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Günter Graf, VP New Business Development von Frequentis

Description

Der VP New Business Development von Frequentis Günter Graf umreißt im Interview die Inhalte des Unternehmens, was der Fokus bei New Business Development ist und erläutert auch, warum gutes Domain Knowledge den Unterschied macht.

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Video Zusammenfassung

In „Günter Graf, VP New Business Development von Frequentis“ beschreibt Günter Graf, wie FREQUENTIS in der Vorentwicklung flexibel und standortübergreifend arbeitet: global verteilte Teams bauen Prototypen für sicherheitskritische Anwendungen (z. B. AI zur Slot-Optimierung im Flugsicherungsbereich), führen Cloud-/Kubernetes-Architekturen ein und kombinieren Java/JavaScript mit performancekritischem C, während Systeme über Jahrzehnte wartbar bleiben. Er betont eine Kultur, die Unsicherheit akzeptiert und Domänenwissen priorisiert; gesucht sind technologische Allrounder mit Freude am Neuen, die Workflows verstehen und Verantwortung in Safety-Umfeldern übernehmen. Talent wird durch klare HR-Prozesse, Tutor-Onboarding, europäische Forschungspartnerschaften, ein seit 20 Jahren betriebenes Startup Center sowie gezielte Upskilling-Maßnahmen (z. B. Team-C-Kurse) unterstützt.

Sicherheitskritik trifft Vorentwicklung: Wie FREQUENTIS mit Günter Graf Technologie in Flugsicherung, Public Safety und Bahn neu denkt

Einleitung: Warum diese Session für Tech-Talente relevant ist

In „Günter Graf, VP New Business Development von Frequentis“ (Speaker: Günter Graf, Company: FREQUENTIS) haben wir einen selten klaren Blick in die Maschinenräume einer Technologiefirma bekommen, die seit Jahrzehnten sicherheitskritische Systeme verantwortet – und sie gleichzeitig konsequent erneuert. Die Spannweite reicht von Flugsicherung über Public-Safety-Kommunikation bis zur Eisenbahn. Von Vorentwicklung und Forschungsprojekten, die noch keine fertigen Antworten kennen, bis zu langlebigen Systemen, die 20 Jahre durchgängig betrieben, aktualisiert und abgesichert werden müssen.

Was wir mitnehmen: Hier arbeiten Entwicklerinnen und Entwickler an Prototypen, Standards und Produkten, die im Zweifel Leben schützen – und die gleichzeitig modernste Cloud-, Container- und AI-Ansätze nutzen. Das verlangt technische Breite, Lernbereitschaft, Domänenkompetenz – und den Mut, mit Unsicherheit konstruktiv umzugehen.

„Wir sind ja meistens in Bereichen unterwegs, wo wir teilweise noch nicht genau wissen, wie es zum Schluss ausschauen wird. Das heißt, wir müssen etwas ausprobieren, prototypisch implementieren.“

Mission: Technologie in sicherheitskritischen Domänen anwendbar machen

FREQUENTIS positioniert sich nicht als „Feature-Factory“, sondern als Enabler, der Technologien im sicherheitskritischen Umfeld anwendbar macht. Was bedeutet „sicherheitskritisch“ im Kontext dieser Organisation?

  • Redundanz und Ausfallsicherheit sind grundlegend. Jedes technische Gerät kann ausfallen; Systeme müssen so aufgebaut sein, dass ein Notbetrieb („Notbetrieb“) jederzeit möglich bleibt.
  • Funktionspriorisierung statt Nice-to-haves. In Public Safety kann vielleicht eine Zusatzfunktion ausfallen – aber ein Anruf aus dem Feuerwehrauto muss immer durchkommen.
  • Safety und Security zusammen denken. Historisch wurden Safety-Systeme oft abgeschottet; heute sind Cloud und Vernetzung essenziell, damit Security auf dem geforderten Niveau gewährleistet werden kann.

„Bei uns heißt das halt, ich brauche eine gewisse Redundanz, Ausfallsicherheit … es muss so funktionieren, dass auch wenn irgendwas davon kaputt geht … ein Notbetrieb möglich ist.“

Diese Mission spiegelt sich in allen Domänen wider: Flugsicherung, Polizei/Rettung/Feuerwehr-Kommunikation (Mission Critical Services), Eisenbahn – und zunehmend Drohnen.

