Hilft Bücher lesen mit dem Programmieren?

Hilft Bücher lesen mit dem Programmieren?

Lesen verändert alle, auch die Programmierer. Trotz der jüngsten Trends bei den Lesegewohnheiten lohnt es sich zu lesen. Damit sind aber nicht nur technische Handbücher, Monografien und Wissenschaftsbücher gemeint. Das Lesen von Romanen kann auch in einer Programmierkarriere sehr hilfreich sein. Du glaubst uns nicht? Wir haben hier einige Argumente.

1. Romane lesen hilft zu entspannen

Ein richtiges Maß an Ruhe ist essentiell! Leider wissen viele Programmierer nicht, wie sie ihre Freizeit effizient nutzen können. Damit meinen wir angemessene Ruhe. Das Lesen von Romanen löst dieses Problem. Du musst nicht erst herausfinden, was zu tun ist, um dich entspannen zu können – du schnappst dir einfach ein Buch. Ein gutes Buch ist ein gutes Sprungbrett raus aus dem Programmier-Alltag. Natürlich kann man einen Film ansehen oder eines von vielen Videospielen spielen, aber bei solchen Sachen starrt man ja schlussendlich auch wieder auf einen Bildschirm, wie bei der Arbeit. Ein gutes Buch zu lesen ist wie in eine andere Welt einzutreten und sich auf eine andere Aktivität zu konzentrieren als die, die jeden Tag durchgeführt wird. Ein Roman hilft beim Entspannen. Obendrein hat man dann auch noch potentiellen Gesprächsstoff.

2. Lesen fördert Empathie

Man hört oft, dass das Lesen das Empfindungsvermögen erhöht. Zusätzlich erhöht es auch das Einfühlungsvermögen und zeigt, wie man die Welt aus der Perspektive eines anderen sieht - des Autors, der Charaktere. In einem Buch kümmert man sich um die Probleme seiner Charaktere. Man drückt die Daumen, damit die Protagonisten ihre Kämpfe erfolgreich durchstehen.

In ähnlicher Weise kann Empathie auch bei der Arbeit eines Entwicklers hilfreich sein. Instinktiv wird sich ein Entwickler mehr auf seine Aufgaben konzentrieren, weil er etwas Wertvolles für seinen Kunden schaffen möchte - ein Produkt, Hilfe bei einem bestimmten Problem, zeitsparende Funktionen usw. Eine Studie, die von den niederländischen Wissenschaftern Matthijs Bal und Martijn Veltkamp durchgeführt wurde, zeigt, dass Romane bei ihren Lesern empathische Verhaltensweisen hervorrufen. Es gibt nur eine Bedingung - ein Buch muss interessant sein.

3. Das Lesen von Romanen fördert die Kreativität

Bücher führen Entwickler in neue Ideen und Gedankengänge ein, die zu einem Impuls für persönliche Überlegungen werden können. Die Fähigkeit, Ideen in innovative Konzepte umzuwandeln, ist perfekt für die Welt der Technologie. Science-Fiction-Romane spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Inspiration neuer Lösungen. Es werden zukunftsorientierte Konzepte ausgeleuchtet und darüber zu lesen stillt den inneren Drang an „Vollendung“. Meist schon während des Lesens denkt man über alle offenen Handlungsstränge nach, wie sie weitergehen könnten, wie sie zusammenführen könnten, wie sie zu Ende gebracht werden könnten. Schon während des Lesens ist man hier sehr kreativ, diese kreativen Denkmuster können sich auch in anderen Bereichen fortsetzen.

4. Lesen verändert den Zustand des Gehirns

Eine Studie zum Thema Romane und deren Auswirkungen auf das Gehirn zeigte faszinierende Ergebnisse. Ziel war es, das Gehirn nach dem täglichen Lesen mit fMRT zu überwachen. Wissenschaftler beobachteten eine wachsende Aktivität und Verbindung in verschiedenen Teilen des Gehirns. Der Teil, der für die Sprachverarbeitung verantwortlich ist, wird sehr aktiv. Das mag zwar auf der Hand liegen – klar, beim Lesen verarbeitet man Sprache – aber dieses Gehirnareal kann auch im Arbeitsalltag sehr nützlich sein. Wenn dieser Teil des Gehirns „aufgewärmt“ ist, wird das Schreiben von E-Mails an Kunden zu einer viel einfacheren Aufgabe, und es wird leichter, zu einer Einigung mit dem Projektmanager zu finden.

Ein anderer Teil des Gehirns, der beim Lesen aktiviert wird, ist für die Sinne und die Bewegung verantwortlich. Das bedeutet, dass wir uns in unseren Gedanken als Charaktere eines Buches ausgeben und uns gedanklich „mitbewegen“.

Die Studie bestätigte auch die Verbesserung der Empathie und zeigte eine Verbesserung des Theory-of-Mind Systems. Das ermöglicht es, den Geisteszustand einer anderen Person zu erahnen. Es wird also einfacher zu erkennen, ob die schlechte Idee des Arbeitskollegen durch Müdigkeit, Ablenkung oder mangelndes Wissen zustande kommt.

All diese Änderungen in den Gehirnarealen zeigten sich schon innerhalb von fünf Tagen bei regelmäßigem Lesen. Das bedeutet, dass du regelmäßig Romane lesen solltest.

5. Das Lesen von Romanen bereichert die Sprache

Unter den vielen Vorteilen des Lesens von Romanen darf man den erweiterten Wortschatz nicht vergessen. Es geht aber nicht nur darum, neue Vokabeln zu lernen. Lesen verbessert auch die Sprechgewohnheiten, erweitert dein Wissen und beschleunigt die Denkprozesse. Die Möglichkeit zu sprechen erhöht das Selbstwertgefühl und beschleunigt in weiterer Folge die Entwicklung der Karriere.

Darüber hinaus hilft das Lesen in einer Fremdsprache, diese effizienter zu lernen. Bereits in den 30er Jahren empfohl der berühmte amerikanische Schriftsteller Napoleon Hill in seinem Buch „Think and Grow Rich“, man solle seinen Wortschatz erweitern, was sich in Erfolg im beruflichen und privaten Leben niederschlage. Je größer der Wortschatz ist, desto einfacher ist es, die eigenen Ideen zu erklären, Beziehungen zu Kollegen aufzubauen und Kontakt zu neuen Kunden aufzunehmen.

Welche dieser Fähigkeiten sind für einen Programmierer nicht wertvoll? Effektive Entspannung bedeutet, man geht schön ausgerastet und mit voller Energie in die Arbeit. Empathie hilft, Kollegen besser zu verstehen. Die Rolle der Kreativität beim Programmieren ist offensichtlich, und ein besseres Gedächtnis erleichtert und beschleunigt das Lernen neuer Themen. Ein angereicherter Wortschatz und eine höhere Qualität der Sprache bedeuten bessere Kommunikation.

Glaubst du noch immer, dass lesen für Software Developer überflüssig ist? Wenn nicht – dann nimm dir schnell Zeit und lies ein Buch!