Tech Talk: "Bürgernahe Digitalisierung" mit Agry Zarza von Aschauer IT & Business

Tech Talk: "Bürgernahe Digitalisierung" mit Agry Zarza von Aschauer IT & Business

Hallo, mein Name ist Agry Zarza und ich bin Developer bei Aschauer IT & Business und in unserem Talk geht es um bürgernahe Digitalisierung bzw. was wir darunter verstehen, besonders in der heutigen Zeit unter den neuen Technologieeinsatzmöglichkeiten.

Zunächst als Überblick wer wir sind: wir sind ein mittelgroßes Unternehmen mit Sitz in Wien und sehen uns als Innovationspartner für Digitalisierungsvorhaben. Das heißt wir sind natürlich verstärkt im öffentlichen Sektor tätig und helfen großen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen dabei, Prozesse oder Teilprozesse zu digitalisieren und im gleichen Atemzug auch zu vereinfachen bzw. zu optimieren. Und wie solche Digital Innovation Projects jetzt aussehen können möchte ich anhand von zwei Fallbeispielen zeigen, zunächst die digitale Beschlussfassung und auch das digitale Bauvorhaben.

Die digitale Beschlussfassung – wie am Anfang abgebildet war, dass jede Lösung mit einer Frage beginnt – war die Frage hier zunächst, welchen Mehrwert es hat, wenn man Gemeinderatssitzungen, also Sitzungen auf kommunaler Ebene zum Beispiel Gemeinderatssitzungen, digitalisiert. Und mitten in diese Fragestellung hinein kam die Coronasituation. Und die Pandemie, wie wir sie alle kennen, hat durch ihre Restriktionen – also Lockdown, social distancing – dafür gesorgt, dass die Coronapandemie dann eine Art Beschleuniger war für dieses Vorhaben, dieses Projekt weil den zuständigen Personen jetzt schnell deutlich wurde, dass es natürlich einen Mehrwert hat, wenn man diese Gemeinderatssitzungen jetzt trotz social distancing abhalten kann, sicher abhalten kann, indem man sie virtualisiert. Jetzt ist es relativ schnell in diesem Projekt um die Entwicklung eines Proof of Concepts gegangen und bei dem war es jetzt nicht nur wichtig die funktionalen Anforderungen einer solchen Gemeinderatssitzung hinsichtlich Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zu implementieren und zu berücksichtigen, sondern auch zu gewährleisten, dass gewisse Vorgaben eingehalten werden, wie jetzt Rechtssicherheit und Integrität, die bei so einer Sitzung natürlich sehr wichtig sind.

Und daher haben wir als Lösung eine Web-Applikation entwickelt, die jetzt sich verschiedene Technologien zunutze macht, unter anderem als Authentifizierungsmöglichkeit die Anbindung zum neuen ID System Austria, das ja eigentlich eine Weiterentwicklung zur Handy-Signatur – die eh bekannt ist – oder zur Bürgerkarte zu sehen ist und das sich aktuell in der Pilotphase befindet. Dadurch kann gewährleistet werden, dass tatsächlich autorisierte Personen an diesen Sitzungen teilnehmen.

Beim Meeting Tool was jetzt so, dass wir auf ein bestehendes Meeting Tool zurückgegriffen haben, also das Angebot ist ja nicht zuletzt aufgrund der Pandemie ein sehr großes und das Besondere hierbei ist, dass wir auf eine österreichische Lösung zurückgegriffen haben. Und damit ist gewährleistet, dass wir auch hinsichtlich der Örtlichkeit der Daten uns in einem rechtssicheren Rahmen bewegen. Und was für die Nachbereitung einer solchen Sitzung wichtig ist, ist die Protokollierung.

Und da bedienen wir uns der iText Library, das uns dynamisch ein Sitzungsprotokoll erzeugt, das jetzt Anwesenheit, die Agenda und jeweilige Abstimmungsergebnisse mittracken kann in PDF Form, dieses PDF wird signiert und dann wird eine Prüfsumme berechnet, also Hashwerte nach mehreren Algorithmen und diese Hashwerte werden dann in der Blockchain persistiert damit die Integrität dieses Protokolls auch für die Zukunft gewährleistet ist. Und so schaut die Lösung dann aus mit den jeweiligen Punkten, die ich aktuell auch schon genannt habe. Und hier möchte ich noch zusätzlich eingehen auf eine weitere Funktionalität, die sehr wichtig ist, nämlich: Gemeinderatssitzungen haben einen öffentlichen Teil, sollen also öffentlich zugänglich sein zu Bürger und Bürgerinnen. Und demnach haben wir die Funktionalität eingebaut, dass dieser öffentliche Teil jetzt auf diverse Streaming Plattformen übertragen werden kann. Und damit ist nicht und diese Anforderungen erfüllt, sondern es entsteht auch ein schöner Nebeneffekt durch diese Digitalisierung jetzt, dass den Bürgern und Bürgerinnen diese Gemeindepolitik – sag ich jetzt einmal – noch zugänglicher gemacht wird indem man eben auf eine sehr einfache Art und Weise dabei sein kann bei solchen Sitzungen.

