TechLead-Story: Gerhard Ecker, CEO von EGSTON Power

TechLead-Story: Gerhard Ecker, CEO von EGSTON Power

Team

Ja, also wir sind einmal grundsätzlich eine Entwicklungsfirma. Wir haben ein Team von an die 15 Mitarbeiter, die rein in der Entwicklung sind – wir sind in Summe 22, wo auch Vertrieb, Projektmanagement, System Engineers, etc. dabei sind. Die Hälfte von diesen 15 Entwicklern ist Software und Embedded – also Firmware-, Hardware-nahe – die in Hierarchien geteilt sind, also wir haben einen Chef-Entwickler mit drei Teams darunter. Das ist eben die Hardware, die Software und die Firmware, wo auch jeder von diesen Teamleitern selber mitarbeiten muss. Also es ist auch der Entwicklungsleiter selber noch immer aktiv in den Entwicklungen mit eingebunden. Wir haben keinen non-paying Captain. Selbst ich bin im Vertrieb mit eingebunden – bin weniger in der Entwicklung. Damit ist im Prinzip jeder im operativen Tagesgeschäft involviert.

Wir sind ein sehr diverses Team – das behaupten viele, ich glaube, dass wir es wirklich sind! Wir haben bei uns bei den in Summe 22 Mitarbeitern an die 10 Nationalitäten dabei. Das hat auch mit dem Hintergrund, was wir technisch tun, zu tun – zu dem komme ich dann ein bisschen später. Diese 10 Nationen verteilen sich im Prinzip über ganz Europa bis nach Nordamerika, wir haben sogar auch einen Asiaten mit dabei. Damit ist fix die Bürokommunikationssprache Englisch. Wir haben nur ganz wenige Meetings wo auch wirklich Deutsch ist, aber alles was Berichte, Präsentationen, Beschreibungen der Projekte, etc. betrifft, ist alles auf Englisch.

Was noch interessant ist über unser Team – wir sind von diesen knapp über 20 Mitarbeitern zu 90%-95% Techniker. Alles was auch – Vertrieb oder System-Engineers – dahinter ist, ist noch immer alles aus dem technischen Bereich. Wobei wir ja eher aus dem Hardware-System kommen, aber wie gesagt das kommt dann später bei den technischen Herausforderungen. Das hat auch mit dem zu tun, warum wir so stark technik-lastig sind: unsere Kunden kommen aus dem akademischen Bereich. Also wir haben Kunden weltweit, da sind unsere Leute auf der ganzen Welt unterwegs um zu akquirieren, dort auch die Systeme aufzubauen. Die Kunden sind wie gesagt Universitäten, die im Forschungsbereich der Netzstabilität, erneuerbaren Energien, alternativen Antrieben sind. Da bewegt sich gerade sehr viel, da wird auch gerade sehr viel von öffentlicher Hand investiert. Damit können dort die Universitäten sehr viel in die Testanlagen investieren.

Recruiting

Der Recruiting Prozess ist derzeit – wie von vielen sicherlich auch schon erfahren – ein Prozess, der sehr schwierig ist. Aus dem Grund, weil sich die Situation komplett verändert hat.

Wir haben vor mehreren Jahren noch wesentlich einfacher Bewerbungen bekommen für Entwicklungsjobs und damit hat sich auch der Prozess komplett verändert. Früher hat man als Unternehmen Schaltungen gemacht in den Medien, hat Bewerber dazu gekriegt. Heute sind wir, die sich auf Plattformen – wie eben devjobs.at, LinkedIn, auch über Personalberater – aktiv bei potenziellen Bewerbern vorstellen müssen und uns attraktiv darstellen. Das machen wir mittlerweile auch sehr stark, wobei es abhängt vom tatsächlichen Anforderungsprofil – also ob es ein Projektleiter ist, ein Techniker – ob wir über devjobs.at oder über LinkedIn gehen. Weil ganz einfach auch manche Leute sich eher in LinkedIn bewegen – das waren klassisch Vertrieblinge. Oder eben bei devjobs.at mit Software-/Firmware-Themen.

Der Prozess – sobald wir eine Bewerbung haben – ist dann relativ überschaubar. Dadurch dass wir ein kleines Unternehmen sind, ist dann das erste Gespräch mittlerweile online, aufgrund von Corona, oder dann persönlich vor Ort. Wenn das gut läuft, dann ist das zweite Gespräch schon nurmehr mit der Führungsebene und ist im Prinzip dann schon entschieden.

Das, was für uns mittlerweile ein ganz ein starkes Thema ist: wir schauen auf die soziale Kompetenz der Mitarbeiter, schon beim Einstellen. Englisch ist sowieso klar! Also Englisch ist ein Muss aufgrund der Unternehmenssprache. Aber die soziale Kompetenz allein aus dem Grund, weil das Fachliche kann man immer noch ein bisschen formen, entwickeln und auch spezialisieren. Aber ins Team passen ist für uns wichtig, eben weil wir auch sehr divers sind. Da müssen ein paar Sachen vorausgesetzt sein.