Aufbau der Organisation: Flexibilität durch Vorentwicklung und verteilte Teams

Günter Graf beschreibt eine Organisation, die anders tickt als klassische Produktteams mit fixem Kundenkreis und strengen Release-Zyklen. New Business Development (NBD) und Vorentwicklung sind darauf ausgelegt, Neues zu erkunden und zum richtigen Zeitpunkt in die Produktentwicklung zu überführen.

  • Flexible, prototypgetriebene Zusammenarbeit: Entwickeln, messen, lernen – und erneut iterieren.
  • Verteilte Expertenteams: „Elite Developer“ arbeiten über Niederlassungen hinweg (z. B. Bratislava, Karlsruhe) gemeinsam an Prototypen und Forschungsprojekten.
  • Frühzeitige Markt- und Technologiekopplung: Wo Potenziale sichtbar werden, setzt FREQUENTIS den Übergang in die Produktentwicklung auf.

„Wir schließen uns über die Niederlassungen hinweg … zusammen … und die machen dann gemeinsam … Prototypen, arbeiten gemeinsam an einem Forschungsprojekt.“

Corporate Research und Startup Center: Zwei Motoren für Neues

Innerhalb des NBD verantwortet das Team eine Corporate-Research-Funktion, die „mit Zukunft“ arbeitet: neue Standards, Erstprototypen, Kooperationen in Europa und Hypothesen, wie man Flugsicherung oder Bahnverkehr neu organisieren kann.

Parallel betreibt FREQUENTIS seit rund 20 Jahren ein Startup Center „in der Vorausgasse“. Ziel: Ideen im Technologie- und Domänenumfeld ermöglichen und fördern – auch dann, wenn sie innerhalb der Kernorganisation (noch) keinen Platz finden oder Gründergeist gefragt ist.

Diese Dualität – Forschung und Unternehmertum – ist mehr als ein Signal: Sie schafft Raum, um Technologien in Ruhe zu reifen, ohne den Druck einer sofortigen Serienreife, und zugleich die Option, Innovationspfade auszukoppeln, wenn das sinnvoller ist.

Vom Experiment zum Produkt: Wann Vorentwicklung „klickt“

FREQUENTIS nutzt Vorentwicklung nicht als „Sandkasten“, sondern als Testfeld mit klarer Zielorientierung. Wenn Marktfenster und Technologie reif werden, beginnt die Produktentwicklung – bei voller Transparenz, dass noch nicht alle Antworten vorhanden sind.

  • Beispiel Flugsicherung: AI-gestützte Optimierung der Slotverteilung zwischen Flugzeugen an einem Flughafen – umgesetzt für die Schweizer Flugsicherung und Swiss.
  • Beispiel Mission Critical Services: Kommunikation für Polizei, Rettung, Feuerwehr. Der Markt 2025–2030 wird groß gesehen, da bestehende Technologien ersetzt werden und 5G sicherheitskritisch einsetzbar wird.
  • Beispiel Drohnen: Zunehmende Relevanz als eigener Bereich, in dem Vorentwicklung und Domänenwissen zusammenwachsen.

„Beginn in Produktentwicklung ist natürlich immer spannend … man hat noch sehr viel technologische Freiheitsgrade … [aber] es ist halt noch ein bisschen unklar, was die hundertprozentige Lösung zum Schluss ist.“

Für Tech-Talente ist das genau der Sweet Spot: genug Freiraum, um Architekturentscheidungen richtig zu treffen – und zugleich die Verantwortung, Lösungen so zu bauen, dass sie in der realen, sicherheitskritischen Welt standhalten.

Engineering-Kultur: Allrounder-Mindset, Domänenliebe und Umgang mit Unsicherheit

FREQUENTIS lebt eine Engineering-Kultur, die sich nicht an einer Programmiersprache festklammert, sondern an der Mission orientiert.

  • Allrounder statt Schubladen: Ein Team, das bisher „nur Java“ entwickelt hat, wechselt geschlossen auf C, wenn Performance (z. B. „im Videobereich“) dies erfordert. Die Botschaft: Wir wachsen an der Aufgabe.
  • Domänenkompetenz als Hard Skill: Wer in Drohnen, Public Safety oder Flugsicherung arbeitet, muss die Domäne verstehen wollen – erst dann entsteht Impact.
  • Unsicherheit ist normal: In Research und New Business Development gibt es selten „die eine Wahrheit“. Wichtig ist, Hypothesen zu testen und Positionen zu hinterfragen.