Ja, das war die digitale Beschlussfassung und als nächstes noch das digitale Bauvorhaben. Das ist ein Projekt, das sich mit sämtlichen Prozessen befasst, die für die Realisierung eines Bauvorhabens notwendig sind. Das geht von der Einreichung von diesem Vorhaben über mehrere Stationen bis hin zur Fertigstellung.

Und jetzt ist es so, dass an diesem Projekt sehr, sehr viele Institutionen beteiligt sind, unter anderem universitäre Einrichtungen, öffentliche Einrichtungen, zahlreiche Unternehmen. Und das heißt, es ist ein relativ großes Projekt vom Umfang her und da verwundert es nicht, dass es auf mehrere Jahre ausgelegt ist. Und konkret geht es jetzt darum, dass diese Prozesse aktuell zum Großteil sehr analog ablaufen. Und das Ziel ist es hier, diese Prozesse zu beschleunigen und auch im weiteren Sinne zu optimieren bzw. zu vereinfachen, indem man sie digitalisiert. Für uns ist jetzt hier wichtig, dass erfolgreiche Digitalisierung nicht einfach bedeutet, analoge Prozesse herzunehmen und sie eins-zu-eins digital abzubilden, sondern es ist schon notwendig, diese Prozesse auch im Sinne oder im Kontext von neuen Technologieeinsatzmöglichkeiten neu zu reflektieren und neues Potenzial auszuschöpfen. Und aktuell befinden wir uns in einer Phase, wo wir basierend auf einer Vision Mockups erstellt haben. Und diese Mockups lassen jetzt nicht mal erahnen, wie viele neuartige Technologien da jetzt in dieses Projekt einfließen und berücksichtigt werden.

Daher möchte ich einige davon hier aufgreifen. Zunächst die künstliche Intelligenz, die schon bei der Einreichung des Bauvorhabens hier unterstützend hilft Bauwerbern und -werberinnen ein solches Projekt einzureichen in Form eines Chatbots und in weiterer Folge – wesentlicher noch – diese Einreichdokumente zu klassifizieren und weiter zu verarbeiten.

Und, wie ich vorher gesagt habe, nicht nur analoge Prozesse eins-zu-eins abbilden bedeutet, dass man jetzt nicht hergehen kann und für die Baupläne statt Papier jetzt PDF Dokumente verwendet, sondern es wird hier auch das Potenzial genutzt, 3D-Referenzmodelle zu bieten und diese schaffen es das schon bei der Einreichung, also schon bei der Planung Informationen sehr einfach zugänglich gemacht werden. Dass Virtual Reality und Augmented Reality besonders bei Bauobjekten viele Anwendungsfälle finden ist sehr naheliegend. Zusätzlich möchte ich noch die Sensoren und Kameras erwähnen, die auf Baustellen dafür sorgen, dass wichtige Metriken angeliefert werden, die für die Überwachung wesentlich sind. Und als letztes vielleicht noch die Drohnen, die wenn sie speziell bestückt werden besonders auf großen Baustellen zum Beispiel sehr, sehr einfach Vermessungen durchführen können und hier die Dinge sehr vereinfachen können.

Dieser Ausschnitt dieser verschiedenen Technologien soll jetzt ein bisschen verdeutlichen, dass in solchen Projekten sehr, sehr viel Potenzial liegt hier die Dinge anders zu betrachten, in einem anderen Licht zu sehen und die Prozesse dadurch zu optimieren.

Und zum Abschluss möchte ich zusammenfassen, worum es jetzt in der bürgernahen Digitalisierung für uns geht: und zwar konkret um die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie, bei der es jetzt wesentlich ist, dass man die Analyse und Evaluierung von Technologieeinsatzmöglichkeiten durchführt. Und im Rahmen dessen ist es ganz wichtig, dass man auch die Umsetzbarkeit und die Akzeptanz der Allgemeinbevölkerung kritisch bewertet, weil im Endeffekt soll es darum gehen die Alltagsaktivitäten von Bürgern und Bürgerinnen zu erleichtern durch Technik und im Endeffekt sind ist es die Allgemeinbevölkerung, die diese Lösungen dann nutzen muss.

Und das alles fließt dann ein in die Implementierung von Proof of Concept Szenarien, die in weiterer Folge weitere wichtige Erkenntnisse liefern für die nächsten Schritte. Und wenn das alles gut gelingt, dann gelingt es auch, die Zukunft mit zu gestalten. Danke!