Das was für uns jetzt auch noch dazukommt im Hiring-Prozess ist, dass wir die Benefits sehr stark in den Vordergrund stellen mittlerweile. Das sind Kleinigkeiten, das fangt an – was eh jeder hat mittlerweile – mit der Kaffeemaschine die für jeden zugänglich ist, das ist noch das Kleinere. Aber das geht weiter mit der Arbeitszeitgestaltung, dass wir diese Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten – Home Office. Wir sind öffentlich über einen Radweg erreichbar, wir haben auch eine Dusche in der Firma, wo man das auch nutzen kann, dass man wirklich mit den Fahrrad fährt. Wir liegen direkt an der Donau am Radweg – muss man dazusagen, haha – mit Blick vom Büro auf den Fahrradweg. Wir supporten im Bereich Bildungsteilzeit – also dass die Mitarbeiter auch neben dem Studium bei uns arbeiten können, oder umgekehrt neben der Arbeit bei uns auch weiter studieren können. Wir forcieren das auch, weil das Know-How für uns ein essentieller Bestandteil der Weiterentwicklung ist. Wir gehen auf Familienbedürfnisse ein, soweit das im Kontext möglich ist. Und machen dementsprechend auch soziale Events – Company Picknick im Sommer, was sich anbietet und was möglich ist.

Technologien

Also, mit welchen Technologien arbeiten wir? Die Software selbst wird bei uns – also die Software ist die Oberfläche zum Kunden hin in diesem Falle – in C++ programmiert. Machen damit auch die Apps, die jetzt bei uns eben die Brennstoffzelle, das Photovoltaikmodul, die elektrische Maschinen abbilden sollen. Das heißt, die Apps programmieren wir auch selbst bei uns im Haus. Das ist mittlerweile ein ganz wesentlicher Aspekt und ein Argument zum Kunden hin – da heben wir uns definitiv von anderen Unternehmen ab. Die VHDL Entwicklung bei uns im Haus läuft über Simulink, die Modelle werden von Hardware-Entwicklern erstellt und letztendlich dann in der Firmware-Abteilung übersetzt, so dass wir es dann im FPGA tatsächlich testen können, damit das auch dort funktioniert. Das ganze wird dann – die Schnittstellen dazu – da glaube ich braucht man jetzt nicht weiter darauf eingehen, da sind SFP Schnittstellen, um das auch sehr schnell abbilden zu können, die Kommunikation zwischen dem FPGA und unserer Steuerung, die wir auch im Haus selbst bauen – die CCDs nennen wir sie.

Herausforderungen

Da muss ich jetzt ein bisschen ausholen. Wir fertigen ein Produkt, das nennt sich Digital Power Twin. Wir waren vom Selbstverständnis bis noch nicht vor langer Zeit ein Hardware-Entwicklungsunternehmen, aber wie der Name eigentlich schon sagt, ist es „Digital“. Wir kreieren mit diesem Produkt ein Modell von realen Produkten – das kann sein eine Brennstoffzelle, eine Solarzelle, also ein Photovoltaikmodul, Wechselrichter, Batterien – die wir dann über dieses Modell in Leistungselektronik als Quelle oder als Senke, also als Last, nachbilden in Echtzeit um damit die Gegenseite – also das Stromnetz, etc. - real testen zu können. Das fängt an bei ein paar Kilowatt und geht hin bis zu Megawatt. Mit dem implizieren wir schon, dass wir sehr viel Hardware entwickeln. Tatsächlich ist es aber so, dass die Kompetenz in dieser Firmware-Entwicklung liegt, also in dem Embedded System.

Da sieht man dann auch schon, dass wir Leute brauchen, die beides verstehen: es bringt bei uns sehr viel, wenn man die Kombination aus der Firmware – also von dem was man mit der Software erreichen will, also mit dem Modell das man designt und dann in VHDL bei uns integriert, um die FPGAs, die ja ein ganz ein wesentlicher Bestandteil bei uns für die Steuerung sind, betreiben zu können, mit den schnellen Schnittstellen – bei uns ist das jetzt SFP zum Beispiel – auf die Hardware zu übersetzen. Damit brauchen wir beides. Wir brauchen jetzt die Leute, die wirklich in der Firmware oder in der Software – die Software machen wir jetzt in unserem Falle über C, um hardwarenahe agieren zu können – die Hardware dementsprechend ansteuern können. Damit brauchen wir, wie gesagt, Leute die speziell in C oder in VHDL stark sind, die aber auch ein gewisses Basisverständnis – da unterscheiden sich „Hardwerker“ und „Softwerker“ doch sehr deutlich – mitbringen, was das Gesamtsystem erreichen können muss. Das unterscheidet jetzt unsere Softwareentwickler jetzt sehr stark etwa von einem klassischen Datenbankdesigner, weil das gemeinsam mit der Hardware entwickelt wird, um daraus ein gesamtes Produkt entwickeln zu können. Eben in unserem Fall diesen Digital Power Twin – das eine funktioniert nicht ohne dem anderen.

 

 

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Gerhard Ecker

Interview im September 2021

Technologien in diesem Artikel