„Dieses Umgehen mit Unsicherheit, das Akzeptieren, dass es niemanden gibt, der genau die Wahrheit weiß … ist sehr wichtig bei unseren Jobs.“

In dieser Kultur sind Entwicklerinnen und Entwickler nicht „Zulieferer“, sondern Mitgestalter – und gefordert, technische Positionen selbstbewusst einzubringen:

„Dann kann ich zu meinem Business Developer sagen: Es ist lieb, was du dir da ausgedacht hast, aber technisch kannst du’s vergessen.“

Recruiting, Onboarding und Wachstum: Klarheit, Tutorensystem, Lernkurven

Günter Graf betont die Klarheit des HR-Prozesses: Bewerberkommunikation ist transparent und schnell – auch, wenn es einmal nicht passt. Der Onboarding-Prozess setzt gezielt auf ein Tutorensystem.

  • Tutor für jeden Einstieg: Nicht nur technisch, sondern inhaltlich – mit Fokus auf Domänenwissen, das in sicherheitskritischen Branchen erfolgsentscheidend ist.
  • Realistische Erwartung: Niemand kann „alle neuen Technologien“ sofort beherrschen. Gesucht wird Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich gezielt Expertise zu erarbeiten.
  • Soziale Kompetenzen: Freude am Neuen, Teamfähigkeit über Standorte hinweg, Dialog auf Augenhöhe zwischen Research, Business Development und Engineering.

Diese Kombination macht Karrierepfade möglich, die nicht linear sein müssen: vom Prototyping in Forschungsprojekten bis zur Produktentwicklung in internationalen Kundenumfeldern.

Technologie-Stack und Architekturprinzipien: Cloud, Container, DevOps – mit Safety-Brille

Technologisch setzt FREQUENTIS auf moderne Plattformen – dort, wo sie Safety und Security stärker machen.

  • Cloud und Security: Systeme, die früher abgeschottet waren, rücken heute in Cloud-Modelle, um Security zu gewährleisten.
  • Kubernetes und Containerisierung: „Eigentechnologien basieren sehr stark auf dem Google-Kubernetes-Ansatz und diese ganze Containerisierung.“
  • Sprachen und Frameworks: Backend stark in Java; auf der Applikationsseite JavaScript; C, wenn Performance in bestimmten Bereichen (z. B. Video) es erfordert.
  • Workflow-Orientierung: Digitalisierung konkreter Abläufe und Prozesse – nicht um der Technologie willen, sondern um realweltliche Workflows in Software abzubilden.

„Wie führen wir Cloud ein? … In unseren Bereichen … sind Cloud-based Implementations sehr stark bei uns, damit man einfach auch die Security gewährleisten kann.“

AI und Deep Learning: Prozesse abbilden, Grenzen anerkennen

Mehrere Förder- und Forschungsprojekte befassen sich mit dem Einsatz von Deep Learning und AI, um Prozesse realitätsnah abzubilden. Das ist pragmatisch gemeint, ohne Hype – inklusive der bekannten Grenzen:

  • Nutzen: Abbildung komplexer, dynamischer Prozesse (z. B. Slotverteilung im Airport-Betrieb).
  • Herausforderung: Erklärbarkeit. Bereits seit den 80ern bekannt – bis heute ein Thema, das in Safety-Umgebungen besonders sorgsam gehandhabt werden muss.

„Super, so ein Deep-Learning-Algorithmus, aber ich kann halt nicht beweisen … warum der das tut, was er tut. Vor der Herausforderung stehen wir noch immer.“

20 Jahre Lebenszyklus: DevOps, aber mit Langstrecken-Denken

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der FREQUENTIS-Welt ist der Lebenszyklus: Systeme sollen 20 Jahre leben. Das ändert die Spielregeln.

  • Ökosystem statt Einzelprodukt: Deployment, Testbarkeit, Updatefähigkeit müssen von Anfang an architektonisch verankert sein.
  • Automatisierung als Pflicht: Jährliche Updates, Security-Fixes und Weiterentwicklungen – automatisiert und standardisiert, nicht manuell.
  • Technologiemanagement mit Augenmaß: Nicht immer „das Neueste“, sondern das Passende, das langfristig wartbar und sicher ist – und dennoch mit notwendigen Neuerungen verheiratet werden kann.

„Ich muss ja jährlich in der Lage sein, das abzudaten, weiterzuführen. Und das nicht manuell, sondern automatisiert … ich kann nicht immer die neueste Technologie nehmen.“

Für Engineers heißt das: Architekturentscheidungen werden auf Dauer gestellt. Wer an Test-, Deployment- und Updateketten feilt, arbeitet direkt an der Belastbarkeit der Systeme – und der Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer.

