hilarion 5
Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5
Description
Andreas Rainer von hilarion 5 erzählt im Interview über seine ersten Schritte mit dem Programmieren, was er in seiner Rolle als Full Stack Developer macht und gibt Tipps für Neueinsteiger.
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Video Zusammenfassung
In "Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5" schildert Speaker Andreas Rainer seinen Weg vom Schülertraum eines eigenen Spiels und ersten Schritten mit Robot Karol über ein Python‑2‑Buch und frühe PHP‑Webseiten (u. a. ein Schülerforum) bis zum Studium Informationstechnik und Systemmanagement an der Fachhochschule Salzburg. Bei hilarion 5 arbeitet er als Full‑Stack‑Entwickler in einem 11‑köpfigen, flexiblen Team ohne starre Abteilungen, spricht mit Kunden, entwickelt Lösungen und setzt sie mit passenden Technologien wie Spring Boot oder Node.js um – die technologische Freiheit war sein Hauptgrund für den Wechsel. Sein Rat: Programmieren lernt man nur durch Praxis – viel schreiben, Ressourcen nutzen und zum Einstieg ggf. einen kurzen Workshop besuchen, um Orientierung und eine Ansprechperson zu bekommen.
Vom Spieltraum zum Fullstack-Allrounder: Was wir aus „Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5“ lernen
Session-Steckbrief
- Titel: Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5
- Speaker: Andreas Rainer
- Company: hilarion 5
Ein Start mit Spielfantasie – und der Realität des Programmierens
Was bewegt jemanden, der heute Fullstack-Software entwickelt, zu seinen ersten Zeilen Code? In der Session „Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5“ führt uns der Speaker zurück in die Hauptschule. Gemeinsam mit Schulkollegen entstand der Plan, ein eigenes Computerspiel zu bauen – „das ist eh ganz einfach“, glaubte die Runde. Die Idee platzt wie eine Seifenblase, sobald sie auf die Wirklichkeit trifft: Ein Spiel entsteht nicht aus dem Nichts. Man muss programmieren können. Und programmieren lernt man nicht in der Theorie, sondern im Tun.
Aus Langeweile in Freistunden wurde Neugier. Auf den Schulrechnern lief „Robot Karol“ – eine Lernumgebung, in der man mit simplen Befehlen einen Roboter steuert: vorwärts, links drehen, einen Block legen, springen. Kein Luxus, kein Framework, keine Bibliotheken – nicht einmal eine eingebaute Funktion, um nach rechts zu drehen. Und genau darin lag der Kern: Reduktion auf das Wesentliche. Das Spielzeughafte nimmt die Angst vor Komplexität. Es öffnet den Raum, um Ursache und Wirkung Schritt für Schritt zu erfahren.
Das erste echte Eintauchen: Ein Python-2-Büchlein und die Übergangszeit zu Python 3
Mit der Einsicht „wir können noch nicht programmieren“ beginnt für Andreas der selbstbestimmte Einstieg. Er investiert sein Taschengeld in ein kleines Buch zu Python 2 – verfasst von Vater und Sohn, wie er betont, und angenehm zu lesen. Python 3 war gerade im Entstehen, der Übergang spürbar, die Toolkette noch hybrid. Unbeirrt arbeitet er die Aufgaben durch. Keine Abkürzungen, keine Perfektion – nur konsequentes Üben.
Diese Episode ist im besten Sinne unspektakulär – und gerade deshalb wegweisend. Sie steht für einen Lernstil, den Andreas später auf den Punkt bringt:
„Programmieren lernt man nur, indem man Programme schreibt – also üben, üben, üben.“
In einer Zeit, in der sich viele Anfängerinnen und Anfänger von YouTube-Playlists, Blogreihen und Framework-Charts überrollen lassen, wirkt dieser Zugang wohltuend erdend. Ein Buch, ein Interpreter, ein paar Aufgaben – und die Hartn äckigkeit, dranzubleiben.
Vom Spiel zur Web-App: PHP, Login-Formulare und ein eigenes Schülerforum
Aus dem geplanten Videospiel wird zwar nichts, aber der Funke springt auf etwas Praktisches über: Webentwicklung. Andreas schreibt erste Seiten in PHP, implementiert Logins, einfache Schreibfunktionen – und gemeinsam entsteht sogar ein eigenes Schülerforum. Kein Großprojekt, keine Millionen Nutzer. Und doch: echt, nutzbar, greifbar. Genau solche kleinen Systeme sind Lernmaschinen. Sie zwingen dazu, Datenflüsse zu verstehen, Zustände sauber zu verwalten und Fehler zu finden, die nicht in Lehrbüchern stehen.
