungen. Genau hier bieten NFTs einen Hebel – als digitale Echtheitszertifikate und als Brücke ins Virtuelle:

  • Roblox/Nike: „Nike Land“ – Shop, Items, Gamification („wenn du Leiberl, Turnschuh und Hose hast, bekommst du einen Hut“). Nützliche Mechaniken, die digitale Identität, Sammeln und Gameplay verbinden.
  • Gucci Town und Louis Vuitton: Ein eigenes NFT-Spiel von Louis Vuitton, bei dem man „spazieren gehen“ und verdienen kann.
  • RTFKT: Digitale Sneaker wurden als NFTs verkauft. „Nike hat gesagt, das ist cool, die kaufen wir auf. Jetzt gehört das Nike.“
  • Adidas: Ebenfalls aktiv im digitalen Collectibles-Segment.
  • Dolce & Gabbana: Ein „Glasanzug“ – NFT plus physisches Kleidungsstück – wurde zum sechsstelligen Betrag verkauft.
  • Philipp Plein: Früh mit Bitcoin/Ether-Zahlungen; Shop im Metaverse; digitaler Teil bei der Fashion Week.

Muster dahinter: „Ich kaufe mir einen Schuh und bekomme einen NFT dazu. Oder ich kaufe mir einen NFT und bekomme einen Schuh dazu.“ Technisch betrachtet heißt das: Ownership-Token als Scharnier zwischen physischer Lieferkette, digitalem Zwilling und Nutzung in virtuellen Welten.

Kundenbindung: Von Clinique bis Burger King und Starbucks

Kreiseder listet mehrere Beispiele, wie Marken NFTs für Loyalty und Kampagnen einsetzen:

  • Clinique: Verlosung von drei exklusiven NFTs. Gewinn: „Digital Ambassador“, ein Jahr Gratisartikel. Teilnahme via Social-Sharing.
  • Burger King: QR-Codes auf Boxen. Scannen, NFT minten, sammeln – ähnlich einem digitalen Sammelalbum; Komplettieren schaltet Sonder-NFTs frei.
  • Starbucks: „Investieren stark in NFTs“ – Details folgen. Spannend, weil Starbucks bereits eines der größten Loyalty-Programme betreibt.
  • AMC Theatres: Zum Start eines Spider‑Man‑Films erhielten Besucher die Möglichkeit, mit ihrem Ticket ein Spider‑Man‑NFT zu minten. Ergebnis: volle Kinosäle bei AMC, weniger volle anderswo.

Für Entwickler heißt das: QR-to-mint-Flows, Token-Gating, Utilities, die off‑chain Leistungen definieren, und On‑Chain‑Nachvollziehbarkeit für Kampagnen – all das wird Produktionsalltag.

Musik: Releases, Sammlungen und Chartrelevanz

In der Musikbranche gibt es „eigene Plattenlabels“, die Musik mit NFTs verkaufen. Genannt wurden:

  • Snoop Dogg: Neues Album „auch mit NFTs“ verkauft – Bild plus Audio.
  • Muse: Neues Album; Tausende NFTs aufgelegt, rasch ausverkauft; Sekundärhandel um „270 Euro“ pro Track (Beispiel aus dem Moment der Beobachtung).

Ein bemerkenswerter Punkt: „Die UK-Albumcharts zählen NFT-Verkäufe mit.“ Das verankert das Format im etablierten Metriksystem. Kreiseder ergänzt eine pragmatische Produktidee: Beim Weiterverkauf prozentual mitverdienen – eine Art Royalty‑Mechanik – „macht die Sache interessant“. Technisch braucht es dazu Contract‑Logik, Sekundärmarkt‑Kompatibilität und klare Metadatenpolitik.

Sport: Von Barca-Utilities über Panini-Ästhetik bis FIFA Plus Collect

Selten wurde deutlicher, wie unterschiedlich „Utility“ aussehen kann:

