DevStory: Software Architect, Simon Lasselsberger

DevStory: Software Architect, Simon Lasselsberger

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Background

Wie bist du zum Programmieren gekommen?

Ich wollte als Kind schon gern mehr über Computer erfahren und war sehr technisch interessiert. Als sich dann die Frage stellte, ob und welche höhere Schule ich besuchen soll, fiel meine Wahl auf die HTL Salzburg und den Zweig Elektronik/Informatik. Dort hab ich meine ersten echten Zeilen Code geschrieben.

In welchem Alter hast du damit begonnen?

Damals war ich 15 Jahre alt.

Für welche Programmiersprache konntest du dich zuerst begeistern?

Wir lernten dort C++. Wirklich begeistert hat mich aber Ruby, als ich mir während meinem Studium an der FH Hagenberg die Zeit nahm verschiedene Programmier- und Skriptsprachen auszuprobieren. Ruby ist einfach wunderbar <3

Dein DevJob

Worum geht es in deiner aktuellen Rolle genau?

Seit März 2019 arbeite ich als selbstständiger „Software Architecture and Development Consultant“ und berate Firmen, wie sie ihre Systeme und Teams aufbauen, verbessern und skalieren können.

Die Grundlage für diese Tätigkeit hab ich mir in meinen 8,5 Jahren bei Runtastic angeeignet. Dort bin ich ursprünglich als vierter fixangestelter Mitarbeiter als Web Developer eingestiegen. Im Laufe der Jahre übernahm ich die Leitung des gesamten Back End Teams. Später war ich Teil des Projektteams, das einen agilen Entwicklungsprozess eingeführt hat und veränderte mich zum Leitenden System Architekten. Mein Ziel war es, die Architektur nachhaltig voranzutreiben und den agilen Prozess zu unterstützen.

Was gefällt dir besonders gut an deinem Job?

Aktuell gefällt mir besonders die Vielfältigkeit meiner Aufträge und dass ich meinen Kunden mit meiner Erfahrung sehr schnell weiterhelfen kann. Zum Programmieren komme ich selber leider nur mehr selten. In meiner Architektenrolle bin ich meistens fokussiert auf höhere Abstraktionslevels, schreibe Konzepte und zeiche Diagramme. Bei der Umsetzung hab ich meist eine beratende Rolle.

Welche Herausforderungen gibt es speziell als Software Architect?

Als Architekt hab ich den Blick aufs große Ganze und versuche Anforderungen von Business, Developern/Engineers und Infrastruktur in ein umsetzbares Konzept zu gießen. Das ist auch gleichzeitig die größte Herrausforderung.

Doch auch in meiner Vergangenheit als Back End Developer war mir dieser Blick aufs große Ganze immer wichtig und half mir bessere Ergebnisse zu liefern.

Was sind deine bevorzugten Technologien?

Ich liebe Ruby. Grundsätzlich bin ich mit Back End Technologien mehr vertraut als mit Front End Technologien, bin aber offen für alles. Als Architekt sind mir eher die Eigenschaften der Technologien wichtig und ob sie auf den Anwendungsfall passen. Objektivität und Nachhaltigkeit sind hier sehr wichtig für mich.

Windows oder Mac?

Linux. Aber hauptsächlich Chrome und Vim.

Weiterentwicklung

Welche Dev Projekte hast du außerhalb deiner Arbeit?

Meine Loxone Haussteuerung bietet mir immer wieder Gelgenheit neue Dinge auszuprobieren. Mehr Projekte gehen sich neben Job und Familie momentan nicht aus.

Wie hältst du dich für deinen Job am Laufenden?

Die Vielfalt meiner Aufträge ermöglicht es mir, in viele Bereiche Einblick zu bekommen. Das macht mir Spaß, denn es fordert mich immer wieder heraus. Wenn ich mit Themen konfrontiert bin, bei denen ich mich noch nicht so gut auskenne, finde ich Videos von Konferenzen extrem informativ. Mein Tipp dazu ist es, die Videos in bis zu zweifacher Geschwindigkeit anzusehen, um Zeit zu sparen.

Weitere Informationsquellen sind Blogs, Newsletter, Bücher und natürlich die Teilnahme an Konferenzen.

Wo siehst du dich in der Zukunft?

Ich plane meine Consultingtätigkeit noch auszubauen, um noch mehr Firmen helfen zu können.

Tipps für Anfänger

Wie beginnt man Programmieren und womit sollte man beginnen?

Eine einschlägige Ausbildung – z.B. HTL, FH, oder Universität – schadet sicher nicht, um auch die Hintergründe zu verstehen. Ansonsten finde ich es immer am leichtesten etwas zu lernen, wenn man ein konkretes Projekt oder Ziel hat und am Weg dorthin lernt. Mit Arduinos oder Raspberry Pis kann man schnell sehr tolle Ergebnisse erziehlen. Blinkende LEDs motivieren ungemein :)

Welche Skills sollte man als Software Architect mitbringen?

Neben soliden Programmierkenntnissen ist es mir immer wichtig, dass Developer offen sind für Neues, nachfragen, selbstständig lernen, eigene Vorstellungen einbringen und andere mit Respekt behandeln. Meistens arbeitet man nicht alleine, sondern im Team.

Welche Ausbildung ist deiner Meinung nach sinnvoll um Software Architect zu werden?

In einer Ausbildung lernt man programmieren, das ist das Handwerk und ungemein wichtig. Am meisten habe ich jedoch in meinen Jobs gelernt.

Mit Motivation an scheinbar unlösbare Probleme heranzugehen, auf dem Weg zu lernen und schlussendlich das Problem gelöst zu haben, ist eine der größten Belohnungen in unserem Arbeitsumfeld. Oft erkennt man dann, dass alle nur mit Wasser kochen. Die einen in einem kleinen Suppentopf und andere in großen Sportbecken.

 

Mehr zu mir hier: https://www.linkedin.com/in/lasssim/

Simon Lasselsberger

Senior Software Architect

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Interview im M04 2020