Zusammenarbeit über Standorte: Expertise verbinden, Prototypen vorantreiben

Die Entwicklungsteams sind über Europa und die Welt verteilt. Statt Silos setzt FREQUENTIS auf projekt- und prototypenorientierte Kollaboration.

  • Standortübergreifende Teams: Bratislava, Karlsruhe und weitere Standorte liefern spezialisierte Beiträge.
  • Expertise-basiertes Staffing: Wer die richtige Erfahrung für einen Prototypen mitbringt, kommt zusammen – unabhängig von der organisatorischen Linie.
  • Forschung und Kundenpraxis: Projekte wie die AI-gestützte Slotoptimierung entstehen in enger Verzahnung von Research, Vorentwicklung und konkreter Anwendung.

Diese Form der Zusammenarbeit erweitert die Lernkurven: Engineers arbeiten mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, die in anderen Domänen, Tech-Stacks oder Märkten unterwegs sind – und wachsen daran.

Erwartungen an Tech-Talente: Wer hier aufblüht

Aus der Session lässt sich ein klares Profil ableiten – jenseits von Buzzwords und Tool-Listen.

  • Lernorientierte Allrounder: Solide Software-Engineering-Prinzipien, Bereitschaft zum Technologie-Wechsel (Java, JavaScript, C) und Spaß an Container- und Cloud-Infrastrukturen.
  • Domänenhungrige: Wer Drohnen, Public Safety, Flugsicherung oder Bahn spannend findet und bereit ist, sich tief einzuarbeiten, wird Wirkung entfalten.
  • Unsicherheitskompetent: Hypothesen testen, Prototypen bauen, Feedback einholen – und akzeptieren, dass „die eine Wahrheit“ in frühen Phasen selten existiert.
  • Safety-Mindset: Redundanz, Notbetrieb, Updatefähigkeit und Langfristigkeit als Designprinzipien denken.
  • Kollaborativ und klar: Über Standorte hinweg arbeiten, Positionen begründen, Feedback geben – auch an Business Developer und Research.

Das Ergebnis ist ein Arbeitsumfeld, in dem persönliche Entwicklung nicht in Zertifikaten, sondern in Verantwortung, Architekturentscheidungen und Domänenwirkung gemessen wird.

Konkrete Gründe, warum man FREQUENTIS in Betracht ziehen sollte

  • Wirkung in sicherheitskritischen Systemen: Arbeit, die im echten Leben zählt – und bei der Qualität mehr ist als ein KPI.
  • Moderne Plattformen mit Verantwortung: Kubernetes, Containerisierung und Cloud – eingebettet in Safety- und Security-Anforderungen.
  • Reale AI-Anwendungen: AI und Deep Learning dort, wo sie Prozesse verbessern – mit klarem Blick auf Erklärbarkeit.
  • Lernfreundliche Kultur: Vom Java-Team zum C-Performance-Tuning – hier entscheidet der Use Case, nicht die Komfortzone.
  • Strukturiertes Onboarding: Tutorensystem und klare HR-Kommunikation schaffen Orientierung und Tempo.
  • Forschung trifft Produkt: Corporate Research, Förderprojekte und Startup Center bieten mehrere Pfade, Innovation zu realisieren.
  • Langer Atem: 20-Jahres-Lebenszyklen fordern Architektur-Disziplin und eröffnen spannende Herausforderungen in DevOps, Test und Deployment.
  • Standortübergreifende Zusammenarbeit: Expertise bündeln, von anderen lernen, internationale Kontexte erleben.

Fazit: Für Tech-Leads, die Verantwortung lieben

„Günter Graf, VP New Business Development von Frequentis“ zeigt eine Organisation, die den Spagat zwischen Pionierarbeit und Betriebssicherheit meistert. Wer Software als gesellschaftlich relevante Infrastruktur versteht, findet hier ein Umfeld, das große Verantwortung mit modernem Engineering verbindet.

„Wir beschäftigen uns … mit Technologien, die noch nicht ganz ausgerollt sind … Wir treiben diese Projekte in der Vorentwicklung – und beginnen, wenn es interessant wird, die Produktentwicklung.“

Für uns ist klar: FREQUENTIS ist eine Adresse für Tech-Talente, die nicht nur robuste Software bauen, sondern auch Domänen formen wollen – in Flugsicherung, Public Safety, Bahn oder Drohnen. Mit Cloud, Containern, AI – und mit dem Bewusstsein, dass Safety und Security bei jeder Zeile Code mitgedacht werden.

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