TechLead-Story: Alexander Weichselberger, Managing Partner von SEQIS

TechLead-Story: Alexander Weichselberger, Managing Partner von SEQIS

Team

Ja, das sind jetzt viele Fragen auf einmal!

Aber im Kern, wenn man es vielleicht von der Historie einmal betrachtet – der Grund, warum wir die SEQIS seinerzeit gegründet haben ist: wir wollen einfach coole IT-Projekte machen. Und wenn du dich jetzt aber alleine dem Markt stellst, dann hast du sehr schnell die Problematik, dass du draufkommst, alleine skaliert man nicht so gut. Und natürlich die Kunden geben natürlich auch einem Einzelkämpfer nicht so gerne die wirklich kritischen – sprich, die interessanten – Projekte. Deshalb haben wir damals die SEQIS gegründet.

Und vielleicht jetzt in Richtung Development und warum das so relevant ist – wir haben ursprünglich begonnen mit dem Software Test und haben dann IT-Analyse dazugenommen, später haben wir dann nochmal den Scope erweitert einfach in Richtung Projektmanagement. Das heißt, wir kennen das und können auch damit umgehen, wie wir den eigenen Scope erweitern. In Richtung Development haben wir dann letztes Jahr endlich unseren Bereich razzfazz.io als eigenständigen Bereich gegründet. Dort geht es um Software-Entwicklungsleistungen.

Ja, du wolltest wissen wie groß wir sind und wie wir uns da zusammenstellen. Also aktuell besteht das razzfazz.io Team aus sechs Personen. Wenn wir skalieren müssen, dann können wir natürlich auf den kompletten SEQIS-Background in der Firma zurückgreifen und über das Unternehmen natürlich auch nochmal entsprechend skalieren. Aber ganz grundsätzlich stellen wir uns so auf, dass wir eigentlich versuchen Universalisten zu kriegen. Diese Universalisteninnen und Universalisten können dann quasi alles machen, das ist für uns fein, weil das gut skaliert und für die Personen, die bei uns arbeiten natürlich auch schön, weil der Job nicht eintönig wird und man immer wieder da auch variieren kann. Aber – und das ist denke ich auch sehr wichtig – berücksichtigen wir auch individuelle Lagen und Überlegungen. Wenn einer sagt, ich bin ganz fix auf Front End und möchte nur das machen, dann lassen wir das natürlich auch in irgendeiner Art und Weise abbilden. Also auf das nehmen wir natürlich auch Rücksicht.

Was wir Richtung Ausbildung vielleicht und Setup da noch dazusagen müssen ist: wir versuchen ganz klar unsere Projekte agil abzu bilden. Wir haben bereits 2001 unsere ersten Produkte gebaut, haben damals noch auf FDD gesetzt – also Feature Driven Development. Das war damals in Österreich ein ziemlich – wenn nicht sogar gänzlich – unbekannter Ansatz. Heute setzt man natürlich auf die normalen Standards wie Scrum oder Kanban oder was auch immer unsere Kunden so wollen.

Stichwort Kunden – auch ganz interessant – was tun wir eigentlich? Wir stellen uns dem Markt in vier Bereichen.

Der erste Bereich ist, wir helfen unseren Kunden dabei, zu entwickeln und sagen ihnen, wie sie solche Entwicklungsleistungen richtig angehen können.

Und wenn der das dann verstanden hat und sagt „boah, ist interessant, könnt ihr mir helfen?“, dann gehen wir auch hin und entwickeln und programmieren für diesen Kunden in seinem Projekt.

Aber unser tatsächlicher Schwerpunkt liegt eigentlich da: wir bieten komplette IT-Projekte an in der Umsetzung in Richtung Softwarelösungen. Das heißt wir programmieren das, was der Kunde in irgendeiner Anforderung mit uns besprochen hat bei uns im Office. Haben aber natürlich mit dem Kunden – agiler Ansatz! – einen recht engen Kontakt und einen engen Austausch. Damit kriegt der Kunde auch immer das, was er letztlich dann mitsteuern und mitgestalten kann.

Der vierte Bereich – neben dieser Beratung, des „stundenweisen“ Programmierens und der Umsetzung von Projekten – sind dann auch eigene Produkte, die wir am Markt bringen. Zur Zeit haben wir da zwei Produktentwicklungen in der Pipeline. Das eine ist: wir bauen gerade für JIRA ein Requirement-Engineering Plugin. Das ist die eine Geschichte.

Das andere ist, wir bauen auch eine Zeiterfassung für den IT-Fachbereich. Wenn man sich da den Markt anschaut, es gibt natürlich Zeiterfassungssysteme wie Sand am Meer – wenn man aber ins Detail geht, merkt man sehr schnell, dass es im Kern entweder sehr überbordend und komplex ist, oder auf der anderen Seite im anderen Leistungsspektrum einfach sehr sehr abgespeckt ist und sehr wenig kann.

Und da versuchen wir uns auch mit diesem Produkten entsprechend zu platzieren. Das heißt die gute Nachricht für unsere Leute im razzfazz.io Team ist, es gibt immer genug zu tun, es ist immer wieder Abwechslung da. Wenn einmal einer sagt, er möchte sich auf ein Thema spezialisieren und dort mehr investieren, dann ist es mit diesen vier Prägungen eigentlich ganz gut möglich.

Recruiting

Kernfrage ist natürlich immer: Wie kommt man zu Bewerbungen? Da stehen wir natürlich auf devjobs.at. Seit zwei Jahren setzen wir da fix auf das, natürlich nutzen wir auch das eigene Netzwerk und es gibt natürlich auch noch andere Anbieter, die uns dabei helfen. Aber im Kern ist es ja so – wenn wir in so einen Recruiting Prozess reingehen und ein Einstellungsgespräch mit so einem Mitarbeiter haben, dann ist für uns eigentlich das Wichtigste, wir wollen einmal verstehen, ob der zu uns ins Team passt und ob der auch unsere Leidenschaft für das, was wir tun, wirklich teilt. Das ist für uns das Wesentlichste.