  • FC Barcelona: Fünf NFTs, jeweils mit kuratierten Videos (z. B. Johan Cruyff) und klaren Zusatznutzen („Utilities“): Meet‑&‑Greet, Besuch der Nachwuchsakademie, mehrere Jahre Essen/Trinken, ein Match am Camp Nou, symbolische Aufgaben beim Anpfiff, „einer von fünf Barca Digital Ambassadors“. Das erste NFT wurde für „693.000 Euro“ versteigert (abzüglich Auktionsgebühren).
  • FC Bayern München Basketball: Digitales Panini‑Album – Packs mit 5 Bildern, das 6. gratis; teurere Packs mit garantierter Seltenheit; Komplettsätze schalten Utilities frei (z. B. Treffen mit der Mannschaft). Ähnliche Ansätze bei der deutschen Nationalmannschaft und dem VfL Wolfsburg.
  • Formel 1: Viele neue, teils unbekannte Sponsoren – oft aus dem Kryptobereich – legen gemeinsam mit den Rennställen NFT‑Serien auf. Für den Las‑Vegas‑Grand‑Prix wurden Trademarks für Krypto/NFT‑Themen eingereicht; Details offen.
  • Binance Fan Tokens: „Wie eine Währung“ – Fan‑Engagement‑Mechanik, aus Sicht des Fans sinnvoll, sonst „ein bisschen Ramsch“.
  • Lazio Rom: Tickets mit QR‑Code, der NFTs einlöst – Start eines digitalen Panini‑Albums im Vereinskontext.
  • FIFA Plus Collect: Angekündigte Kollektion zu „magischen Momenten“ der Weltmeisterschaft – „für jedermann“, „ganz billig“ (mit Vorsicht zu genießen, betont der Speaker ironisch mit Blick auf realweltliche Knappheiten).

Das Spektrum reicht also von High‑End‑Auktionen mit exklusiven Erlebnissen bis hin zu massentauglichen Sammlungen – technisch getragen von einfachen Mint‑/Transfer‑Flows und Zusatzlogik für Utilities.

Gaming: Play-to-Own, Digital Collectibles – und das Wording-Problem

„Gaming ist eigentlich aufgelegt“, sagt Kreiseder – denn Items, Ausrüstung, Fortschritt: Das alles passt zu nicht-fungiblen, handelbaren Gütern. Gleichzeitig ist der Begriff „NFT“ inzwischen „ein wenig verpönt“. Manche Projekte nutzen NFTs, sagen es aber nicht – sie sprechen von „Digital Collectibles“. Umgekehrt labeln andere Produkte als NFT, ohne es technisch zu sein.

Genannte Beispiele:

  • Axie Infinity: NFT‑Spiel mit „Pay to earn“-Mechanik; historisch hohe Einstiegshürden (Kauf mehrerer NFTs, früher ca. 600 Euro, heutiger Stand nicht weiter vertieft).
  • Roblox: Grenzbereich zwischen Metaverse und Spiel; Integrationsfläche für Markenwelten (Nike Land).
  • Sorare: „Own your game“ – für Fußball, Baseball, American Football; Kader als NFTs zusammenstellen, Ligen spielen. „Gestern“ wurde die NBA für die neue Saison angekündigt.

Für Teams, die hier bauen, gilt: Wallet‑UX, Onboarding ohne Kryptochokepoints, klare Semantik (NFT vs. Collectible) und Betrugsprävention im Sekundärmarkt sind erfolgskritisch.

Tickets: Fälschungssicherheit und Sekundärmarkt-Transparenz

Tickets sind prädestiniert für manipulationssichere Ownership-Token:

  • Champions-League-Finale in Paris: Anstoß mehrfach verschoben – massenhafte Fälschungen. Ein reales Problem, das NFT‑Tickets direkt adressieren können.
  • Paris 2024: „Stark am Überlegen“, NFT‑Tickets für die Olympischen Spiele zu nutzen – wegen Fälschungssicherheit und Nachvollziehbarkeit.
  • Coachella: NFTs geben „Lifetime Access“ – hochpreisig, aber klarer Nutzenfall.
  • Krypto-Events: „Ohne NFT‑Ticket geht heute fast gar nicht mehr.“
  • Ticketmaster: Bewegt sich in Richtung NFT – konkurriert mit spezialisierten Startups wie „Getprotokoll“ und „Avid“.

Die technische Erzählung ist stringent: On‑Chain‑Ticketing reduziert Betrug, ermöglicht kontrollierte Sekundärmärkte und schafft einfache Prüfpfade (Rückführung auf den Contract) – mit Utility Hooks für Einlass, Goodies und mehr.

Engineering-Learnings: Muster, Tools und Entscheidungen

Aus dem Talk lassen sich klare Handlungsfelder für Entwicklerinnen und Entwickler ableiten:

1) Standards nutzen – und zwar konsequent

  • ERC‑721 als Basisschicht für nicht-fungible Token.
  • OpenZeppelin als Fundament für Sicherheit, Wiederverwendbarkeit und geprüfte Implementierungen.

