DevStory: Junior Software Developer, Sabine H.

DevStory: Junior Software Developer, Sabine H.

tech-stories DevStory

Background

Wie bist du zum Programmieren gekommen?

Ich habe mich schon immer für alles mit Computern interessiert und habe jahrelang im Kulturbereich digitale Projekte geleitet. Da habe ich viel gelernt und auch Lust bekommen, ins Praktische einzusteigen.

In welchem Alter hast du damit begonnen?

Mit 45 habe ich ein Coding Bootcamp zum Full Stack Web Developer gemacht und mich dann auf Junior Developer Stellen beworben.

Für welche Programmiersprache konntest du dich zuerst begeistern?

Web Development war mein Einstieg, also habe ich mit HTML, CSS, Bootstrap und dann auch JavaScript, PHP, usw. angefangen. Durch meine Erfahrung in vielen Memory Institutions - Museen, Bibliotheken, Archiven - hatte ich auch schon immer viel mit Datenbanken zu tun. Dadurch arbeite ich gerne mit SQL und in der Konzeption von Datenbanken.

Dein DevJob

Worum geht es in deiner Rolle als Junior Software Developer genau?

Weiterentwicklung einer ERP Software für die Werbebranche. Ich mache viel im Bereich Customizing um die Software für jeden Kunden passgenau zum Workflow anzupassen. Dabei arbeite ich im Moment auf viel mit XML/XSLT.

Was gefällt dir besonders gut an deinem Job als Software Developer?

Es ist ein ganz anderes Arbeiten als in der Kultur und im Projektmanagement. Viel weniger Meetings, Telefonieren, E-Mails, mehr Bildschirmarbeit. Ich finde es sehr entspannend, um mich für einen längeren Zeitraum auf ein Problem konzentrieren zu können. Die Atmosphäre in der Firma ist sehr positiv und entspannt. Ich habe auch das Gefühl, als Mitarbeiter mehr geschätzt zu werden.

Welche Herausforderungen gibt es speziell als Junior Software Developer?

Es dauert sehr lange, um sich in den über Jahre entwickelten Code einzuarbeiten. Da kommen am Anfang häufig Zweifel an den eigenen Fähigkeiten auf. Es ist dann wichtig, dass es Offenheit im Team gibt und man ohne Scheu Fragen stellen kann. Ich finde es auch eine Herausforderung, noch Zeit zu haben für die Weiterentwicklung der eigenen Interessen und Fähigkeiten in Programmiersprachen, die nicht in der Arbeit verwendet werden.

Was sind deine bevorzugten Technologien?

Die IDEs, mit denen wir arbeiten, sind PhpStorm - ist sehr komfortabel aber teuer - und Eclipse - braucht viel Zeit um es richtig einzurichten, weniger komfortabel als PhpStorm, aber gratis.

Das Framework ist Angular JS. Ich bin dabei es mir zu erarbeiten, finde es sehr spannend und wird hoffentlich das Programmieren vereinfachen.

Windows oder Mac?

Linux (Debian/Gnome), natürlich!!!

Weiterentwicklung

Welche Dev Projekte hast du außerhalb deiner Arbeit?

Mit meinem Hintergrund im Kulturbereich - eigentlich bin ich studierte Kunsthistorikerin - interessieren mich die Entwicklungen in den Digital Humanities, Semantic Technologies, Linked Data und in Erweiterung Data Science.

Wie hältst du dich für deinen Job am Laufenden?

Ich folge vielen interessanten Leuten auf Twitter und habe ein internationales LinkedIn Netzwerk. Da bekomme ich viel mit über neue Technologien und wenn mich etwas interessiert, forsche ich auf vielen digitalen Kanälen - Youtube Tutorials, Blogs. Wenn Zeit ist, gehe ich hin und wieder auf Events - Linux-Tage, GLAM-Hackathon, et. Super finde ich auch die ehrenamtliche Mitarbeit an kleineren Projekten, da ich dann einen Grund habe um etwas Neues echt zu lernen und gleich sinnvoll anzuwenden.

Wo siehst du dich in der Zukunft?

Im Moment bin ich zufrieden, wo ich bin. Während meiner schon recht langen Arbeitsgeschichte habe ich gemerkt, dass es schwierig ist, die Dinge zu planen. Ich merke schon von selbst, wenn es Zeit ist um mich zu verändern und die Möglichkeiten laufen einem dann schon über den Weg. Ich bleibe aber am Ball und schaue was sich so tut. Ein großes, aktives Netzwerk bietet immer wieder Inspiration.

Tipps für Anfänger

Wie beginnt man Programmieren und womit sollte man beginnen?

Das kommt ganz darauf an, wo frau/man im Leben steht. Am Anfang der Karriere würde ich sagen auf jeden Fall auf FH oder Uni studieren. Für Um-/Wiedereinsteiger kann ich ein Coding Bootcamp von ca. 3-4 Monaten empfehlen, das ist von der Zeitinvestition sehr überschaubar. Es ist eine Basis womit man Arbeit finden kann und hat dann Zeit sich weiter zu entwickeln. Da gibt es im Moment ein vielfältiges Angebot. Meine Erfahrung war positiv, es muss aber der Moment passen. Bei diesen Programmen holt man nur so viel raus wie man reinsteckt. Es kommt aber im Allgemeinen natürlich auf die innere Motivation an. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit so gut wie alles gratis im Internet zu lernen. Dafür benötigt man dann aber viel Zeit und eine eisenstarke Motivation und Disziplin. Bei mir funktionierte es besser mit der Struktur eines Kurses.

Welche Skills sollte man als Software Developer mitbringen?

Interesse etwas im digitalen Raum entstehen zu lassen. Eine hohe Frustrationstoleranz gekoppelt an viel Motivation. Jeden Tag gibt es so viele Dinge, die erst mal nicht funktionieren, da braucht man Durchsetzungskraft und Neugier um so lange zu suchen, bis man den Fehler gefunden hat.

Welche Ausbildung ist deiner Meinung nach sinnvoll um Software Developer zu werden?

Ich denke, jeder sollte schauen, was am besten zu ihm oder ihr passt. Im IT Sektor ist die Nachfrage groß und darum sind die Möglichkeiten für Quereinsteiger prima.

Sabine H.

Junior Software Developer

github linkedin twitter website

Interview im M10 2019