Seine Beschreibung ist nüchtern, fast beiläufig. Aber zwischen den Zeilen hören wir die wichtigsten Lernmomente vieler Entwicklerkarrieren: selbst gesetzte Ziele, realistische Umsetzung, frühe Nutzer (Kommilitoninnen und Kommilitonen) und die unmittelbare Rückmeldung, wenn etwas nicht funktioniert.
Fachhochschule Salzburg: Studium plus Praxis
Der Weg führt weiter an die Fachhochschule Salzburg in den Studiengang Informationstechnik und Systemmanagement. Schon während des Studiums arbeitet Andreas nebenbei in der Softwareentwicklung. Theorie und Praxis verzahnen sich. Die Projekte werden umfangreicher, der Code erwachsener – aber das Grundmuster bleibt: lernen durch Anwenden, ausbauen, verknüpfen.
Wichtig dabei: Im gesamten Gespräch vermeidet Andreas große Worte. Keine Schlagworte über „disruptive“ Technologien, keine heroischen Anekdoten. Stattdessen ein roter Faden, der sich vom ersten Python-2-Skript bis zur industriellen Fullstack-Praxis durchzieht: kontinuierliche Übung und pragmatische Umsetzung.
Fullstack bei hilarion 5: Kleine Firma, großer Radius
Heute arbeitet Andreas als Fullstack-Softwareentwickler bei hilarion 5. Das Unternehmen ist bewusst klein – „mittlerweile 11 Leute“. Und gerade daraus ergibt sich die Art, wie hier entwickelt wird. Es gibt keine klassischen Abteilungen für DevOps, Frontend oder Backend. Nicht, weil jede Person alles machen muss. Sondern weil viel Dynamik im Alltag steckt und die Arbeit am Produkt dadurch ganzheitlicher wird.
Was bedeutet das konkret? Erstens: mehr Berührungspunkte. Die Entwicklerinnen und Entwickler bekommen Kundenanfragen direkt mit, sprechen teilweise selbst mit den Kundinnen und Kunden, entwickeln gemeinsam Lösungsideen – und setzen sie dann in Code um. Es entsteht ein End-to-End-Fluss vom Bedarf bis zum Produkt. Zweitens: echte Fullstack-Arbeit. Frontend und Backend gehören zusammen, nicht nur in der Architektur, sondern im Arbeitsrhythmus.
Technologisch setzt hilarion 5 stark auf Spring Boot. Gleichzeitig gilt Pragmatismus: Kolleginnen und Kollegen, die Java „nicht ganz so“ mögen, wählen für kleinere Projekte Node.js und JavaScript fürs Backend. Die Auswahl der Technologie folgt dem Projekt – nicht umgekehrt. Diese Flexibilität, Dinge auszuprobieren, war für Andreas „der Hauptgrund, wieso ich zu hilarion 5 gegangen bin“.
Die stille Exzellenz kleiner Teams
Aus unserer Sicht zeigt sich hier eine Haltung, die in vielen kleinen Softwarefirmen anzutreffen ist, aber nicht selbstverständlich gelebt wird: Nähe zum Problem, kurze Wege, technologische Wahlfreiheit innerhalb klarer Leitplanken. Dass nicht jede Person alles machen „muss“, entstresst den Anspruch. Dass viele alles „können dürfen“, erweitert das Denken. In dieser Balance reift Fullstack-Kompetenz als Erfahrung – nicht als Titel.
Wie wird man Programmierer: Andreas’ Leitgedanken ohne Mythen
Andreas spricht das aus, was viele wissen, aber gerne überhören:
„Programmieren lernt man nur, indem man Programme schreibt – üben, üben, üben.“
Die Ressourcenauswahl ist dabei zweischneidig: Es gibt „ganz viele Hilfestellungen – Videos, Bücher, Tutorials“, aber „nicht alle sind richtig gut“. Gerade am Anfang ist unklar, womit man starten sollte. Ist PHP „eh schon wieder outdated“? Soll man auf „ganz moderne Sachen“ setzen wie „Web 3.0“? Oder lieber klassische Windows-Programme mit C++ oder C#? Diese Fragen sind real – und sie können blockieren.