2) Semantik ernst nehmen: Mint, Transfer, Airdrop

  • „Minten heißt NFT erstellen.“
  • Sekundärkäufe sind Transfers; Airdrops sind Transfers vom Projekt an Nutzer – kein Mint.
  • Diese Unterscheidungen erleichtern Debugging, Analytics und Nutzerkommunikation.

3) Datenaufteilung: On‑Chain knausern, Off‑Chain robust

  • Metadaten als JSON mit definierten Feldern (Name, Beschreibung, Attribute, Medien).
  • Medien-Verweise auf IPFS sind ein Qualitätsmerkmal; zentrale HTTPS‑Links sind ein Risiko.

4) Nachvollziehbarkeit: Contract-Quelle, Minter, Token-ID

  • Explorers in die UX integrieren; „offizieller Contract“ als Trust-Anker.
  • Für Sekundärmarkt-Funktionen: Validierung der Contract-Adresse statt rein visueller Signale.

5) Utility designen – nicht nur Bilddateien

  • Beispiele reichen von Meet‑&‑Greets (Barca) bis QR‑basierten Sammelmechaniken (Burger King) und Lifetime‑Zugängen (Coachella).
  • Utility ist die Antwort auf die „Ramsch“-Kritik. Ohne Zusatznutzen verliert ein NFT schnell seine Daseinsberechtigung.

6) Identität integrieren: ENS als UX‑Abkürzung

  • ENS‑Namen vereinfachen Transfers massiv.
  • Für Wallet‑Flows und Social‑Graph‑Integrationen (Twitter‑Hexagon, Instagram‑Collectibles) ist Name‑Resolution ein sinnvoller Baustein.

7) Plattform-Realität akzeptieren

  • Social‑Media‑Integrationen sind fragmentiert und landen gestaffelt. Feature‑Flags und Fallback‑UX einplanen.
  • Begriffe wie „Digital Collectibles“ helfen, Nutzererwartungen zu steuern.

8) Markt ohne Hype – ein Feature, kein Bug

  • Niedrigeres Volumen und weniger Spekulation entlasten Produktteams.
  • Fokus verschiebt sich auf Sicherheit, Stabilität, Utility – und auf echte Brücken zwischen physisch und digital.

Ein schneller Fahrplan für das erste eigene NFT-Experiment

Kreiseder schließt mit einer pragmatischen Empfehlung: „Zumindest einmal einen NFT minten oder einen NFT kaufen.“ Das muss nicht teuer sein – „es gibt billige Blockchains.“ Aus Engineering-Sicht könnte ein MVP so aussehen:

  • Ein minimaler ERC‑721‑Contract auf Basis OpenZeppelin; Deployment in ein günstiges Test‑ oder Neben‑Netz.
  • Einfache mint-Funktion, die eine IPFS‑basierte Metadatei referenziert.
  • Ein JSON mit 2–3 aussagekräftigen Attributen und einem Bild/Clip auf IPFS.
  • Ein QR‑Flow, der per Scan eine Wallet‑Interaktion vorbereitet (inspiriert vom Duplo‑Raketen‑Beispiel).
  • Anzeige des NFTs in einem Explorer und in einem Marktplatz (Lesemodus), um Contract‑, TokenID‑ und Minter‑Daten zu überprüfen.

Ziel ist nicht, „das nächste Beeple“ zu landen – sondern technische Pfade, Werkzeuge und Stolpersteine einmal real zu durchlaufen.

Fazit: Long live NFTs – wenn die Technik den Ton angibt

„Der Ramsch hat keine Chance mehr“ – das ist eine der stärksten Botschaften aus „NFTs are dead. Long live NFTs!“ von Daniel Kreiseder (hilarion 5). Genau deshalb ist jetzt ein guter Moment, NFTs als das zu behandeln, was sie im Kern sind: standardisierte, programmierbare Eigentumsmarker auf einer öffentlichen Infrastruktur.

Die Beispiele aus Mode, Musik, Sport, Gaming, Ticketing und Social zeigen, wo sich das Format festsetzt – dort, wo Fälschungssicherheit, Interoperabilität, Nachvollziehbarkeit und Utility zusammenkommen. Für Engineering‑Teams heißt das: Standards nutzen, solide Metadaten modellieren, IPFS ernst nehmen, ENS integrieren und Utility denken.

Der Hype ist passé. Die Architekturaufgabe bleibt – und sie ist spannender denn je. Long live NFTs.

Weitere Tech Talks

Weitere Tech Lead Stories

Weitere Dev Stories