TechLead-Story: Dr. Michael Ziehensack, Vice President Automotive Networks bei Elektrobit

TechLead-Story: Dr. Michael Ziehensack, Vice President Automotive Networks bei Elektrobit

Team

Bei Elektrobit sind wir 3000 Leute weltweit. Wir sind in 11 verschiedenen Ländern vertreten und machen Software für Autos. Ein modernes Auto hat 30 bis 100 Steuergeräte verbaut und die haben unterschiedliche Aufgaben, vom Motorsteuergerät, bis zur Navigation oder den Kameras und Radarsensoren für die Fahrerassistenz. Für diese Steuergeräte machen wir das Betriebssystem. Das ist eine spannende Aufgabe, die immer aufwendiger wird. In so einem Fahrzeug müssen diese Steuergeräte miteinander kommunizieren können. Das muss zuverlässig und rasch gehen. Ein Teil dieses Betriebssystems ist ein Kommunikationsstack und den machen wir in Wien. Die Elektrobit Austria ist spezialisiert auf dieses Automotive Netzwerk. In Wien sind wir ungefähr 120 Leute und haben ein Herz für diese Kommunikationssoftware. Wir haben vor einigen Jahren umgestellt auf einen agilen Softwareentwicklungsprozess, d.h. wir haben eine ganze Menge von sehr eigenständigen kleinen Teams. Die Teams bestehen aus einem Scrum Master, der das Team organisiert, einem Product Owner, der sagt, was gemacht wird und ungefähr acht Entwicklern, die sagen, wie es gemacht wird. Diese Entwicklungsteams arbeiten in Sprints. Ein Sprint kann je nach Team zwei bis vier Wochen dauern. Teamübergreifend arbeiten wir in sogenannten Programm Increments, wo alle Teams gemeinsam neue Funktionen erstellen und das alle drei Monate fertig bringen.

Recruiting

Am Besten bewirbt man sich bei uns über die Elektrobit Homepage. Man kann den Standort Österreich auswählen, dann sieht man die Jobangebote, die es bei uns gibt und kann sich direkt bewerben. Wenn man dann eine Bewerbung abgegeben hat, dann schaut sich der zuständige Teamleiter, gemeinsam mit jemandem aus der Personalabteilung, das an. Wenn das Interesse geweckt wurde, dann kommt es zum ersten Telefoninterview. Zusätzlich zum Telefoninterview gibt es noch einen kleinen Online-Test mit einigen Programmierbeispielen und Fragen. Wenn das gut geklappt hat, dann gibt es ein Kennenlernen bei uns im Büro in Wien, wo dann die Personalabteilung und der Teamleiter mit dem Bewerber zusammensitzen und intensiv über das Job-Offering reden, was die Stelle ist, den Bewerber besser kennenlernen und das Büro zeigen. Uns ist wichtig, dass es ein Perfect Fit für beide Seiten ist, d.h. dass nicht nur wir einen guten talentierten Menschen finden, sondern dass er auch Spaß hat an den Dingen, die wir machen, also richtig gerne mit Automotive Networks C programmiert, C++ programmiert. Wenn jemand Spaß hat, dann macht er die Arbeit auch gut. Deshalb ist uns das wichtig und wir nehmen uns auch Zeit. Wenn das erste Interview gut geklappt hat, dann gibt es eine zweite Runde mit einem von unseren Abteilungsleitern oder mir als Geschäftsführer und am Ende davon gibt es das Jobangebot. Wir investieren einiges in einen guten Bewerbungsablauf. Es ist uns wichtig, dass es für beide Seiten ein gutes Ergebnis, eine perfekte Wahl ist. Das hat dazu geführt, dass wir eine ganz geringe Fluktuation haben und sich die Leute bei uns auch wohlfühlen.

Technologien

Wir verwenden vor allem C als Programmiersprache für unsere Echtzeit Controller und C++ für die Performance Controller, die posixbasierte Betriebssysteme am Laufen haben (Linux QNX, Android). Neben den Programmiersprachen für die Software, die im Fahrzeug läuft, haben wir auch Konfigurationstools und Testtools. Da setzen wir vor allem auf Java, JavaScript, Python, XML und Json Files. Wir setzen auf eine hohe Testautomatisierung, weil wir viel testen müssen. Es gibt unmittelbare Tests und Nightly Builds, so dass unsere Entwickler die Ergebnisse ihrer Arbeit wirklich schnell sehen und entsprechend anpassen können. In puncto Codierungsstandards setzen wir auf MISRA-C und MISRA-C++. Die Leute, die sicherheitsrelevante Funktionen implementieren, haben den ISO Standard 26262, mit dem sie sehr stark arbeiten und AUTOSA ist auch bestimmend für die Softwarearchitektur ein wichtiger Standard. Bei den Kommunikationsnetzwerken haben wir cann, lin, Flexre, Automotive Ethernet mit den ganzen TCP/IP Protokollfamilien und den coolen I3e TSN Standards. Das ist die Technologie, mit der wir arbeiten.

Herausforderungen

Die Herausforderung bei Automotive Software ist, dass wir eine hohe Qualität liefern, also dass die Software genau das macht, wozu sie spezifiziert ist und dass wir auch die Corner Cases erwischen. Wenn man an die Fahrerassistenzfunktion bis hin zum automatisierten Fahren denkt, das ist ein Zwei-Tonnen-Gerät, das wir mit 100, 150 km/h durch die Gegend bewegen. Da hat man schon eine große Verantwortung und deshalb ist Qualität ein wichtiger Bestandteil. Neben der Qualität geht es auch um den Ressourcenverbrauch, d.h. dass wir schauen, dass wir die CPU-Last möglichst niedrig halten, dass wir schnelle Reaktionszeiten schaffen und dass wir wenig RAM-Verbrauch haben. Unser Betriebssystem ist mittlerweile in mehr als 100 Millionen Autos. Man kann sich vorstellen, wenn man 2 € bei einem Steuergerät spart und man hat einige Steuergeräte pro Auto, dann macht es schon was aus, wenn weiß, wie man den Code so tunt, dass es schnell läuft, dass man schnelle Start-Up-Zeiten, gute Reaktionszeiten hat und dass man auch mit einer kleineren CPU auskommt. Das sind die Herausforderungen bei uns. Es gibt aber auch andere Aspekte: Wir sind fehlertolerant. Die Security wird immer wichtiger. Das Fahrzeug wird immer mehr nach außen vernetzt. Wir wollen Softwareupdates over the air machen, d. h. dass man das Auto nicht nur in die Werkstatt fährt, sondern zu Hause lässt und das Auto holt sich, wie beim Smartphone, den neuesten Softwarestand herunter. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass das Fahrzeug angreifbar wird. Im Gegensatz zu einem Datacenter, das ein abgesperrtes Gebäude ist und niemand wirklich weiß, was da drinnen ist, kann sich das Fahrzeug jeder kaufen, soll sich auch jeder kaufen und kann es dann zerlegen. Die Anforderungen an die Cyber Security steigen und da haben wir auch einiges investiert: Wir haben Authenticated Message Transmission, wir haben Firewalls und Intrusion Detection drinnen. Unser Lieblingsthema ist das Software Defined Networking, also dass wir das Fahrzeugnetzwerk flexibler und skalierbar machen, aber gleichzeitig zuverlässig bleiben, schnelle Start-Up-Zeiten haben und die Sicherheit gewährleisten. Daran arbeiten wir und einiges haben wir schon geschafft. Deshalb ist unser Betriebssystem auch recht begehrt und wir suchen weitere Mitarbeiter, die uns helfen können, die Funktionen noch schneller umzusetzen.

 

 

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