Sein Vorschlag: niedrigschwellig Orientierung schaffen. Ein „Lehrgang oder Workshop“ über ein bis zwei Tage, der nichts anderes tut, als die ersten Berührungspunkte zu legen: Wo fange ich an? Mit was fange ich an? Dazu „eine Person“, an die man sich wenden kann. Danach – zurück zum Kern: selbst lernen, selbst üben. Nicht als Dogma, sondern weil es de facto der einzige Weg ist, wirklich gut zu werden.
Und, nicht zu unterschätzen: Es macht Spaß.
„Selber Sachen schreiben und zu entwickeln und dann zu sehen, was man da eigentlich geschaffen hat.“
Ein pragmatischer Lernpfad, destilliert
Aus Andreas’ Erfahrung lässt sich ein nüchterner, anwendbarer Pfad ableiten:
- Starte klein und konkret. Eine einfache Umgebung wie „Robot Karol“ oder ein vergleichbar reduziertes Setup hilft, das Wesentliche zu sehen: Befehl, Zustand, Wirkung.
- Wähle ein Einstiegsmaterial und arbeite es durch. Ein gutes Buch, ein fokussierter Kurs, ein kuratierter Tutorialpfad – lieber eines richtig, als fünf parallel.
- Bau echte, kleine Dinge. Ein Login, ein Mini-Forum, ein Formular mit Validierung – reale Aufgaben zwingen zu echtem Verständnis.
- Suche dir Ansprechpersonen. Eine Mentorin, ein Kollege, eine Community – jemand, den du fragen kannst, wenn du steckenbleibst.
- Bleib technologieagnostisch im Kopf. Es geht nicht darum, ob PHP „outdated“ oder Web 3.0 „fancy“ ist. Es geht darum, Zusammenhänge zu lernen. Später triffst du bessere Technologieentscheidungen.
- Übe kontinuierlich. Regelmäßigkeit schlägt Intensitätsspitzen. Schreib Code, lies Code, verbessere Code.
Dieser Plan ist absichtlich unspektakulär – genau wie Andreas’ Weg. Er funktioniert, weil er am Machen ausgerichtet ist.
Fullstack in der Praxis: End-to-End denken, Technologien passend wählen
Der Alltag bei hilarion 5 ergänzt diese Lernhaltung um eine professionelle Dimension: End-to-End-Verantwortung. Wenn Entwicklerinnen und Entwickler Kundenanfragen hören, Lösungsideen mitentwickeln und dann Frontend wie Backend umsetzen, schärft sich ihr Verständnis. Sie denken in Wirkungsketten: Anfrage – Konzept – Implementierung – Produkt. Das Ergebnis ist nicht „mehr Code“, sondern eine engere Passung zwischen Problem und Lösung.
Die Technologieauswahl folgt demselben Pragmatismus. Spring Boot als robuste Basis, Node.js und JavaScript für kleinere Projekte oder wenn es besser passt. Nicht jede Person muss immer alles tun – aber jede hat die Chance, unterschiedliche Seiten der Entwicklung kennenzulernen. So entsteht echte Flexibilität, die nicht aus Beliebigkeit, sondern aus Erfahrung wächst.
Warum genau diese Flexibilität trägt
Flexibilität ist kein Selbstzweck. In Andreas’ Schilderung hat sie drei Funktionen:
- Sie erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenbedürfnisse, weil der Weg von der Anfrage bis zum Code kurz ist.
- Sie verteilt Verantwortung sinnvoll, weil Lösungen dort entstehen, wo das Verständnis am höchsten ist.
- Sie stärkt Motivation, weil Ausprobieren und Lernen nicht als Ausnahme, sondern als Arbeitsmodus gesehen werden.
Für Entwicklerinnen und Entwickler bedeutet das: Lernen ist in kleinen, vielfältigen Teams nicht „nebenbei“, sondern Kernbestandteil des Jobs.
Konkrete Takeaways für angehende Entwicklerinnen und Entwickler
Die Aussagen von Andreas lassen sich direkt anwenden. Ohne Buzzwords, ohne Verheißungen – mit Fokus auf Wirkung:
- Mache Programmieren zur Tätigkeit, nicht zum Thema. Nur das Schreiben echter Programme bringt Fortschritt.
- Nutze Einstiegsformate, die Orientierung schaffen. Ein kurzer Workshop kann Monate des Zickzacklernens abkürzen.
- Bleibe skeptisch bei Trendentscheidungen. PHP, Web 3.0, C++/C# – die Debatte führt am Anfang selten weiter. Was zählt: solide Grundlagen, klare mentale Modelle.