Vielleicht wichtig bei dem Recruiting Prozess ist es auch, dass wir uns auch vorstellen. Ich möchte einfach, dass Mitarbeiter, die bei uns anfangen – ob Mädl oder Burschen – einfach wissen, wie wir ticken, was uns wichtig ist. Das ist im Kern wesentlich, das heißt auch wir stellen uns auch in diesem Recruiting-Prozess entsprechend vor und schauen, dass das dann passt. Wenn wir dann – und wir kommen im Regelfall immer in sehr kurzer Zeit eigentlich zu einer entsprechenden Entscheidung – sagen, ja es geht los, dann beginnt für die Bewerberin, den Bewerber, es in einem Bootcamp. Da stellen wir die Firma einmal vor, da sagen wir mal, wie wir ticken, welche Tools wir intern brauchen und, und, und. Da läuft auch ein bisschen so ein Know-How-Transfer Thema durch. Wir erzählen Leuten – auch wenn sie Entwickler sind – wie ein ordentlicher Software Test funktioniert, wir erzählen wie IT-Requirement Engineering funktioniert, auf was er beim Projektmanagement berücksichtigen und aufpassen muss.

Da geht es nicht darum, dass der dann als Berater rausgeht, aber er soll einfach verstehen und auch diesen Blick über den Tellerrand akzeptieren – das hilft uns letztlich ja auch dabei, dass wir Personal haben, das einfach exzellente Programmiererinnen und Programmierer sind und nicht nur gute. Weil die einfach auch den Blick fürs ganze haben und somit auch wissen, was im Großen und ganzen auch dazugehört.

Ja, nach diesem Bootcamp ist dann immer die Frage welche Projekte, welche Einsätze es gibt. Vorher schon gesagt, wir haben diese vier Bereiche. Am Anfang wir des wohl eher so sein, dass man nicht sofort zum Kunden hinausgeht, da wird man eher interne Projekte machen oder vielleicht an unseren Produkten weiterarbeiten. Dann geht es irgendwann mal raus, wo dann auch der Kontakt mit den Kunden da ist. Da habe ich immer geglaubt, dass Programmierer das gar nicht so gern haben. Aber die schätzen das total! Wenn es unmittelbares Feedback gibt von Kunden, der sagt: „Boah klasse! Das habt ihr auch noch geschafft, voll fett!“ Und dass wollen unsere Leute eigentlich auch haben.

Technologien

Also, natürlich haben wir unsere Stamm-Schwerpunkte, Themen die wir machen. JavaScript, Java, .NET, PHP, Ruby – you name it! Von der Applikationsseite her machen wir Progressive Web Apps, wir machen Desktop Apps, wir machen Native, wir machen Mobile – also das ist eh das Übliche. Da gehen wir eigentlich in Richtung Full Stack. Das ist im Kern die wesentliche Reise.

Wenn es dann zu Kundenprojekten kommt, oder wenn der Kunde sagt „hilf bei mir im Projekt mit“, dann ist ja dieser Stack ja nicht so fix vorgegeben. Was wir da tun ist, wir schauen standardmäßig einmal drauf, wollen wir da mit? Wenn es cool ist, dann hauen wir uns rein und machen da mit.

Das ist eigentlich unser Zugang jetzt von den Entwicklungsthemen her.

Was uns auch sehr wichtig ist – habe ich vorher kurz gesagt, Blick über den Tellerrand Richtung IT-Analyse oder Software Testing. Uns ist sehr wichtig, dass die Programmiererinnen und Programmierer bei uns auch den kompletten Wertschöpfungspfad kennen. Dass die die ganze Wertschöpfungskette verstehen. Mit einem ordentlichen Continuous Deployment – also, dass das wirklich drinnen ist, dass man eincheckt, dass die Sachen qualitätsgesichert sind. Dass das rundherum passt.

Dass man auch ein bisschen auf Ressourcen schaut. Das ist ein Thema wo man heute immer wieder sagt „ja, boah 10.000 Zeilen, was solls!“ Aber wenn man sich anschaut, in manchen Entwicklungssprachen da hat man ein bisschen… Browser, Fenster bunt… und dafür hat man 10.000 Zeilen Code. Sowas ist ja auch verwirrend und muss ja nicht sein. Also hier sollte man schon auch ein bisschen drauf achten, es gibt zwar 5G – vorher 4G – und, und, und. Aber natürlich braucht das trotzdem seine Zeit und muss übertragen werden. Wenn die gleiche Applikation von Amazon in Australien launcht – habe ich mal gehört – dann kostet der Launch schon 20$. Nur was die Mobile Connectivity mit dem Bootstrap da in Wirklichkeit verursacht – da muss man doch ehrlichgesagt auch ein bisschen realistischer werden und ein bisschen vernünftiger umgehen mit den Resourcen. Ja, das ist denke ich mal das wesentliche Thema dabei.

In diese Richtung gehts! Ich denke, es kommen einfach viele Features dazu, es wird heute nicht mehr sehr viel neu programmiert. Es geht jetzt eher ums zusammenführen, um die Orchestrierung von bestimmten Themen. Und da muss man um es zu einer wirklich runden und guten und stabilen Lösung zu bringen ein bisschen schauen, wie schaut es grundsätzlich mit der Komplexität aus, wird das nicht überbordend. Ich denke, da liegt wohl der Trend.

 

 

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Alexander Weichselberger

Interview im September 2021

Technologien in diesem Artikel