- Suche dir kleine, aber reale Zielsysteme. Ein Mini-Forum, ein Auth-Flow, eine Datenverarbeitungspipeline – etwas, das Feedback erzwingt.
- Arbeite dich in einen Fullstack-Flow hinein. Frontend und Backend sind zwei Seiten derselben Medaille; beide zu berühren, schafft Verständnis für das Ganze.
- Kultiviere Freude am Bauen. Spaß ist kein Nebeneffekt, sondern Treibstoff für Ausdauer.
Was wir über Team-Design lernen: Keine Pflicht zur Allzuständigkeit
Eine oft unterschätzte Klarstellung in Andreas’ Erzählung: In kleinen Teams ohne klassische Abteilungen heißt es nicht, dass jede Person „immer alles kennen muss“ oder „alles interessieren muss“. Die Freiheit, Verschiedenes zu berühren, ist kein Zwang zur Universalexpertise. Es ist die Einladung, entlang der Produktentstehung zu wachsen – mit Schwerpunkten, die je nach Projekt variieren dürfen.
Diese Haltung entgiftet die Fullstack-Rhetorik. Sie macht den Begriff konkret: Fullstack ist weniger ein Titel als eine Arbeitsweise, die Schnittstellen reduziert und Verständnis maximiert. Wer Kundenbedarfe hört, Architekturen denkt und Features sowohl vorne als auch hinten implementieren kann, erzeugt Reibungsverluste gar nicht erst. Das ist für 11-Personen-Teams besonders wertvoll – und für jede Entwicklerin, jeden Entwickler eine Schule des Gesamtblicks.
Motivation ohne Mythos: Warum Dranbleiben gewinnt
Am Ende der Session bleibt eine angenehm unprätentiöse Botschaft. Keine dramatischen Wendungen, kein Heilsversprechen durch ein bestimmtes Framework. Stattdessen: Dranbleiben. Üben. Dinge bauen, die existieren. Technologien wählen, weil sie passen – nicht, weil sie auf Folien glänzen. Und den Spaß am Entwickeln pflegen, weil er die Energie liefert, durch die unvermeidlichen Täler zu gehen.
Andreas’ Weg – von Robot Karol über ein Python-2-Buch, erste PHP-Webseiten und ein Schülerforum, das Studium an der FH Salzburg bis hin zur Fullstack-Rolle bei hilarion 5 – wirkt deshalb so überzeugend, weil er normal ist. Er zeigt, dass gewöhnliche Schritte in Summe etwas Außergewöhnliches ergeben: die Fähigkeit, aus Anforderungen Produkte zu machen.
Ein kompakter Aktionsplan, inspiriert von Andreas Rainer
- Wenn du ganz am Anfang stehst: Such dir eine minimale Umgebung (ähnlich Robot-Karol-Prinzip), in der du Befehle und Effekte klar beobachten kannst.
- Lege dich für einige Wochen auf ein Lernformat fest (Buch, Workshop, ein kuratiertes Tutorial) und beende es.
- Baue zwei bis drei kleine, reale Micro-Projekte: Login, Forum, Formular mit Validierung.
- Finde eine Person, die du fragen kannst. Einmal pro Woche 20 Minuten Austausch reichen, um nicht hängenzubleiben.
- Probiere mindestens eine Frontend- und eine Backend-Aufgabe. Verstehe, wie die Teile zusammenspielen.
- Übe konsequent. „Üben, üben, üben“ ist kein Spruch, sondern die Methode.
Schluss: Voller Kreis – vom ersten Block zum fertigen Produkt
„Wir wollten ein Computerspiel bauen – und merkten, wir müssen erst programmieren lernen.“ Dieser Satz markiert den Punkt, an dem viele aufgeben. Andreas Rainer hat dort angefangen. Aus einfachen Robot-Befehlen wurden Python-Übungen, daraus echte Webanwendungen, daraus ein Studium mit Praxis, daraus Fullstack-Entwicklung in einem Team, das nah an Kundinnen und Kunden arbeitet und Technologien pragmatisch auswählt.
Wir nehmen aus „Andreas Rainer, Full Stack Developer bei hilarion 5“ drei Kernimpulse mit: Lerne durch Machen. Halte Technologieentscheidungen pragmatisch. Suche dir Umgebungen – Menschen, Teams, Firmen –, die Lernen ermöglichen. Der Rest ergibt sich im Tun. Genau so entstehen Produkte, die zählen.
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